Das zurückliegende Jahr hat in Kempen einiges verändert.

Kempen. Die Stadt Kempen hat sich verändert. Im zurückliegenden Jahr hat sich einiges getan. Optische Beispiele sind das Wohn- und Geschäftszentrum Klosterhof in der Altstadt sowie die neuen Häuser im Baugebiet An der Kreuzkapelle. In erster Linie hat die Stadt aber Veränderungen hinter sich, die noch nicht sichtbar sind: Bei Projektplanungen müssen Stadt und Investoren ihre Herangehensweise umstellen. Die Bürger fordern mehr Mitspracherecht ein. Und das ist auch gut so, um mit dem ehemaligen Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit zu sprechen.

Ein Paradebeispiel für das Umdenken in der Thomasstadt ist das Thema Peterstraße, das die Schlagzeilen 2014 beherrscht hat. Zunächst sah es so aus, als ob die Projektfirma Ralf Schmitz mit Verwaltung und Politik hinter den viel zitierten „verschlossenen Türen“ über den geplanten Neubau diskutieren wird. Daraus wurde nichts: Kurz vor der Sitzung des Denkmalausschusses im März wurden Proteste laut, die die Politik im Wahljahr nicht ignorieren konnte. Zudem folgte die Gründung einer Bürgerinitiative, die durch ihr Wirken dazu beigetragen hat, dass nun ein deutlich besserer Schmitz-Vorschlag in der Diskussion ist.

Und auch beim Tönisberger Zechengelände lief es anders, als von der Verwaltung gedacht. Mit viel Leidenschaft und auch Sachverstand setzt sich die Initiative um den früheren Bergmann Peter Kunz für den Erhalt der Zeche ein. Die Abrissgenehmigung, die die Stadt bereits ohne eine Denkmalprüfung erteilt hatte, liegt (noch) auf Eis. Das Ministerium in Düsseldorf muss zunächst über einen möglichen Denkmalschutz entscheiden.

Unabhängig davon, ob man den Erhalt der Zeche für sinnvoll hält oder nicht, ist auch dieser Vorgang ein Beweis: Der Kempener Bürger lässt sich nicht alles von der Verwaltung diktieren. Die Zeiten, in denen Verwaltungsspitze und Ältestenrat der Politik die abschließenden Entscheidungen intern bereits getroffen haben, sind vorbei. Das ist auch den Verantwortlichen im Rathaus um Bürgermeister Volker Rübo bewusst geworden.

In Zukunft gilt es, mit höchster Sorgfalt und Rücksicht Projekte zu planen, die die Allgemeinheit betreffen. Das notwendige dritte Altenheim in Kempen gehört zu solchen Projekten. Aber auch die geplante Umgestaltung des Areals am Königshütte-See in ein Naherholungsgebiet. Nachdem schon für Ende 2014 Ergebnisse einer ersten Machbarkeitsstudie angekündigt waren, wird es Zeit, dass diese 2015 auch kommen. Eine frühzeitige Beteiligung der Bürger ist wichtig.

Und dann steht im Herzen Kempens auch noch die Burg. Stadt und Kreis Viersen sind sich einig, dass eine andere Nutzung her muss. Auch hier werden die Bürger mitmischen wollen – völlig zu Recht.

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