Zwei Flüchtlingsteams aus Kempen und Mülhausen wurden gesperrt.

Eine Szene aus dem Kick „FC 4sen“ gegen „Dynamo Dosenbier“.
Eine Szene aus dem Kick „FC 4sen“ gegen „Dynamo Dosenbier“.

Eine Szene aus dem Kick „FC 4sen“ gegen „Dynamo Dosenbier“.

Lübke

Eine Szene aus dem Kick „FC 4sen“ gegen „Dynamo Dosenbier“.

Grefrath. Hinterher lief alles glatt. Egal, ob deutsche oder ausländische Hobbykicker: Sie spielten größtenteils fair und wurden von den Fangruppen auf der Tribüne lautstark unterstützt. Die Mobile Jugendarbeit der Gemeinde Grefrath, mit Tatjana Splinter und Leon Küsters an der Spitze, hatte zum 11. „Soccer-Cup at Midnight“ gebeten. Zwei Stunden nach Mitternacht hielt freudestrahlend Armin Hasan vom Kempener Team „Makanas“ den Siegerpokal in die Höhe. Gutes Ende eines Abends, der sehr unschön begonnen hatte.

Gleich zu Beginn ging auf dem Parkett in der Halle an der Bruckhauser Straße die Post ab. Während der Begegnung „United Nations“ gegen „Antoniushaus 2“ flogen die Fäuste. Zwei Flüchtlings-Teams, eines aus Kempen, ein anderes aus dem Antoniushaus in Mülhausen, mit den unterschiedlichsten Nationalitäten, bekamen sich auf dem Spielfeld dermaßen in die Wolle, dass die Streithähne auf beiden Seiten nur mühsam von den Organisatoren und anderen Ehrenamtlern getrennt werden konnten. Zu größeren Verletzungen wie Brüchen kam es dem Anschein und aufgrund des schnellen Eingreifens nicht. Dennoch blieben bei einigen Spielern blaue Flecken oder Prellungen zurück. Es wurde sofort die Polizei gerufen, die mit sechs Beamten zu Hilfe kam, Zeugen befragte und die Personalien aufnahm.

Beide Teams wurden disqualifiziert und aus der Halle verwiesen. „Natürlich hatten wir etwas Angst, als das hier eskalierte, aber man hat uns glücklicherweise in Ruhe gelassen“, sagten junge Fußballerinnen, die sonst bei der U 17 bei Thomasstadt Kempen spielen und die als einzige Mädchenmannschaft als die „taffen Giraffen“ antraten. Sarah, Jule, Lena, Paulina und Torfrau Lisa spielten gut mit.

Zehn Teams blieben nach dem Ausschluss übrig. Mit drei Teams waren anfangs die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge aus dem Antoniushaus vertreten. Eine Auswahl schaffte es bis ins Finale, unterlag dann 0:2 gegen „Makanas“.

Das Spiel um den dritten Platz entschieden die „Bambinos“ mit 3:0 gegen „Flowers City“ für sich. Keine Chance, sich ganz oben zu platzieren, hatten unter anderem „Dynamo Dosenbier“, „Die Liebe Deutschland“, das DRK-Jugendhaus oder der Freundeskreis „Da machse nichts. . .“ Nach dem Vorfall stand das Fairplay wieder an der ersten Stelle. Und das Motto: „Love Football - Hate Racism“. Die Referees Leon Küsters und Peter Schlößer brauchten nicht mehr einzugreifen. schö

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