Soll die Gemeinde das ehemalige Entwicklungszentrum von Johnson Controls kaufen? Darüber wurde im Hauptausschuss zwar diskutiert, aber nicht abgestimmt.

Grefrath. Das Thema Rathaus im Johnson-Gebäude stand auf der Tagesordnung im nicht-öffentlichen Teil des Haupt- und Finanzausschusses. Aber dann wurde am Dienstagabend doch im öffentlichen Teil darüber diskutiert. Doch eine Entscheidung fiel nicht – denn die CDU hatte Beratungsbedarf angemeldet. Und dann ist es guter Brauch, ohne Abstimmung zu vertagen.

Kauf, Umbau und Umzug sollen 2,4 Millionen Euro kosten

Über ein neues Rathaus solle man schon öffentlich diskutieren, meinte Hans-Joachim Monhof (SPD). Allerdings seien Verträge, Grundstücks- und Personalangelegenheiten nicht-öffentlich zu behandeln. Zustimmung gab es für den Monhof-Vorschlag, bis zum Ende des Jahres eine Entscheidung zum Rathaus zu fällen. Wilma Hübecker (CDU) plädierte dafür, dass „in der letzten Ratssitzung des Jahres“ entschieden werden soll. Das wäre am 17. Dezember.

Dabei geht es im Kern darum, ob die Gemeinde das ehemalige Entwicklungszentrum von Johnson Controls am Bronkhorster Weg kaufen und zum Rathaus umbauen soll. Dies soll insgesamt 2,4 Millionen Euro kosten. Alternativ könnte das derzeitige Rathaus in Grefrath saniert und um einen Anbau erweitert werden, um das Rathaus in Oedt verkaufen zu können. Das soll unterm Strich 2,8 Millionen Euro kosten.

„Die meisten müssten eigentlich nicht durch den Ortskern fahren.“

Dirk Drießen und Andreas Sonntag (Grüne) nach einer Verkehrszählung auf der Hohe Straße in Grefrath

Um ganz andere Summen ging es bei einem anderen Tagesordnungspunkt. 15 000 Euro für Planungs- und 50 000 Euro für Baukosten sollen in den Etat der Gemeinde für 2013, um das Verkehrskonzept mit Blick auf die Bedürfnisse von Radfahrern auf Vordermann zu bringen. Das jedenfalls hatten die Grünen beantragt. Doch daraus wird nichts. CDU, SPD und FDP lehnten den Antrag ab – auch aus Kostengründen.

Die grünen Ratsherren Dirk Drießen und Andreas Sonntag berichteten von einer eigenen Verkehrszählung. Ihr Fazit zur Hohe Straße: „Die meisten fahren durch und müssten eigentlich nicht durch den Ortskern fahren.“ Ferner würde zu schnell gefahren. Zudem solle mehr für die Sicherheit der Radfahrer getan werden.

Über das Verkehrskonzept wird nun in einem Arbeitskreis geredet

Dann folgte eine Grundsatz-Debatte, bei der es ausschließlich um Grefrath ging. Monhof plädierte für eine Entlastung der Dunkerhofstraße, die inzwischen zum Nadelöhr geworden sei. Deshalb regte er ein einseitiges Parkverbot an. Horst Lübke (FDP) sprach sich mit Nachdruck für die Einführung einer Einbahnstraße auf der Hohe Straße aus. Davor warnten eindringlich Kirsten Peters (CDU) und Bauamtsleiter Michael Räppel. Sogar eine komplette Sperrung der Hohe Straße wurde vorgeschlagen.

Der rettende Vorschlag kam schließlich von Roland Angenvoort (SPD). Man solle doch das Thema einmal grundsätzlich im Arbeitskreis Verkehr behandeln, der stets nichtöffentlich zu tagen pflegt. Dem stimmten alle zu.

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