Seit gestern läuft der Weihnachtsmarkt auf dem Gelände des Grefrather Freilichtmuseums. Ein Besuch lohnt sich.

Seit gestern läuft der Weihnachtsmarkt auf dem Gelände des Grefrather Freilichtmuseums. Ein Besuch lohnt sich.
An etwa 100 Ständen können die Besucher des Marktes im Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath weihnachtlich einkaufen.

An etwa 100 Ständen können die Besucher des Marktes im Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath weihnachtlich einkaufen.

In der Dorenburg-Schmiede kann man sich von historischer Handwerkskunst überzeugen.

Kurt Lübke, Bild 1 von 2

An etwa 100 Ständen können die Besucher des Marktes im Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath weihnachtlich einkaufen.

Grefrath. Weihnachtsmärkte gibt es viele. Der im Niederrheinischen Freilichtmuseum heißt „Romantischer Weihnachtsmarkt“. Das ist ein Versprechen, klingt nach heimeliger Atmosphäre, nach Lichtern, Lebkuchen und leuchtenden Kinderaugen und nicht nach Borussia-Bettwäsche und billigen Geldbörsen aus China. Der Markt wurde gestern Mittag geöffnet und war auf Anhieb gut besucht. Mit Einbruch der Dunkelheit bildete sich schon eine Schlange an der Kasse. Besucher, die diesen Weihnachtsmarkt kennen, wissen: Er darf das Prädikat „romantisch“ zu Recht tragen.

Kinder, die mit ihren Eltern kamen, konnten es kaum erwarten, rannten auf das Gelände wie junge verspielte Hunde, die man von der Leine gelassen hatte. Sie ahnten wohl, dass es viel zu entdecken gibt. Sandra Kluge aus dem Westerwald wartete im mittelalterlichen Gewand auf Kinder. Ihre Rolle: die Wunschzettelfee Nimue. Die kleinen Weihnachtsmarktbesucher konnten Nimue ihre Wunschzettel anvertrauen, die sie mit Mondstaub bestreute. „Die Wunschzettel fangen nachts an zu leuchten“, lautete ihr Versprechen.

Das Epizentrum des Lichts war aber das Gelände rund um die Dorenburg: Beim feurigen „Cirque de Noel“ rund um das alte Wasserschloss spiegelten sich die Flammen im Wasser wider – ein tolles Spektakel, das die Besucher magisch anzog.

Kunstvolles Porzellan und nobel beschriftete Grußkarten

In der Dorenburg wurde deutlich, dass Organisatorin Anke Peters nicht zu viel versprochen hat in Bezug auf das hohe Niveau der Marktbeschicker. Zwei Beispiele machen dies deutlich: Jana Wendt von der Loreley hatte in der Porzellanmanufaktur Meißen gelernt. Bereits zum zweiten Mal bietet sie jetzt kunstvoll bemaltes Porzellan wie Weihnachtskugeln mit weihnachtlichen Szenerien in Grefrath. Gleich neben ihr ist Katharina Ostenda aus Meerbusch mit ihrem Stand vertreten. Äußerst nobel und individuell: Ihre Grußkarten, per Hand beschriftet und mit einem Weihnachtsmotiv mittels einer alten Holzform geprägt.

Ein besonderer Reiz des Grefrather Weihnachtsmarktes: Die historischen Gebäude werden mit eingebunden. Elisabeth Labus aus Kerpen bietet ihren Bernstein-Schmuck in der guten Stube eines Bauernhauses an, in der früher Gottesdienste stattfanden. „Die ältesten Balken sind hier von 1655“, wusste ein Besucher zu berichten.

Beim Mäuseroulette muss man einfach nur Glück haben

Draußen roch es nach Glögg. Das ist heller, schwedischer Glühwein. Mit verbundenen Augen würde man den Stand von Käsemeister Halbach erkennen – am strengen Geruch. Johnny Bügel aus dem gleichnamigen Zirkusgeschlecht machte keine Kunststücke, er verkaufte sie: Sein Werkzeug sieht täuschend echt aus, ist aber aus Schokolade – und fand bereits gestern reißenden Absatz, während Quirin, der Gaukler – dahinter verbirgt sich Thomas Quirmbach – auf Helden wartete. Helden, die bereit sind, einen Drachen zu töten.

Besucher mit einem Hang zum Glücksspiel wurden ebenfalls nostalgisch-stilvoll bedient: Marie, optisch dem Mittelalter zuzuordnen, lud ein zum Mäuseroulette. Der Einsatz: zwei Euro. Die Spielregeln: „Ich setze eine Maus in die Mitte. Es gewinnt derjenige, der die zwei Euro auf die Box gesetzt hat, in der die Maus verschwindet.“

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