Das Bistum betrachtet nur noch drei Kirchengebäude in Nettetal als notwendig. Instandhaltungskosten muss die Kirche in Leuth in Zukunft selbst tragen.

Das Bistum betrachtet nur noch drei Kirchengebäude in Nettetal als notwendig. Instandhaltungskosten muss die Kirche in Leuth in Zukunft selbst tragen.
Die Pfarre St. Lambertus muss in Zukunft alleine für den Erhalt ihrer Kirche aufkommen.

Die Pfarre St. Lambertus muss in Zukunft alleine für den Erhalt ihrer Kirche aufkommen.

Franz-Heinrich Busch

Die Pfarre St. Lambertus muss in Zukunft alleine für den Erhalt ihrer Kirche aufkommen.

Leuth. In Zukunft muss die Pfarre St. Lambertus alleine für den Erhalt ihrer Kirche aufkommen. Weil das Bistum Aachen in Zukunft nur noch drei Kirchengebäude in Nettetal als notwendig betrachtet, zieht es sich aus der Finanzierung erforderlich werdender Instandhaltungsarbeiten der anderen Kirchen zurück.

Geld aus Aachen gibt es, wie bereits berichtet, nur noch für die Kirchen St. Sebastian Lobberich, St. Clemens Kaldenkirchen und St. Lambertus Breyell. Aus eigener Kraft müssen die Gemeinden dagegen die Kirchen St. Peter Hinsbeck, St. Anna Schaag, St. Peter und Paul Leutherheide, die Alte Kirche in Lobberich und eben auch St. Lambertus in Leuth instand halten.

„Lassen sie uns alle gemeinsam für den Erhalt der Kirche eintreten.“

Andrea Heinen-Withofs, Vorsitzende des Pfarreirates, appelliert an die Gemeinde

Bisher hat das Bistum einen Zuschuss in Höhe von 60 Prozent der förderfähigen Kosten gegeben. Den Rest musste die Pfarrgemeinde selbst aufbringen. „Und das war oft genug schon schwer zu stemmen“, meinte Andrea Heinen-Withofs, die Vorsitzende des Pfarreirates, während des Neujahrsempfangs im Generationentreff Neyenhof.

Da die Kirche nicht nur Gotteshaus sei, sondern auch allgemeines Kulturgut, „Mittelpunkt des Ortes und Zeichen für Heimat, wenn wir aus dem Urlaub zurückkommen und von der Autobahn aus den Kirchturm sehen“, hofft sie auf eine breite Unterstützung in Leuth: „Lassen sie uns alle gemeinsam für den Erhalt der Kirche eintreten.“

Bei dem guten Miteinander in der Pfarrgemeinde hatte Pastor Benedikt Schnitzler „keine Angst und Sorge“ um den Fortbestand des Kirchengebäudes. „Man wird es in den nächsten 30, 40 Jahren stemmen können“, zeigte er sich zuversichtlich.

Noch in diesem Monat beginnt die Erneuerung des Kirchenvorplatzes

Er erinnerte sich dabei offensichtlich an seinen Vorgänger Johann-Peter Knippen (1833 bis 1874), der die Finanzierung des ab 1855 diskutierten Kirchenschiff-Neubaues sehr einfach löste.

Wie Henrichs/Finken in ihrer Leuth-Geschichte berichten, sagte der Pfarrer in einer Predigt im Jahre 1857: „Nun, das Geld ist schon dafür da. Ja, es ist schon da. Ihr fraget: Wo ist es denn? Ich antworte: Es ist in – euren Häusern! Trage nur jeder von euch nach Kräften für den Neubau bei, und an der Stelle dieses viel zu kleinen und zerfallenen Gotteshauses wird sich dann bald ein geräumiger und stattlicher Bau erheben.“ Er wurde zur Herbstkirmes 1861 eingeweiht.

Wie Andreas Gommans, Vorsitzender des Kirchbauvereins, mitteilte, wird noch in diesem Monat mit der Erneuerung der Kirchenstufen und des Kirchenvorplatzes begonnen; die Arbeiten sollen spätestens bis zum Schützenfest im Mai beendet sein. Er zeigte sich überzeugt, dass „die Kirche mit dem Engagement der Leuther langfristig erhalten bleibt“. Unmut regt sich dennoch in den Nettetaler Pfarrgemeinden – und zwar nicht nur in Büttenreden wie unlängst in Hinsbeck. Ein Generationenvertrag über den Erhalt der Kirchen habe längst vorbereitet werden müssen, meinen Kritiker.

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