Nachdem die ersten Gebührenbescheide zugestellt wurden, gab es bereits heftige Reaktionen.

Nachdem die ersten Gebührenbescheide zugestellt wurden, gab es bereits heftige Reaktionen.
Eigentlich kein Grund für Luftsprünge: Bei der Hundesteuer müssen die Anwohner in Nettetal ab diesem Jahr noch einmal deutlich tiefer in die Tasche greifen. Archivfoto : Busch

Eigentlich kein Grund für Luftsprünge: Bei der Hundesteuer müssen die Anwohner in Nettetal ab diesem Jahr noch einmal deutlich tiefer in die Tasche greifen. Archivfoto : Busch

Eigentlich kein Grund für Luftsprünge: Bei der Hundesteuer müssen die Anwohner in Nettetal ab diesem Jahr noch einmal deutlich tiefer in die Tasche greifen. Archivfoto : Busch

Nettetal. Norbert Müller lächelt, er wirkt zufrieden: „Im Wesentlichen beginnt das Jahr 2016 positiv für die Bürger, zumindest in Sachen Gebühren.“ Der Stadtkämmerer muss dieses Mal kaum mit dem Unmut von Nettetalern rechnen, denen sonst zu Jahresbeginn Gebührenbescheide ins Haus flattern, die deutliche Steigerungen gegenüber dem Vorjahr aufweisen. „Natürlich gibt es Ausnahmen“, schränkt er ein und nennt als Beispiel die Abwassergebühr, die 2016 leicht steigt.

Stadtkämmerer stolz auf Entwicklung der Müllgebühren

Müller und seine Mitarbeiter können sich auch deshalb entspannt geben, weil der erste Ärger bereits verraucht ist: „Die Bescheide über die neue Hundesteuer waren kaum raus, da gab es heftige Reaktionen.“ Das sei aber auch der einzige richtige Aufreger, immerhin wurde die Steuer für einen Hund durch Ratsbeschluss um 18 Prozent von 66 auf 78 Euro erhöht.

Ansonsten seien die üblichen Gebühren für die Haushalte wie Straßenreinigung oder Abfallentsorgung unterm Strich sogar günstiger geworden – mit Ausnahme der Abwassergebühren. „Ein Vier-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus zahlt bei einer Grundstückgröße von 500 Quadratmetern und einer Straßenfront von zwölf Metern im Jahr insgesamt 87 Cent weniger“, rechnet Müller vor. Ähnlich sehe es für Mieter bei den anteiligen Kosten in einem Sechsfamilienhaus mit 30 Metern Straßenfront auf einem 1000 Quadratmeter großen Grundstück aus. Cent-Beträge klingen läppisch. Doch im Vergleich zu Erhöhungen in den Vorjahren sei das endlich wieder eine Entlastung für die Bürger. Müller erinnert an das Jahr 2013, als „zwischen zwölf und 30 Euro mehr an Gebühren“ fällig wurden.

Durchaus stolz ist man im Rathaus laut Müller auf die Entwicklung der Müllgebühren: „Durch das Identsystem, bei dem die Zahl der anfallenden Leerungen berechnet wird, und durch eine ordentliche Mülltrennung können Verbraucher deutlich etwas sparen.“

Positiv wirke sich auch aus, dass die oft zugemüllten Papiercontainer abgeschafft sind. Verbraucher interessieren konkrete Kosten. So sinken die Abfuhrgebühren für eine 240 Liter große graue Tonne von knapp 120 Euro im Jahr auf unter 100 Euro. Allerdings seien das Durchschnittswerte: Wer nicht sauber trenne, nachlässig öfter als nötig die Tonnen zur Abfuhr hinausstelle, der zahle mehr. Das „individuelle Nutzerverhalten“ sei entscheidend, unterstreicht Müller.

Gewässergebühren kann die Stadt nicht beeinflussen

Anders sieht’s aus bei den Gewässergebühren. Aus der Kalkulation für die Gebühren geht eine leichte Steigerung hervor. Sie steigen für „Niederschlagswasser“ um drei Cent pro Quadratmeter und für häusliches Abwasser um neun Cent pro Kubikmeter. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern befestigter Fläche und einem Wasserverbrauch von 150 Kubikmetern steigen die Kosten um knapp 18 Euro. Diese Gebühren kann die Stadt, anders als etwa bei der Abfallbeseitigung, nicht beeinflussen. Sie selbst zahlt an die Wasser- und Bodenverbände ihre Beiträge zur Gewässerunterhaltung, die sie dann auf Bürger und Betriebe umlegt.

Bei anderen Gebühren wirken sich in unterschiedlicher Stärke Faktoren wie Personalkosten und Tariferhöhungen aus – oder das Wetter: Müssen in einem milden Winter wie 2015 Straßen weniger gestreut und gereinigt werden, sinken die Gebühren im Folgejahr.

Für die Bürger ist nach Müllers Erfahrungen entscheidend, was sie unterm Strich mehr oder weniger zahlen müssen. „Die Bescheide werden jetzt gedruckt und versandt“, kündigt er an. „In den meisten Fällen wird das Ergebnis für den Bürger positiv sein.“

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