Hunderte Mitarbeiter, die um ihre Jobs bangen, kamen gestern zur Betriebsversammlung.

Die Mitarbeiter von Kaiser’s Tengelmann hatten zahlreiche Fragen. Zufriedenstellende Antworten bekamen sie nicht.
Die Mitarbeiter von Kaiser’s Tengelmann hatten zahlreiche Fragen. Zufriedenstellende Antworten bekamen sie nicht.

Die Mitarbeiter von Kaiser’s Tengelmann hatten zahlreiche Fragen. Zufriedenstellende Antworten bekamen sie nicht.

Busch

Die Mitarbeiter von Kaiser’s Tengelmann hatten zahlreiche Fragen. Zufriedenstellende Antworten bekamen sie nicht.

Es gab die großen Zeiten, in denen aus dem Viersener Logistik-Zentrum von Kaiser’s 240 Filialen beliefert wurden. Den Niedergang der Supermarktkette haben viele nicht überstanden. 104 sind es jetzt noch, aber auch die brauchen an diesem Tag über Stunden hinweg keine Ware. Kaiser’s Tengelmann steht in Teilen still und damit auch das Lager. Stattdessen haben sich hunderte Beschäftigte auf dem Gelände an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße versammelt, in der Hoffnung, bei der Betriebsversammlung endlich Greifbares über die Zukunft des Unternehmens zu erfahren. Am Ende gehen sie enttäuscht nach Hause. „Dafür hätte ich nicht kommen müssen“, sagt ein Mann, die Frau neben ihm schimpft: „Dann sollen sie doch wenigstens eine vernünftige Abfindung zahlen.“

Für Anemeüller ist „Untergang von Kaiser’s in Viersen nicht vorstellbar“

Niemand kann ihnen sagen, wie groß die Chancen auf den Erhalt ihrer Jobs und des Standortes sind. Niemand kann ihnen sagen, was heute beim nächsten Gipfeltreffen mit Vertretern der Handelskonzerne Edeka, Rewe und Markant sowie der Gewerkschaft Verdi herauskommt. Stattdessen wiederholen alle den Appell an Rewe und Co, ihre Beschwerde gegen die Ministererlaubnis fallenzulassen, den Weg für die Übernahme durch die Edeka freizumachen. „Darum sind wir heute hier, weil wir um alle 16 000 Jobs kämpfen“, ruft der Betriebsratsvorsitzende Rainer Schroers in die Menge. Doch manche haben den Glauben offenbar verloren. „Wie geht es weiter, wenn Kaiser’s zerschlagen wird?“, fragt einer. Ein anderer würde gern wissen, wie es mit Abfindungen aussieht. Befriedigende Antworten darauf gibt es vorerst nicht.

Den Glauben nicht verloren hat Sabine Anemüller. „Ich appelliere an die gesamtgesellschaftliche Verantwortung der Beteiligten“, sagt die Bürgermeisterin. Sie weiß, dass die Stadt nicht irgendein Standort auf der Landkarte des krisengeschüttelten Unternehmens ist. „Viersen ist doch die Wiege von Kaiser’s“, ruft sie der Belegschaft zu. „Hier gibt es noch zwei große Filialen und die Logistik-Zentrale. Dass das alles auf der Kippe steht, ist für mich schmerzlich. Der Untergang von Kaiser’s in Viersen ist für mich nicht vorstellbar.“

Rund 400 Mitarbeiter sind noch bei Kaiser’s Tengelmann in Viersen beschäftigt. Vor sechs Jahren wurde die Zentrale aus Kostengründen nach Mülheim verlegt. Den Absturz hat das nicht verhindert. Natürlich gäbe es für manche eine Chance, ihren Job zu retten, indem sie an einen anderen Standort wechseln, der vielleicht von irgendeinem Konkurrenten übernommen wird. Aber: „Unser Haus kann ich ja nicht mitnehmen“, sagt Ismail Sezek (41).

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