Das Ambiente des Niederrheinischen Freilichtmuseums und Musikdarbietungen an vielen unterschiedlichen Orten schufen eine wunderbare Sommer-Nacht der Sinne. Fotos (2): Friedhelm Reimann
Das Ambiente des Niederrheinischen Freilichtmuseums und Musikdarbietungen an vielen unterschiedlichen Orten schufen eine wunderbare Sommer-Nacht der Sinne. Fotos (2): Friedhelm Reimann

Das Ambiente des Niederrheinischen Freilichtmuseums und Musikdarbietungen an vielen unterschiedlichen Orten schufen eine wunderbare Sommer-Nacht der Sinne. Fotos (2): Friedhelm Reimann

Herantreten und ausprobieren: Vor der Dorenburg Instrumente unter freiem Himmel erkennen und erklingen lassen.

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Das Ambiente des Niederrheinischen Freilichtmuseums und Musikdarbietungen an vielen unterschiedlichen Orten schufen eine wunderbare Sommer-Nacht der Sinne. Fotos (2): Friedhelm Reimann

Grefrath. Die „Nacht der Sinne“ – Untertitel „Lebensfreude“ – war eine Idee von Dreien: von Ralf Holtschneider, dem Leiter der Kreismusikschule Viersen, von Kreis-Kulturdezernent Ingo Schabrich und schließlich von der Leiterin des Niederrheinischen Freilichtmuseums, Anke Wielebski. Dass die Premiere des Dreiklangs aus Musik, Schauspiel und Genuss ein Erfolg werden würde, stand nach spätestens einer knappen Stunde fest, als der 1000. Besucher gezählt wurde.

Marsch zur Klangwiese, die wie ein Skulpturenpark wirkte

Was ist eine Marimbula, was eine Tamborina? Wer bei der „Nacht der Sinne“ im Freilichtmuseum am Samstagabend dabei war, kann diese Fragen locker beantworten. Die Besucher marschierten direkt auf die „Klangwiese“ zu, die auf den ersten Blick wie ein bizarrer Skulpturenpark wirkte.

Ziemlich vorlaut: Die riesige tellerförmige mit Kuhfell bespannte Trommel war schon von weitem zu hören. Jeder Besucher, egal, ob Kinder oder Erwachsene, durften sie bearbeiten. „Dieses Instrument wird auch für die Sprachtherapie genutzt“, erklärte Musiklehrerin Valerie Dirks.

Ihr Kollege Jochen Clüsserath stellte die Marimbula vor, den Ur-Bass der Karibik. Fast karibisch war auch das Wetter an einem Abend, der alle Sinne ansprach.

Es ging sehr entspannt zu, man durfte nur nicht den Ehrgeiz haben, alles zu sehen, zu hören und zu schmecken.

Im 20-Minuten-Takt gab es an sechs unterschiedlichen Orten ein musikalisches Programm, und das war längst noch nicht alles: Kinder konnten das Spielzeugmuseum mit einer Taschenlampe erkunden, während ihre Eltern sich ein Glas Wein gönnten.

Vor dem Tante-Emma-Laden ließ die Kölner Kabarettistin Sia Korthaus (49) die 1960er Jahre lebendig werden. Unter anderem beschrieb sie die mühsame Familienreise mit dem Käfer nach Italien – eine Tour voller verbaler Missverständnisse.

Vor der Schmiede waren Jazz und Crossover zu hören

Die Gänse schnatterten respektlos dazwischen, als Splash Percussion NRW vor der Schmiede Jazz und Crossover „servierten“ und später die Ausrüstungsgegenstände der Schmiede als Klangkörper zweckentfremdeten. Michael Poos, Schmied aus Viersen, fertigte vor den Augen der Besucher Zierrat, wie er beispielsweise an barocken Portalen vorkommt.

In der Dorenburg sorgte der Düsseldorfer Verein „Jardin des Epoques“ für neugierige Blicke wegen der prachtvollen Rokoko-Kostüme. Die Gruppe um Peter Sendtko dinierte stilvoll wie zur Zeit des Rokoko und ließ sich dabei vom „gewöhnlichen Volk“ über die Schulter schauen.

Wachtmeister Bruno Schmitz sorgte für Ordnung und Heiterkeit

Im Innenhof, wo Landrat Andreas Coenen die Begrüßungsrede hielt, begeisterte unter anderem das Ensemble „Viva la Musica“.

Bruno Schmitz sorgte als Wachtmeister für Ordnung und vor allem für Heiterkeit. Er probierte sogar die Tamborina aus, einen Klangkörper, den sich die Besucher auf den Bauch legten und der dann von jemand anderem zum Klingen gebracht wurde. Eine ganz neue Dimension eines „Bauchgefühls“.

„Das Konzept ist aufgegangen“, freute sich Ralf Holtschneider. Man kann es auch so ausdrücken: Es war ein ganz besonderer Sommerabend. Ein wunderschöner.

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