Im Ausschuss wurde ein neues Konzept für das frühere Kloster vorgestellt. Wer die Umsetzung bezahlen soll, ist offen.

Derzeit hängen im westlichen Kreuzgang noch Vitrinen (l.). Die Animation (r.) zeigt, wie sich die Planer den Kreuzgang künftig vorstellen.
Derzeit hängen im westlichen Kreuzgang noch Vitrinen (l.). Die Animation (r.) zeigt, wie sich die Planer den Kreuzgang künftig vorstellen.

Derzeit hängen im westlichen Kreuzgang noch Vitrinen (l.). Die Animation (r.) zeigt, wie sich die Planer den Kreuzgang künftig vorstellen.

Derzeit hängen im westlichen Kreuzgang noch Vitrinen (l.). Die Animation (r.) zeigt, wie sich die Planer den Kreuzgang künftig vorstellen.

Kurt Lübke/Animation: Stadt Kempen, Bild 1 von 2

Derzeit hängen im westlichen Kreuzgang noch Vitrinen (l.). Die Animation (r.) zeigt, wie sich die Planer den Kreuzgang künftig vorstellen.

Kempen. Das Kramer-Museum lockt zu wenige Besucher an. Auch deshalb soll es nun ein neues Aussehen und Konzept erhalten. Kulturamtsleiterin Elisabeth Friese stellte die Pläne am Donnerstagabend dem Kulturausschuss vor.

Die Präsentation entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen an ein Museum. Zusammen mit dem Kommunikationsbüro Bürger & Partner aus Wuppertal wurde das Konzept erstellt.

Es soll künftig mehr Stadt- und Klostergeschichte geben

Ziel ist es, die Ausstellungsstücke nicht mehr einfach nur zu zeigen, sondern diese auch in ihren historischen Zusammenhang zu stellen. Sprich: Weniger Kulturhistorisches, mehr Stadt- und Klostergeschichte, so dass auch größere historische Zusammenhänge deutlich werden.

Die Animationen zu den Planungen zeigen, dass der westliche Kreuzgang im Erdgeschoss des Museums freier und heller werden soll. Die großen Vitrinen kommen weg, für wichtige stadthistorische Objekte bleibt aber weiterhin Platz. Folgt man dem Kreuzgang, gibt es chronologische Abschnitte, im ersten Abschnitt bis 1624 – also die Zeit vor den Mönchen.

Im nördlichen Kreuzgang wird die Zeit der Franziskaner in Kempen, also bis 1794, behandelt. In einem kleinen Raum könnte zum Beispiel eine Klosterzelle stilisiert eingerichtet werden. Es gibt aber auch Räume, die den Kontakt der Mönche zur Obrigkeit und zu Kempenern zeigen.

Medienstationen und Tablet-PCs sollen Infos liefern

Auch Thomas von Kempen und seine Auswirkungen auf die Stadtgeschichte sollen im Museum an verschiedenen Stellen dargestellt werden. Den berühmtesten Sohn der Stadt nicht nur im Museum, sondern auch in der Altstadt mehr zu würdigen, hat die CDU beantragt. Dazu sollen Kirchengemeinden, Thomas-Archiv, -Stiftung und -Verein Ideen zusammentragen. Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus.

Heidi Grochtmann (SPD) brachte aber zunächst Zweifel an. Ist es möglich, das bekannte Werk des Thomas von Kempen, die Nachfolge Christi, so einfach in der Stadt darzustellen? Auch Kulturamtsleiterin Friese sieht darin eine Schwierigkeit. Es gebe viele Ideen, so Peter Fischer (CDU): „Man könnte Infos in einem interaktiven Stadtrundgang abrufen.“ Fischer betonte, dass man keinen „Thomas-Hype“ wolle.

Im nächsten Abschnitt des Kreuzgangs geht es dann um das bürgerliche Leben im 19. Jahrhundert. Auch das Thema Schulgeschichte wird behandelt. Im Kreuzgang Süd wird die Stadthistorie von 1890 bis 1912 dargestellt. Im ersten Obergeschoss findet man die Geschichte des 20. Jahrhunderts mit beiden Weltkriegen.

Viele vorhandene Exponate finden im neuen Konzept wieder einen Platz. Grundsätzlich erhält die Ausstellung ein moderneres Gesicht. Über Medienstationen und Tablet-PCs sollen zusätzliche Informationen vermittelt werden. Auch für jüngere Besucher soll mehr geboten werden.

Dafür gebe es bereits einige Ideen, sagte Elisabeth Friese. Aber das müsse noch ausgearbeitet werden. Auch machte die Museumsleiterin deutlich, dass man eine gute Marketingstrategie brauche, um die Menschen ins Museum zu locken.

Die Ausschussmitglieder zeigten sich von vielen inhaltlichen Ideen begeistert, hatten aber auch Verbesserungsvorschläge zu inhaltlicher und technischer Ausstattung. Eine Frage beschäftigte die Politiker besonders: Wer soll das bezahlen?

Über die Höhe der Kosten für diesen Umbau machte die Verwaltung noch keine Angaben. Aber eines ist schon klar: „Das können wir nicht alleine stemmen“, so Bürgermeister Volker Rübo. „Dafür müssen wir Zuschussgeber finden.“

Nur ein Beschluss, um weiter über Konzepte nachzudenken

Klaus Wollersheim (CDU) fühlte sich unwohl dabei, bereits einem Konzept zustimmen zu müssen. „Es ging heute nur darum, ein Grobkonzept vorzustellen“, so Rübo. Der Beschluss des Ausschusses sei lediglich der Grundsatzentschluss, dass nun weiter über das Konzept nachgedacht werde. „Das wird ein Prozess über viele Jahre sein“, so Rübo.

Der Beschluss sieht vor, im nächsten Jahr die konkreten Planungen für die Neugestaltung und die Finanzierung eines ersten Abschnitts zu erarbeiten. Dieser umfasst den ersten Teil des Kreuzgangs (West) und den ursprünglichen Eingangsbereich des Franziskanerklosters (Franziskanerstraße). Vom Ausschuss gab es dazu ein einstimmiges Ja.

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