Zum Abschluss ihrer dreijährigen Regentschaft als Prinzenpaar ziehen Theo I. (Balters) und Karin I. ein positives Resümee.

Die Tollitäten legen Pritsche, Krönchen und Umhang aus der Hand: KarinI. und TheoI. beim Redaktionsgespräch im Kempener WZ-Konferenzraum mit Manfred Baum (vorne links) und Axel Küppers. Bei Brötchen und Kaffee wurde auch viel gelacht.
Die Tollitäten legen Pritsche, Krönchen und Umhang aus der Hand: KarinI. und TheoI. beim Redaktionsgespräch im Kempener WZ-Konferenzraum mit Manfred Baum (vorne links) und Axel Küppers. Bei Brötchen und Kaffee wurde auch viel gelacht.

Die Tollitäten legen Pritsche, Krönchen und Umhang aus der Hand: KarinI. und TheoI. beim Redaktionsgespräch im Kempener WZ-Konferenzraum mit Manfred Baum (vorne links) und Axel Küppers. Bei Brötchen und Kaffee wurde auch viel gelacht.

Kurt Lübke

Die Tollitäten legen Pritsche, Krönchen und Umhang aus der Hand: KarinI. und TheoI. beim Redaktionsgespräch im Kempener WZ-Konferenzraum mit Manfred Baum (vorne links) und Axel Küppers. Bei Brötchen und Kaffee wurde auch viel gelacht.

WZ: Wie könnte man die vergangenen drei Jahre auf den Punkt bringen?

Karin I.: Wir sind von der Bevölkerung toll angenommen worden, eine Welle der Euphorie hat uns getragen, alle Kempener hätten hierfür einen Orden verdient.

Theo I.: Eigentlich hätte jeder Kempener von uns einen Orden verdient. Unsere kühnsten Erwartungen sind noch übertroffen worden.

Also überwiegt die Trauer, dass es jetzt vorbei ist?

Theo: Nein, wir sind stolz, dass wir das drei Jahre lang machen durften.

Karin: Wir können nicht bis an unser Lebensende traurig sein, dass wir nicht mehr Prinzenpaar sind. Das Leben geht weiter, wir bleiben dem Karneval verbunden.

Sie waren das erste Prinzenpaar aus St.Hubert. War die Euphorie bei allen so groß?

Karin: Natürlich wird viel gefrotzelt, die alten Rivalitäten kennt ja jeder. Aber das lief nicht verbissen, alle haben drüber gelacht.

Theo: Es hat insofern nie eine wirklich wichtige Rolle gespielt, dass wir aus St.Hubert sind. Im Gegenteil: Dadurch, dass wir vom Kendel kommen, haben die Hüpperschen Enormes für den Karneval bewegt.

Was waren die Höhepunkte in drei Jahren?

Theo: Keine Frage: der Rosenmontagszug. Aber auch die kleineren Veranstaltungen wie Besuche in Altenheimen oder bei den Geistigbehinderten der Lebenshilfe sind uns sehr zu Herzen gegangen.

Karin: Wir sind ja mit dem Anspruch angetreten, Prinzenpaar für alle Kempener zu sein- also auch für die in der zweiten Reihe.

"Erst nach drei Jahren passen meine Prinzenschuhe perfekt."

Wie schafft man es, drei Sessionen jeweils 70 Abende unterwegs zu sein?

Theo: Man muss sich die Kräfte einteilen, mit Alkohol vorsichtig umgehen, Sport treiben...

Karin: So eine lange Strecke im Prinzen-Ornat erfordert schon eine große Kondition, keine Frage.

Das heißt, ab dem Aschermittwoch wird einiges nachgeholt?

Theo: Es ist ja nicht so, dass wir drei Jahre lang nur närrisch unterwegs waren. Kleinere Urlaube und Treffs mit Freunden waren schon drin. Aber vieles ist liegengeblieben, das stimmt. Für mich steht jetzt viel Sport und Fitness an. Mein rechter Fuß ist nach einem eingeklemmten Nerv immer noch nicht in Ordnung.

