Stadtwerke-Chef Siegfried Ferling sprach beim Neujahrsempfang über das Risiko eines Stromausfalls und eines totalen Blackouts.

Rund 350 Gäste lauschten dem Vortrag von Stadtwerke-Geschäftsführer Siegfried Ferling im Kolpinghaus.
Rund 350 Gäste lauschten dem Vortrag von Stadtwerke-Geschäftsführer Siegfried Ferling im Kolpinghaus.

Rund 350 Gäste lauschten dem Vortrag von Stadtwerke-Geschäftsführer Siegfried Ferling im Kolpinghaus.

Kurt Lübke

Rund 350 Gäste lauschten dem Vortrag von Stadtwerke-Geschäftsführer Siegfried Ferling im Kolpinghaus.

Kempen. Etwa 350 Gäste kamen am Freitagabend ins Kolpinghaus und stießen mit der CDU auf ein hoffentlich friedliches 2017 an. Beim Neujahrsempfang kam keiner aus dem Takt. Auch wenn dieser – insbesondere der von großen Stromgeneratoren – eine Rolle spielte. „Kann der Blackout passieren, wenn Kempen keinen Strom mehr bekommt und stockfinster ist?“ Diese Frage gab Parteivorsitzende Rita Ulschmid dem Stadtwerke-Geschäftsführer Siegfried Ferling vor seinem Vortrag auf den Weg. In seiner Rede war Ferling überzeugend, regte auch danach an so manchen Tischen zu Gesprächen zu diesem Thema an.

So wurde unter anderem ein Bild vom Wiener Opernball gezeigt. Die Paare bewegten sich zum Walzer im Takt. Plötzlich spielt das Orchester Hard-Rock. Alles gerät in Unordnung. Ähnliches könnte passieren, wenn das Stromnetz nicht mehr im 50-Hertz-Takt schwingt, so Ferling. Wenn als Folge davon der Strom im gesamten europäischen Verbundstromnetz zusammenbricht, unter anderem Wasserpumpen oder Heizungen nicht mehr arbeiten, es keinen Sprit mehr gibt oder Operationen in den Krankenhäusern nicht mehr durchgeführt werden können. Kempen also stockfinster ist.

Ferling wünschte sich für Deutschland einen besseren Netzausbau, um derartige Risiken zu minimieren. Der Geschäftsführer brach die Problematik auf Kempen herunter, sprach davon, dass die Stadtwerke über 60 Prozent der in Kempen benötigten Energie selbst produzieren würden. Allerdings benötigten die selbst eingesetzten Gasmotoren für den Start eine stabile Frequenz von eben 50 Hertz. Bei einem Zusammenbruch sei beispielsweise auch der Gastransport zur Versorgung der Blockheizkraftwerke nicht mehr gewährleistet.

Also sei Kempen keine „Insel der Glückseligkeit“, der Energie- und Wasserverbrauch könne nur schwer und mit hohem Aufwand geschützt und eine Zeitlang aufrechterhalten werden. Jedenfalls versprach Ferling zu diesem Thema jetzt in seinem Haus entsprechende Denkmodelle zu entwickeln. Derzeit werde dort ein Konzept für die Zukunft der Fernwärmeversorgung erarbeitet. Und an Rita Ulschmid gewandt sagte er: „Du hast mich und meine Kollegen selbst zum Nachdenken gebracht.“

Vor dem eigentlichen Programm sprachen Rita Ulschmid und Fraktionsvorsitzender Wilfried Bodegain den Besuchern am Eingang ihre Neujahrswünsche aus. Unter den Gästen waren Bundestagsabgeordneter Uwe Schummer und sein Kollege aus dem Landtag, Marcus Optendrenk. Und auch Bürgermeister Volker Rübo fehlte nicht. Ferner war Ulrich Kleinertz vor Ort, den Rita Ulschmid für seine 50-jährige Parteizugehörigkeit auszeichnete. Die Ehrung für Wolfgang Schatten, der nicht da sein konnte, wird nachgeholt. Ein Geburtstagsständchen bekam der frühere CDU-Vorsitzende Jochen Herbst.

Fraktionschef Bogedain bedankte sich in seiner Rede bei allen, die sich haupt- oder ehrenamtlich für die Thomasstadt einsetzen. Angefangen von den „Stadtwerkern“ über die Mitarbeiter des Baubetriebshofes und die Freiwilligen der Feuerwehr bis zu den vielen Helfern und Helferinnen in der Flüchtlingshilfe.

Bogedain: „Vielleicht gehört uns bald die Kempener Burg“

Als Schwerpunkt für dieses Jahr nannte der Fraktionschef die Schaffung zusätzlichen Wohnraums für die Kempener Familien. Und Bogedain fügte hinzu: „Froh bin ich auch darüber, dass uns vielleicht bald die Kempener Burg gehört und sie dadurch hoffentlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen wird.“

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