Nach der Absage des Kinderkarnevalszugs in Vinkrath amüsierten sich die Narren trotzdem. Der Zug soll nun am Samstag ziehen.

Kinderprinz Niklas II. war enttäuscht, dass der Zug abgesagt wurde. Aber in der Maschinenhalle von Optendrenk hat er schnell wieder gute Laune bekommen.
Kinderprinz Niklas II. war enttäuscht, dass der Zug abgesagt wurde. Aber in der Maschinenhalle von Optendrenk hat er schnell wieder gute Laune bekommen.

Kinderprinz Niklas II. war enttäuscht, dass der Zug abgesagt wurde. Aber in der Maschinenhalle von Optendrenk hat er schnell wieder gute Laune bekommen.

Im Buschbäckerhof in Vinkrath ging es gestern hoch her.

Kein Zug – kein Problem: Die Jecken fanden andere Orte zum Närrisch sein. Wie hier in der Maschinenhalle von Gregor Optendrenk.

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Kinderprinz Niklas II. war enttäuscht, dass der Zug abgesagt wurde. Aber in der Maschinenhalle von Optendrenk hat er schnell wieder gute Laune bekommen.

Vinkrath/Grefrath. „Schade für die Kinder, für uns natürlich auch“, sagten am Rosenmontag Martina Saulus und Herbert Jansen, die seit 32 Jahren ein Paar sind. Die Zwei standen an der Stadionstraße, wollten eigentlich den Kinderkarnevalszug sehen. Der fiel leider ins Wasser beziehungsweise den Sturmwarnungen zum Opfer. „Gegen 9.45 Uhr fiel in Absprache mit dem Ordnungsamt unsere Entscheidung“, sagte gestern André Wefers vom Vinkrather Kinderkarnevalsverein. Per Telefon war dabei der sich in Urlaub befindende Bürgermeister Manfred Lommetz zugeschaltet. Entscheidend für die Absage war wohl, dass Kempen ebenfalls den Lindwurm nicht ziehen ließ. Neuer Termin: Samstag ab 11.11 Uhr.

An einigen Orten in der Gemeinde Grefrath blieben enttäuschte Jecken zurück, zumal gegen 11.11 Uhr, als sich eigentlich der Zug in Bewegung setzen sollte, die Sonne rauskam und die angekündigten Stürme zu dem Zeitpunkt wohl irgendwo anders wehten. Vor allem auf dem großen Parkplatz neben dem Eisstadion diskutierten zahlreiche Gruppen, die dort schon früh mit ihren Disco- und Motivwagen standen, was man stattdessen jetzt unternehmen könne. „Wir gehen nachher in den Seerosensaal nach Lobberich und lassen es dort so richtig knacken“, meinte Christoph Hammes, der bei der Panzerknacker-Bande der katholischen Landjugend-Bewegung (KLJB) Boisheim die Nummer 333-666 hatte.

Außerdem standen dort in ihren gelben Kostümen Mario Hörnig mit seinen mehr als 30 Minions. Zu den kleinen Gesellen eines Grefrather Freundeskreises gehörte unter anderem Katja Pires. Sie hatte gerade per Handy ihren Vater, Jupp Nilges (Chef des GKK), zu einer Keller-Party bei ihm überredet. Andere Gruppen trafen sich zu einer kleinen spontanen Party in der Maschinenhalle von Gregor Optendrenk am Heitzerend.

Darunter war das Vinkra–ther Prinzenpaar Niklas II. (Theis) und Emily I. (Optendrenk). Sie waren natürlich ebenfalls enttäuscht, können das Kamellewerfen wie die anderen Gruppen auch, aber nachholen: Denn trotz Fastenzeit und entsprechender Enthaltsamkeit legte gleich André Wefers die Ausnahme beziehungsweise den Ausweichtermin für den Kinderkarnevalszug fest: diesen Samstag wieder ab 11.11 Uhr. Wefers dazu: „Fast alle Gruppen machen wieder mit, und wir öffnen dann zur After-Show-Party unser Festzelt am Rütersend.“ Gestern blieb das Zelt aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Die Meinungen zur Absage waren auch beim Robin-Hood-Ensemble der KLJB Grefrath, die sich eigentlich im Land der Elfen mal so richtig austoben wollten, zweigeteilt. „Totaler Quatsch, den Zug nicht ziehen zu lassen“, meinte einer von ihnen. Eine andere, Kathrin Schoenmakers: „Schade, blöd gelaufen, aber die Sicherheit der Kinder geht natürlich vor.“ Auch bei den Krümelmonstern gab es Verständnis und Kopfschütteln, zumal einige „Monster“ am Samstag wohl nicht mitziehen können. Gerade einen kleinen Umzug hatten gerade vom Bööscher Westend mehr als 40 Pinguine schon hinter sich. Sie steuerten ebenfalls erst einmal die Nähe des Eisstadions an.

Mitten in Grefrath sah man eine Gruppe edel gekleideter Jecken in schwarzen Kostümen und mit weißen Perücken. Der Freundeskreis „Je oller, je doller“ mit Monika Anstötz steuerte froh gelaunt und zielsicher die Gaststätte „Zum Fürsten Blücher“ am Markt an. Der Wirt hatte schnell reagiert. Und wenige Minuten, nachdem er vom Ausfall des Rosenmontagszuges erfahren hatte, zu einer „Zugausfallparty“ eingeladen. „Wir suchen jetzt erst einmal eine Kneipe, in der wir endlich was trinken können“, meinte im Pulk der Polizei-Akademie Johannes Funken von der KLJB Breyell-Schaag.

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