Der Stern lag in einer Lagerhalle von Thomas Pegels. Jetzt ist er in Krefeld gelandet.

Der Kempener Davidstern soll in Zukunft in der Krefelder Synagoge ausgestellt werden.
Der Kempener Davidstern soll in Zukunft in der Krefelder Synagoge ausgestellt werden.

Der Kempener Davidstern soll in Zukunft in der Krefelder Synagoge ausgestellt werden.

Tina Hellmich

Der Kempener Davidstern soll in Zukunft in der Krefelder Synagoge ausgestellt werden.

Kempen/Krefeld. Als Thomas Pegels vor einigen Wochen eine alte Lagerhalle in Kempen aufräumte, traute er seinen Augen nicht. Hinter Holzbrettern, zwischen Verkleidungen versteckt, tauchte ein Davidstern auf. Und es war nicht irgendein Davidstern - es war der der ehemaligen Kempener Synagoge.

Davidstern vor den Nazis versteckt

Aus Erzählungen seines Vaters wusste Pegels, dass sein Großvater nach der Pogromnacht am 10.November 1938 an den Aufräumarbeiten beteiligt war und den Stern, der seinen ursprünglichen Platz über dem Hauptportal hatte, mitgenommen hatte. Er wollte ihn vor den Nazis sichern. Das war sehr riskant, denn wäre er erwischt worden, hätten ihm harte Strafen gedroht.

"Wir überlegen, den Stern in der Synagoge auszustellen."

Yitzchak Mendel Wagner, Krefelder Rabbiner

Mit der Zeit geriet der Stern dann in Vergessenheit - bis Pegels das gute Stück 72 Jahre später in seiner Lagerhalle fand. Ihm kam sehr schnell der Gedanke, dass die Krefelder Synagoge der beste Aufbewahrungsort für den Davidstern ist, schließlich gehört Kempen auch zum Gebiet der Krefelder Gemeinde.

Der Rabbiner Yitzchak Mendel Wagner freut sich sehr über diesen Fund: "Momentan befindet sich der Davidstern mit anderen Fundstücken aus ehemaligen Krefelder Synagogen im Innenhof des Gemeindezentrums. Wir überlegen, ihn in der Synagoge auszustellen."

Dazu könne man eine Tafel stellen, die die Geschichte der Kempener Synagoge beschreibt. "Da sich im Rahmen des Sterns noch Glassplitter befinden, müssen wir einen sicheren Platz finden", ergänzt der Rabbiner.

St. Martinszug in Kempen trotz Novemberpogromen

Fünf Jahre bis 2008 hat der Bau gedauert, nachdem 70 Jahre eine Synagoge fehlte.

Gebaut wurde das jüdische Gemeindezentrum vom Verein Stiftung Dr. Isidor Hirschfelder. Architekt war unter anderem Dirk Jost.

Die Synagoge bietet Platz für 300 Besucher.

Unter anderem gibt es Betraum, Gemeinderaum, Bibliothek und eine Cafeteria.

Die Kempener Synagoge wurde 1858 an der Umstraße fertig gestellt. Am Morgen des 10. November 1938 zündeten mehrere SA-Männer das Gotteshaus an. Anschließend verwüsteten die Rädelsführer mehrere Wohn- und Geschäftshäuser von Kempener Juden. Am Abend zog, als wäre nichts geschehen, der alljährliche St.Martinszug durch die Straßen.

Kaum noch Aufnahmen der Kempener Synagoge

Die Ruine wurde 1961 abgetragen, in der Nähe des ehemaligen Standortes befindet sich heute ein Mahnmal. Von der Kempener Synagoge existieren leider nur eine Luftaufnahme und Fotos im ruinösen Zustand.

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