Die Arbeitsagentur hat die Arbeitslosenzahlen vorgestellt. Die Quote ist im Dezember gesunken. Qualifizierung ist weiterhin ein wichtiges Thema.

Gute Ausbildung und Qualifizierung ist das A und O bei der Suche nach einem Arbeitsplatz.
Gute Ausbildung und Qualifizierung ist das A und O bei der Suche nach einem Arbeitsplatz.

Gute Ausbildung und Qualifizierung ist das A und O bei der Suche nach einem Arbeitsplatz.

dpa

Gute Ausbildung und Qualifizierung ist das A und O bei der Suche nach einem Arbeitsplatz.

Kreis Viersen/Krefeld. Weniger Arbeitslose in Krefeld und im Kreis Viersen als im Vorjahr, eine geringere Arbeitslosenquote und mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – Dirk Strangfeld, Chef der Arbeitsagentur, konnte am Dienstag die beste Jahresbilanz am heimischen Arbeitsmarkt seit Jahren vermelden und sprach von einer positiven Entwicklung. „Selbst im Dezember ist die Arbeitslosigkeit saisonuntypisch gegenüber November 2016 und dem Vorjahr gesunken“, sagte er.

Positive Tendenz bei vielen Personengruppen

Durch den Zugang an sozialversicherungspflichtigen Stellen erreichte der Bestand verfügbarer Stellen mit 13 955 ein Langzeithoch, das um 13,5 Prozent über dem Vorjahr lag. „Die Herausforderung für uns für die kommenden Jahre ist der Abbau der Zahl der Langzeitarbeitslosen“, betonte Strangfeld. Auch wenn die Zahl um rund 400 auf 9931 zurückgegangen sei, sei diese Aufgabe besonders schwierig.

Eine positive Tendenz zeige sich bei allen besonderen Personengruppen. So ist auch die Arbeitslosigkeit von Menschen über 55 Jahre (4795) und von Schwerbehinderten (1680) rückläufig. Die Zahl der unter 25-Jährigen sei mit 1664 fast gleich geblieben, bedingt durch die hohe Zahl an jungen Flüchtlingen.

Die Situation von arbeitsuchenden Flüchtlingen wird am Beispiel des Agenturbezirks im Dezember 2016 deutlich. Mehr als 32 000 deutschen Arbeitsuchenden und Arbeitslosen (82 Prozent) stehen rund 4000 Ausländer ohne (10) und 3000 mit Fluchtmigration (8) gegenüber. Laut Strangfeld sind viele Unternehmen bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. „Zumeist sind das Stellen als Helfer in gering qualifizierten Bereichen“, berichtet Hartmut Schmitz von der Unternehmerschaft Niederrhein als Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Agentur. Zunächst müssten die Flüchtlinge ausreichend Deutsch lernen, erst dann könne die innerbetriebliche Qualifizierung erfolgen.

Dies zeige, wie wichtig Ausbildung und Qualifizierung seien, sagt Strangfeld und fasst das in Zahlen: Fast die Hälfte der Arbeitssuchenden haben nur Helferniveau und stehen im Wettbewerb um 24 Prozent offene Stellen. Hier konkurrieren auch Deutsche und Flüchtlinge miteinander. Umgekehrt verhält es sich bei den Fachkräften. Davon seien knapp 38 Prozent arbeitslos. Ihnen stehen zwar 63 Prozent der Stellen offen, sie haben allerdings nicht die gesuchte Qualifizierung.

Viele Fachkräfte in den nächsten zehn bis 25 Jahren in Rente

Die Arbeitslosenquote im Dezember 2016 liegt unter Vormonat und Vorjahr. Aktuell sind rund 22 500 Menschen in Krefeld und im Kreis Viersen ohne Arbeit (546 weniger als im Dezember 2015). Die Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent im Agenturbezirk verteilt sich mit 10,2 auf Krefeld und 6,5 auf den Kreis Viersen.

In Krefeld gibt es 12 054 Arbeitslose (Quote 10,2 Prozent). In der Geschäftsstelle Kempen (Kempen, Grefrath, Tönisvorst) waren im Dezember 2180 Menschen arbeitslos gemeldet (5,1 Prozent). Die Geschäftsstelle Viersen (Viersen, Willich, Niederkrüchten, Schwalmtal) verzeichnete 6054 Arbeitslose (7 Prozent) und die Geschäftsstelle Nettetal (Nettetal, Brüggen) 2160 (6,9 Prozent).

Schwer zu schaffen macht dem Agenturchef die demografische Entwicklung. Im Bezirk gehe ein Drittel der Beschäftigten in den nächsten zehn bis 25 Jahren in Rente. Gut die Hälfte dieser 60 000 Beschäftigten gehört zum Kreis der Fachkräfte. „Viele Unternehmer sind beim Thema Fachkräfte zu spät aufgewacht“, klagt Schmitz. Immerhin wollten 87 Prozent der Unternehmer die Ausbildung beibehalten. Allerdings werde kaum noch wie früher über Bedarf ausgebildet, bedauert Strangfeld. Eine weitere Herausforderung sei die Digitalisierung, auf die die Arbeitssuchenden vorbereitet werden müssen. „Das fängt bei unseren Mitarbeitern an“, sieht er auch Eigenbedarf.

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