Es läuft nicht gut im größten Saal der Niersgemeinde. Pächterin Nina Sanders will aus dem Vertrag aussteigen. Aber entschieden ist bisher noch nichts.

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Der Frust ist groß: Nach Absage der Silvester-Party wurde die Scheibe neben der Eingangstür der Albert-Mooren-Halle eingetreten.

Der Frust ist groß: Nach Absage der Silvester-Party wurde die Scheibe neben der Eingangstür der Albert-Mooren-Halle eingetreten.

Kurt Lübke

Der Frust ist groß: Nach Absage der Silvester-Party wurde die Scheibe neben der Eingangstür der Albert-Mooren-Halle eingetreten.

Oedt. Steht in der Albert-Mooren-Halle erneut ein Pächterwechsel an? Dieser Eindruck drängt sich auf, schließlich hat Betreiber Amir Sanders (47) am Dienstagabend den Kegelklub von Ex-Bürgermeister Dieter Dohmessen informiert, dass Ende Januar für ihn Schluss sei.

„Der Vertrag ist bisher nicht gekündigt.“

Thomas Bolte, Geschäftsführer Sport- und Freizeit gGmbH

Das sieht der Vertragspartner anders. „Es gibt einen Brief des Rechtsanwalts von Nina Sanders (Ehefrau von Amir Sanders, Anm. der Red.), dass sie aus dem Pachtvertrag aussteigen will. Aber er ist bisher nicht gekündigt und hat deshalb nach wie vor Gültigkeit“, sagte Thomas Bolte am Mittwoch im Gespräch mit der WZ. Er ist als Geschäftsführer der Sport- und Freizeit gGmbh für die Verwaltung der Halle zuständig. Besitzer ist die Gemeinde.

Seit Ende der „Ära Beer“ gab es mehrere Pächterwechsel

Dass es in Grefraths größtem Saal (450 Sitzplätze) mit Restaurant, Versammlungsräumen, Kegelbahnen und Schießständen nicht rund läuft, ist kein Geheimnis. Für die Silvester-Party hatte Sanders nur 22 Anmeldungen – und sagte den schwungvollen Jahreswechsel ab. Was wohl für Unmut gesorgt hat: Die Scheibe neben der Eingangstür wurde eingetreten.

Die Zeiten, als Veranstaltungen auch von überregionaler Bedeutung mehrmals im Monat für Hochbetrieb in dem am 22. Januar 1978 eingeweihten Gebäude sorgten, sind längst vorbei. Am längsten dauerte die „Ära Beer“ mit Mutter Helga sowie den Söhnen Peter und Thomas. Sie waren 15 Jahre, bis Ende November 2001, in der Mooren-Halle. Seitdem gab es mehrere Pächterwechsel.

Im Herbst 2009 hat Nina Sanders einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieben, den Betrieb leitet ihr Mann Amir. Zuvor, ab Sommer 2005, war Peter Stech in der Mooren-Halle aktiv – und hatte ebenfalls vorzeitig das Handtuch geworfen.

Nächste Woche soll über künftige Nutzung gesprochen werden

Die Albert-Mooren-Halle, Niedertor 8, wurde am 22. Januar 1978 eröffnet.

 

Zu dem Gebäude gehören unter anderem Grefraths größter Veranstaltungssaal mit 450 Sitzplätzen, das Restaurant Haus Niedertor, verschiedene Versammlungsräume, Kegelbahnen und Schießstände.


Albert Mooren (1828-1899) gilt als einer der berühmtesten Söhne Oedts. Er war Augenarzt, Geheimer Medizinalrat und Direktor der städtischen Augenklinik Düsseldorf.

Und wie sieht es momentan aus, wird ein Nachfolger für Sanders gesucht? „Wir gucken uns vorsichtshalber um. Und es gibt immer wieder Leute, die sich die Albert-Mooren-Halle anschauen“, sagt Bolte. Das sei auch kurz vor Weihnachten wieder einmal der Fall gewesen.

„Derzeit ist alles offen“, fasste Thomas Bolte am Mittwoch die Lage zur Albert-Mooren-Halle zusammen. In der nächsten Woche, wenn Bürgermeister Manfred Lommetz aus dem Urlaub zurück ist, soll es ein Gespräch mit Politikern und Verwaltung zur Zukunft des Gebäudes am Niedertor geben.

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