Die Stadt schafft bis zum Jahre 2013 insgesamt 240 Plätze für Kinder unter drei Jahren. Das kostet mehr als zwei Millionen Euro.

In der Kindertagsstätte „Spatzennest“ am Eibenweg stellten (hinter den Kindern von links) Volker Rübo, Klaus Balsam, Heike Badberg, Angelika Hüskes, Stephan Kahl und Karl-Josef Schaaff die Pläne für Baumaßnahmen an 13 Kindertageseinrichtungen vor.
In der Kindertagsstätte „Spatzennest“ am Eibenweg stellten (hinter den Kindern von links) Volker Rübo, Klaus Balsam, Heike Badberg, Angelika Hüskes, Stephan Kahl und Karl-Josef Schaaff die Pläne für Baumaßnahmen an 13 Kindertageseinrichtungen vor.

In der Kindertagsstätte „Spatzennest“ am Eibenweg stellten (hinter den Kindern von links) Volker Rübo, Klaus Balsam, Heike Badberg, Angelika Hüskes, Stephan Kahl und Karl-Josef Schaaff die Pläne für Baumaßnahmen an 13 Kindertageseinrichtungen vor.

Kurt Lübke

In der Kindertagsstätte „Spatzennest“ am Eibenweg stellten (hinter den Kindern von links) Volker Rübo, Klaus Balsam, Heike Badberg, Angelika Hüskes, Stephan Kahl und Karl-Josef Schaaff die Pläne für Baumaßnahmen an 13 Kindertageseinrichtungen vor.

Kempen. Ganz so gemütlich wie in Filmen mit Bob dem Baumeister wird es an den Kempener Kindertageseinrichtungen nicht zugehen, wenn 13 von insgesamt 17 Einrichtungen in diesem Jahr umgebaut werden. "Bis 2013 wollen wir 240 Plätze für Kinder unter drei Jahren einrichten", sagt Jugend-Dezernent Volker Rübo.

Damit erfüllt die Stadt eine Vorgabe des Bundes, der mit dem Kinderförderungsgesetz ab August 2013 Eltern einen Rechtsanpruch für die Betreuung von Kindern ab einem Jahr verspricht.

"Bereits jetzt haben wir 130 solcher Plätze im Angebot", so Volker Rübo gestern im Kindergarten "Spatzennest", wo die Pläne vorgestellt wurden. "Wir müssen die Einrichtungen fit für die ganz Kleinen machen", sagt der Dezernent und verweist an seinen Kollegen, Bau-Dezernenten Stephan Kahl und Denkmal-Referent Karl-Josef Schaaff.

Bisher hatte jede Gruppe einen eigenen Raum, Nebenraum und einen Sanitärbereich. "Diese Aufteilung funktioniert mit Kindern unter drei Jahren nicht mehr", sagt Schaaff. Die Kleinen müssten gewickelt werden und bräuchten einen Ruheraum.

"Dem müssen wir Rechnung tragen." Wände müssten verschoben und "was dann überschwappt, muss angebaut werden". Als Beispiel nennt er die geplanten Maßnahmen fürs "Spatzennest". "Die Turnhalle wird zweigeteilt", erklärt er. "So entstehen zwei Ruheräume für zwei Gruppen." Und weil die Halle wegfällt, muss an anderer Stelle angebaut werden.

Gebaut wird an den Stadt-Kindergärten Schlösschen (Tönisberg), Lupillus, Tabaluga, Bärenstark (alle St.Hubert), Spatzennest (Eibenweg), Hoppetosse (von-Bodelschwingh-Straße), Mullewapp (von-Broichhausen-Allee), Paul&Pauline (Paul-Ehrlich-Straße) sowie von freien Trägern St.Raphael (St.Hubert), St.Antonius (Tönisberg), Unter den Weiden (Krefelder Weg), St.Peter-Allee und Kleine Hände (Comeniusstraße).

2,2 Millionen Euro werden bewegt. Stadt und freie Träger müssen sich jeweils mit zehn Prozent beteiligen.

Bis 2013 will die Stadt Kempen 240Plätze für Kinder unter drei Jahren schaffen.

Es gibt drei Typen, bei denen die Gruppenstärke durch das Alter bestimmt wird: 25 Kinder (3-6Jahre), 20 Kinder (2-3) und zehn Kinder (1-2). Es bleibt bei zwei Erzieherinnen/Gruppe.

Ebenfalls größere Anbauten - etwa 100Quadratmeter- werde es an der Tageseinrichtung an der von-Broichhausen-Allee und an der von-Bodelschwingh-Straße geben, nennt Jugendamtsleiter Klaus Balsam weitere Beispiele. Ohne Umbau kämen hingegen die Kindergärten in Unterweiden, Tönisberg und an der Antoniusstraße in St.Hubert aus.

Balsam freut sich, dass auch die freien Träger mitziehen. Sie werden von der Stadt unterstützt und beraten.

"Die Plätze für die unter Dreijährigen sind keine zusätzlichen Kindergartenplätze", betont Rübo. Es gäbe insgesamt weniger Kinder, und auch das Einschulungsalter wurde in zwei Jahren auf fünfeinhalb Jahre vorgezogen. "Deshalb haben wir freie Plätze und müssen keinen Neubau planen."

Besonders freut sich Rübo darüber, dass das Land den 13Anträgen auf Förderungen im vollen Umgang entsprochen hat. Schließlich werde die Umgestaltung an den 13 Einrichtungen rund 2,2Millionen Euro kosten. Davon übernimmt das Land 90 Prozent; Stadt und freie Träger müssen jeweils zehn Prozent tragen. Für die Stadt sind dies etwa 167.000 Euro.

In 2009 müssen die Arbeiten an den Kindertagesstätte beendet werden, sonst fällt die Landesförderung flach. Das ist nicht nur ein großer Aufwand für die Stadt, die freie Architekten mit der Planung beauftragt hat, sondern auch für die Tagesstätten.

"Wie wir die Bauarbeiten in unseren Alltag einbauen, wissen wir noch nicht", sagt Spatzennest-Leiterin Angelika Hüskses. Spannend werde es allemal - und vielleicht kommt ja auch Bob der Baumeister vorbei...

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