Hat eine Textildesignerin aus Oedt Soldatenbilder in Kempen gemalt?

Hans Kaiser (linkes Foto, vor der Kamera des BFBS-Reporters) glaubt, dass eine Frau die Wandbilder malte.
Hans Kaiser (linkes Foto, vor der Kamera des BFBS-Reporters) glaubt, dass eine Frau die Wandbilder malte.

Hans Kaiser (linkes Foto, vor der Kamera des BFBS-Reporters) glaubt, dass eine Frau die Wandbilder malte.

Hans Kaiser (linkes Foto, vor der Kamera des BFBS-Reporters) glaubt, dass eine Frau die Wandbilder malte.

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Hans Kaiser (linkes Foto, vor der Kamera des BFBS-Reporters) glaubt, dass eine Frau die Wandbilder malte.

Kempen. In der Recherche, wer die Wandbilder im Wohnhaus Donkring 21, das nach 1945 im Erdgeschoss als Pub von britischen Soldaten genutzt wurde, gemalt hat, konzentrieren wir uns auf den Ansatz, dass eine Frau die gesuchte Künstlerin sein könnte. Der Kempener Historiker Hans Kaiser hatte, nachdem er die Zeichnungen vor gut einer Woche erstmalig in Augenschein genommen hatte, wegen des Malstils auf eine Frau geschlossen.

Nach der Veröffentlichung unseres Berichts über den Videodreh des BFBS-Reporters Rob Owen meldete sich eine Leserin, die sich, als sie von der Vermutung Kaisers las, an ein junges Mädchen erinnerte. Es handelt sich um Annemarie Juris, die Tochter des damaligen Sparkassendirektors. Die Familie wohnte damals über der alten Sparkasse. Das Mädchen habe gemalt, unter anderem auf Kacheln. Die Leserin meint, dass die Bilder denen im Haus am Donkring geähnelt hätten.

Eine zweite Spur führt in ein Nachbarhaus. Donkring, Hausnummer 17, war 1946 die Adresse des Künstlers Hermann Kampendonk. Mit dessen Sohn Gert ist Hans Kaiser zur Schule gegangen. Hermann Josef Kampendonk, 1909 in Krefeld geboren, stammte, so ist dem Artikel des St. Tönisers Jürgen Karsten im Heimatbuch des Kreises Viersen, Band 2005, zu entnehmen, aus einer berühmten Künstlerfamilie.

In dem Textilbetrieb wurden Stoffentwürfe „patroniert“

Kampendonk besuchte von 1929 bis 1936 die Werkkunstschule in Krefeld. Er war in der Klasse für textile Flächenkunst. Karsten: „Kampendonk war gelernter Dekorationsmaler. Bis Kriegsbeginn arbeitete er als Gestalter für verschiedene Textilbetriebe, darunter auch Girmes in Oedt. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er viel für die Textilindustrie, schuf Etiketten, patronierte Stoffentwürfe.“ Patronieren bedeutet laut Duden „Zimmerwände mit einer Schablone bemalen, schablonieren“.

Hans Kaiser nimmt den Hinweis nach Oedt auf. Er glaubt nicht, dass Kampendonk als Maler der Wandbilder im Haus Donkring 21 in Frage kommt, aber: „Er kannte die Textildesignerinnen bei den Girmeswerken in Oedt“. 1946 sei Kampendonk aus amerikanischer Gefangenschaft entlassen worden. „Möglicherweise hat er zu den Engländern im Nachbarhaus Kontakt gehabt oder für sie den Kontakt zu den Designerinnen geknüpft.“

In dem Zusammenhang fällt der Name Edith Strauch. Die Malerin, 1920 in Krefeld geboren, hat ebenfalls an der Werkkunstschule Krefeld studiert. Sie war (allerdings erst) zwischen 1951 und 1958 in einem Entwurfsatelier tätig gewesen, wahrscheinlich meint das ihre Zeit bei Girmes.

Edith Strauch, verstorben 2008, gehörte wie Kampendonk der „Niederrheinischen Künstlergilde“ an, die sich 1945 gegründet hatte (www.kunstundkrefeld.de) Sie malte expressionistische Landschafts-, Blumen- und Figurenbilder.

Weitere Hinweise an: redaktion.kempen@wz.de

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