Aktuell gibt es nur 20 Kräfte im Löschzug, vorgesehen sind eigentlich 45. Die Freiwillige Feuerwehr rührt daher die Werbetrommel.

Die Feuerwehr in Nettetal hat zwei Sorgenkinder: Die Löschzüge Breyell und insbesondere Hinsbeck.  Symbol
Die Feuerwehr in Nettetal hat zwei Sorgenkinder: Die Löschzüge Breyell und insbesondere Hinsbeck. Symbol

Die Feuerwehr in Nettetal hat zwei Sorgenkinder: Die Löschzüge Breyell und insbesondere Hinsbeck. Symbol

dpa

Die Feuerwehr in Nettetal hat zwei Sorgenkinder: Die Löschzüge Breyell und insbesondere Hinsbeck. Symbol

Nettetal. Feuerwehr-Chef Leo Thoenissen könnte mit der Stärke der Freiwilligen Feuerwehr in Nettetal zufrieden sein – wären da nicht die Löschzüge Hinsbeck und Breyell. In Hinsbeck klafft eine eklatante Lücke zwischen der Sollstärke von 45 Kräften und den zurzeit 20 Aktiven. Und auch im Löschzug Breyell gibt es zu wenig Personal: Statt der erforderlichen 49 Aktiven fehlen zwölf Retter. „Hinsbeck bereitet mit Kopfzerbrechen“, gibt der Feuerwehr-Chef zu. Zumal das Problem bereits seit zwei Jahren bestehe. Einen einzigen Faktor, der für den Mangel verantwortlich ist, kann Thoenissen nicht ausmachen. So habe es einige Um- und Wegzüge gegeben sowie Versetzungen in die Ehrenabteilung.

Bei Nachwuchskräften ist unklar, ob sie in aktiven Dienst wechseln

In Nettetal gibt es keine Berufsfeuerwehr. Ums Löschen, Bergen und Keller leerpumpen kümmern sich ehrenamtliche Kräfte. Unter den insgesamt 201 Aktiven sind zehn Frauen. Auch in der Jugendfeuerwehr sind Frauen stark vertreten: Von den 37 Jugendlichen sind neun weiblich. „Dass die Feuerwehrkräfte Ehrenamtler sind, ist längst nicht allen Nettetalern bewusst“, so lautet die Erfahrung von Dirk Heussen, Sprecher der Nettetaler Wehr. Viele würden die Männer und Frauen in Dunkelblau für Berufsfeuerwehrleute halten.

Um langfristig genügend Retter zu stellen, sollen in Nettetal unterschiedliche Wege beschritten werden. „Wir haben eine starke Jugendfeuerwehr“, sagt Roland-Peter Brüster-Schmitz, Geschäftsführer der Wehr, zufrieden. Dazu gehören 37 Mitglieder: 14 kommen aus Kaldenkirchen, acht aus Lobberich, sieben aus Hinsbeck, fünf aus Breyell, zwei aus Leuth und einer aus Schaag.

Allerdings: Je nach Alter dauert es, bis sie in den aktiven Dienst wechseln können. Die jüngsten Mitglieder sind erst zwischen zwölf und 13 Jahre alt. „Und dann stellt sich noch die Frage, ob die wirklich wechseln werden“, sagt Leo Thoenissen. In diesem Jahr könnten theoretisch zwei Jugendliche nachrücken, im kommenden Jahr sogar neun. Doch auch diese Nachrücker würden nicht reichen, um den Bedarf in Hinsbeck und Breyell zu decken.

Zum Problem geworden ist zudem die Tagesverfügbarkeit. „Es wird immer schwieriger, zwischen 7 und 17 Uhr die notwendigen Kräfte zu stellen“, sagt der Feuerwehr-Chef. Nur noch in Ausnahmefällen würden die Feuerwehrkräfte vor Ort arbeiten, viele seien in Großstädten oder anderen Kreisen beschäftigt. Was die Verwaltung unternimmt: Bei Besetzungen von neuen Stellen achtet sie auf die Zusatzqualifikation Feuerwehr. „Wenn jemand bei gleicher Qualifikation und gleicher Eignung zudem in der Feuerwehr ist, würden wir diesen in die engere Wahl ziehen“, sagt Roland-Peter Brüster-Schmitz. So seien einige Kollegen aus dem Bauhof aktive Retter.

Feuerwehr-Chef regt weitere Vollzeitstellen für Gerätewarte an

Leo Thoenissen hält es zudem für sinnvoll, wenn die Stundenzahl der Gerätewarte, die in jedem Nettetaler Ortsteil beschäftigt sind, erweitert werden würde. „Bisher ist der Gerätewart nur stundenweise vor Ort. Eine Lösung wären weitere Vollzeitstellen“, sagt der Feuerwehr-Chef.

Neue Impulse erhoffen sich Brüster-Schmitz, Heussen und Thoenissen zudem von der zurzeit landesweiten Werbekampagne: „Wir brennen für den Einsatz. Alles andere können wir löschen.“ „Wir haben die Plakate speziell mit Nettetaler Infos und Kontaktmöglichkeiten ergänzt“, so Brüster-Schmitz. Informationen gibt es auch auf der Homepage der Wehr oder bei Facebook. „Wir werben zudem bei Stadtfesten wie dem Frühlingsfest in Kaldenkirchen für das Engagement“, sagt Dirk Heussen. Allerdings: Es dauert zwei Jahre, bis ein Neuling alle Grundkurse absolviert hat und in den aktiven Dienst einsteigen kann.

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