Eine Tönisberger Gruppe um Peter Kunz kämpft weiter für den Erhalt des Förderturms. Gestern gab es eine Begehung mit den Politikern des Kempener Stadtrates.

Im Schatten des Förderturms liefen gestern bereits Rodungsarbeiten. Der Abriss der Gebäude auf dem ehemaligen Zechengelände am Mühlenberg wird also vorbereitet.
Im Schatten des Förderturms liefen gestern bereits Rodungsarbeiten. Der Abriss der Gebäude auf dem ehemaligen Zechengelände am Mühlenberg wird also vorbereitet.

Im Schatten des Förderturms liefen gestern bereits Rodungsarbeiten. Der Abriss der Gebäude auf dem ehemaligen Zechengelände am Mühlenberg wird also vorbereitet.

Kurt Lübke

Im Schatten des Förderturms liefen gestern bereits Rodungsarbeiten. Der Abriss der Gebäude auf dem ehemaligen Zechengelände am Mühlenberg wird also vorbereitet.

Tönisberg. Erhaltenswerte Zeugen der Industriegeschichte oder doch nur ein Millionengrab – die Meinungen um die Zukunft des Zechengeländes und der dortigen Gebäude gehen weit auseinander. Gestern Vormittag machten sich Mitglieder des Kempener Denkmalausschusses vor Ort ein eigenes Bild.

„Sehen Sie selbst, was an Fläche und Gebäuden für mögliche Veranstaltungen und Aktivitäten bereitsteht“, lud Peter Kunz die Anwesenden zum Rundgang ein. Der Tönisberger steht der Initiative „Rettet den Zechenturm in Kempen-Tönisberg“ vor. Diese soll nach Kunz’ Meinung möglichst schnell zum eingetragenen Verein werden.

2002 ist das Gelände endgültig stillgelegt worden

Zur Ausgangslage: 2002 wurde das Gelände – in Tönisberg gehört der Ruhrkohle AG (RAG) ein rund 98 000 Quadratmeter großes Areal – stillgelegt. Damals erstellte der Rheinische Landesverband für Denkmalpflege ein Gutachten, wonach das Gelände „erhaltenswert“ ist.

Die Kempener Verwaltung ging nicht gerade offensiv mit dem Gutachten um – die Fraktionen im Stadtrat bekamen es jedenfalls nicht zu Gesicht. Bis heute stehen die Gebäude nicht unter Denkmalschutz.

Doch die Zeit drängt: Bis 2018 muss die RAG die Gebäude abreißen und das Gelände renaturieren. Diesen Plänen hat auch die Kempener Verwaltung schon zugestimmt. Unter der Voraussetzung, dass der Folien-Hersteller Naue, der auf dem Gelände ansässig ist, Bestandsschutz genießt. Der Lärm von Motorsägen schallte gestern bereits über den Mühlenberg: Die Rodungsarbeiten für den geplanten Abriss sind in vollem Gange.

„Der Denkmalschutz ist das eine, die Folgekosten das andere.“

Irene Wistuba, Fraktionsvorsitzende der FDP

„Der 45 Meter hohe Zechenturm bietet einen grandiosen Anblick“, findet Monika Schütz-Madré. Die Grünen-Politikerin bedauerte, dass ein Turm-Aufstieg laut RAG gestern nicht möglich war. Sie plädierte dafür, „ein Stück Geschichte zu erhalten“.

Stadt Kempen und RAG haben kein Interesse am Erhalt des Turmes

Irene Wistuba (FDP) hielt dagegen: „Der Denkmalschutz ist das eine, die Folgekosten das andere.“ Damit vertritt sie die Meinung der Stadt Kempen. Die zeigt mit Verweis auf die Kosten kein Interesse am Erhalt. Dieser Meinung ist auch der Besitzer, die RAG Montan Immobilien GmbH.

Initiative bringt das Gelände als Veranstaltungs-Areal ins Spiel

Bei der Begehung war auch der Kerkener Architekt Karl Schroers dabei. „Der Zechenturm ist einmalig“, sagt er. Seit Ende 2011 beschäftigt sich Schroers mit dem RAG-Gelände, hat es mehrfach begangen und dabei rund 500 Fotos gemacht. „Die Gebäudesubstanz ist einwandfrei, die Außenfläche bietet vielfältige Möglichkeiten“, sagt er.

Schachthalle, Schlosserei, Kohle-Verladestation und Außenbereich könnten als Bandproberaum und Veranstaltungsort aller Art dienen. Bis Mitte März soll das Nutzungskonzept stehen, das Kunz in der Sitzung des Denkmalausschusses am 17. März vorstellen will.

Architekt Karl Schroers soll ebenfalls eingeladen werden. Dann entscheidet sich, ob der alte Zechenturm tatsächlich erhaltenswert ist.

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