Karin: Auch zu Hause, unsere Wohnung: Dort muss jetzt einiges passieren, wo wieder mehr Freiräume da sind.

Theo, während von Ihnen der lächelnde Prinz erwartet wird, werden bei Ihrem Brötchengeber die Koffer gepackt: Der Bandagen-Hersteller Bauerfeind schließt im März endgültig. Wie schwierig ist dieser Spagat?

Theo: Das ist nicht einfach, das schüttelt man nicht so aus den Kleidern. Zu wissen, dass man ab April von einer Auffang-Gesellschaft in einen neuen Job vermittelt wird, ist kein gutes Gefühl. Andererseits: Dafür können die Karnevalsfreunde nichts, sie haben einen fröhlichen Prinzen verdient.

Sie deuteten eingangs an, dass Sie dem Karneval verbunden bleiben...

Karin: Klar, ich freue mich wieder auf meine Auftritte in der Bütt bei unserer Heimatgemeinschaft Heideröslein.

Theo: Auch ich werde dort dabei sein. Außerdem bin ich dann als Ex-Prinz mit dem KKV, also dem Kempener Karnevals-Verein, unterwegs.

Apropos KKV: Wie hat das Zusammenspiel zwischen Prinzenpaar und diesem Verein funktioniert?

Theo: Tadellos, ohne den KKV ginge es nicht. Der Geschäftsführer Heinz Börsch hat alles für uns gemanagt, uns den Rücken freigehalten.

"Die neuen Tollitäten sollen sich so geben, wie sie sind:

Karin: Und die Zügel auch mal lockerer gelassen, wenn wir gesagt haben: Wir möchten diese bestimmte Veranstaltung unbedingt besuchen.

Wie ist es um den Karneval in Kempen bestellt?

Theo: Ich habe den Eindruck, dass es nach einem Tief aufwärts geht. Wir machen uns da keine großen Sorgen.

Karin: Stimmt! Das Niveau der Veranstaltungen ist deutlich besser geworden.

An der Veranstaltung Hoppeditz-Erwachen gab es hingegen Kritik, dass sie von Stadt und Vereinen nur halbherzig getragen wird...

Theo: Unser Rat wäre, diese Veranstaltung nur noch alle drei Jahre zu machen, und zwar, wenn ein neues Prinzenpaar antritt. Und das Programm sollte aus eigenen Reihen unserer sechs karnevalstreibenden Vereine bestückt sein- nichts Eingekauftes.

In Kempen gibt es kein Kinderprinzenpaar. Würden Sie so etwas begrüßen?

Karin: In der Straßengemeinschaft Heideröslein hatten wir mal ein Kinderschützenpaar, das fand ich gut. Jetzt gibt es die Garde-Pänz- vielleicht ein guter Anfang.

Theo: Man muss die Jugend schon einbinden, gerade im Karneval. Andererseits ist ein Kinderprinzenpaar keine Tradition in Kempen, das kann auch schiefgehen.

Was können Sie dem künftigen Prinzenpaar, das am 11.11. im Rathaus vorgestellt wird, mitgeben?

Karin: Die neuen Tollitäten sollen sich so geben, wie sie sind: unverstellt.

Theo: Auch mal den Mut haben, sich zu verhaspeln. Ein Prinz muss kein genialer Redner sein. Die Leute spüren, ob das Amt für die Tollitäten von Herzen kommt.

Letzte Frage: Wie geht der Karneval für Sie zu Ende, was machen Sie Aschermittwoch?

Theo: Ausklang ist die Hoppeditz-Beerdigung im Lokal Klingenberg. Und Aschermittwoch gehen wir mit dem KKV Fisch essen im Kolpinghaus- was sonst (lacht)?

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