Die Nachbarn eines Hauses im Hagelkreuz-Viertel sind nach dem Vorfall am Donnerstag in Sorge. 45-Jähriger sei schon mehrfach auffällig gewesen.

Rettungsdienst und Feuerwehr waren am Donnerstag um 12.15 Uhr alarmiert worden.
Rettungsdienst und Feuerwehr waren am Donnerstag um 12.15 Uhr alarmiert worden.

Rettungsdienst und Feuerwehr waren am Donnerstag um 12.15 Uhr alarmiert worden.

Kurt Lübke

Rettungsdienst und Feuerwehr waren am Donnerstag um 12.15 Uhr alarmiert worden.

Kempen. Der 45-Jährige, der am Donnerstag bei einem Wohnungsbrand an der Von-Baeyer-Straße schwer verletzt wurde, ist offenbar „geistig verwirrt“. Die Polizei bestätigte am Freitag WZ-Informationen, nach denen es bereits am Mittwoch einen Polizeieinsatz vor dem Mehrfamilienhaus gab.

„Die Kollegen sind am Mittwoch alarmiert worden, weil der Mann offenbar geistig verwirrt vor dem Haus herumlief und nicht in seine Wohnung kam“, sagt ein Polizeisprecher. Die Polizisten hätten ihm dann geholfen, seinen Schlüssel zu finden – mit Erfolg. Der 45-Jährige sei dann von den Beamten in seine Wohnung gebracht worden.

„Er sagte dann zu mir, dass er alles im Griff habe.“

Nachbar über das Verhalten des 45-Jährigen

„Damit war für uns der Einsatz beendet“, so der Sprecher. Anzeichen dafür, dass von dem Kempener eine Gefahr für andere oder eine Suizid-Gefahr ausgeht, habe es nicht gegeben. „Andernfalls hätten die Kollegen natürlich eingegriffen.“

Am Donnerstag musste dann die Feuerwehr zur Erdgeschoss-Wohnung im Hagelkreuz-Viertel ausrücken. Die Mikrowelle des Mannes war gegen Mittag in Brand geraten. „Ich habe an der Tür und am Fenster gestanden und gefragt, ob alles in Ordnung ist“, sagte am Freitag ein Nachbar zur WZ. „Er sagte dann zu mir, dass er alles im Griff habe.“

„Er ist hier auch schon nackt über den Rasen gelaufen.“

Dem war nicht so: Der Nachbar rief die Feuerwehr und trat nach eigenen Angaben geistesgegenwärtig die Tür zur Wohnung ein. Der Aufforderung, die brennende Wohnung zu verlassen, sei der 45-Jährige nicht nachgekommen.

Zeugen, die noch Aussagen zum Brand machen können, sollten sich bei der Polizei melden: Tel. 02162/3770.

So musste die Feuerwehr ihn später bewusstlos aus dem Haus retten. Er erlitt eine schwere Rauchvergiftung. Andere Personen – im Haus sind 36 Bewohner gemeldet – kamen nicht zu Schaden. Auch am Gebäude wurde nichts zerstört – nur die Einrichtung der Wohnung des 45-Jährigen.

Anwohner fühlen sich nicht mehr sicher

Nach dem Vorfall von Donnerstag sind die Anwohner in großer Sorge, schildert der Nachbar die Situation. „Wir fühlen uns nicht mehr sicher. Der Mann ist offenbar psychisch krank.“ Zudem sei er schon vor dem Brand „mehrfach auffällig“ gewesen. „Er ist hier auch schon nackt über den Rasen gelaufen“, so der Nachbar. Auch habe er schon an Pappe und Toilettenpapier gezündelt.

Warum die Mikrowelle brannte, ist noch nicht ermittelt

Zur Brandursache ermittelt derzeit die Polizei. Wie schon berichtet, ging das Feuer von einer Mikrowelle aus, die offenbar auf einem Kühlschrank stand. Ob die Mikrowelle wegen eines Defekts oder durch Anzünden in Brand geriet, steht nach Angaben der Polizei noch nicht fest. „Die Ermittlungen laufen“, so der Sprecher der Behörde.

Zudem würden jetzt noch die Aussagen der Nachbarn zu einer möglichen psychischen Erkrankung des 45-Jährigen überprüft. Möglicherweise werde der Verletzte, der sich derzeit wegen der Rauchvergiftung im Krankenhaus befindet, auch psychisch untersucht.