Anwohner legen dem Rathaus Protestschreiben vor.

Kempen. "Wir halten das für unverantwortlich." Mit diesem Satz endet ein Brief, der gestern auf dem Schreibtisch von Stephan Kahl landete. Die Anwohner der Birkenallee richten ihren Protest direkt an den Technischen Dezernenten der Stadt Kempen.

Kahl hatte vorgestern zwar bedauert, dass bereits sechs von 25 Birken auf der Allee im Kempener Süden ohne Information an die Anwohner gefällt worden sind. In der Sache lässt die Stadt aber nicht mit sich verhandeln. Es bleibt dabei, so Kahl, dass die stadteinwärts liegenden Bäume laut Ratsbeschluss weg müssen und die Straßenführung verändert wird. Dazu gehört, dass der kombinierte Rad-/Fußweg durch einen reinen Fußgänger-Bürgersteig ersetzt wird und die Radfahrer auf einen 1,25 Meter breiten Radstreifen auf die Fahrbahn geschickt werden.

Nachdem die Anwohner bereits vergangene Woche Dienstag im Planungsausschuss protestiert und am Samstag die Holzfäller ausgebremst hatten, haben sie jetzt eine Unterschriftenliste mit 43Namen ins Rathaus geschickt- weitere Listen sollen folgen. "Die geplante Fahrbahnerweiterung um einen Meter und die durch das Fällen der Bäume bewirkte optische Verbreiterung laden künftig noch mehr Pkw- und Busfahrer ein, auf der Birkenallee zu rasen", schreibt der Initiator Dr.Ansgar Reichmann (Birkenallee19) in dem Protestbrief.

Reichmann verweist auf die hohen Kosten in Höhe von 250000 Euro und fragt nach dem Sinn der Maßnahme, nachdem Radler und insbesondere Schulkinder seit Jahrzehnten "den kombinierten Geh- und Radweg ohne Probleme nutzen". Das Abholzen von 25 Birken, die für den Charakter der Birkenallee prägend sind, sei auch ökologisch nicht vertretbar. Die Anwohner an Kahl: "Wir fordern Sie auf, uns vor weiteren Maßnahmen anzuhören."

 

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