Die Grünen kritisieren fehlende ökologische Vorgaben fürs Neubaugebiet Grasheider Straße.

PLANUNGSAUSSCHUSS
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Mülhausen. Passivhäuser in Nettetal, Blockheizkraftwerk in Kempen – und in Grefrath? „Wir vermissen die ökologische Ausrichtung beim Bebauungsplan Grasheider Straße“, bemängelte Dirk Drießen (Grüne) im Planungs- und Umweltausschuss, der am Dienstagabend im Rathaus Oedt tagte.

Doch die Verwaltung tat sich schwer mit klimafreundlichen, weil energiesparsamen Vorhaben für das Gebiet in Mülhausen.

„Das ist ein 08/15- Bebauungsplan, nicht zukunftsfähig.“

Dirk Drießen (Grüne)

„Das ist ein 08/15-Bebauungsplan, nicht zukunftsfähig“, kritisierte Drießen die Verwaltung und den beauftragten Kölner Stadtplaner Robert Strauß. Der Grüne verwies auf ähnliche, aber klimafreundliche Projekte in Nettetal und Kempen.

„Wir wollen schnell vermarkten, individuelles Bauen ermöglichen, Bauherren nicht einengen.“

Robert Strauß, Stadtplaner

Strauß konterte: „Wir wollen schnell vermarkten, individuelles Bauen ermöglichen, Bauherren nicht einengen.“ Zudem liege „die Planungshoheit bei der Gemeinde“, die habe „keine ökologischen Vorgaben gemacht“. Im Gegenteil: Die Verwaltung war dem Vorschlag der Gemeindewerke für eine sparsame Nahwärmeversorgung im Beschlussvorschlag „nicht gefolgt“.

Das Neubaugebiet vom Blockheizkraftwerk des benachbarten Klosters „Unserer Lieben Frau“ mitzuversorgen, hatten die Gemeindewerke angeregt. Geschäftsführer Erik Ix: „Sollte sich der Ausschuss dafür erwärmen, wären die Gemeindewerke dabei.“

In Mülhausen soll hinter dem Altenheim des Klosters der Schwestern „Unserer Lieben Frau“ eine neue Wohnsiedlung östlich der Grasheider Straße entstehen. Die Schwestern-Kongregation will mit dem Grundstücksverkauf das Stiftungsvermögen ihres Gymnasiums Liebfrauenschule aufstocken.

Der „Bebauungsplan Grasheider Straße“ sieht die Errichtung von 33 meist freistehenden Einfamilienhäusern vor. Das großteils von Hecken und Büschen umgebene Areal soll durch eine innere Ringstraße mit Stellplätzen erschlossen werden.

Der Planungs- und Umweltausschuss beschloss entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen, der Entwurf des Bebauungsplans sei „öffentlich auszulegen“. Sollten keine Einwände gegen das Projekt geltend gemacht werden, kann eine Satzung über die genauen Vorgaben beschlossen werden.

Bauamtsleiter Michael Räppel scherzte, durch die geplante Regenwasser-Umleitung sei das Bauvorhaben „ja bereits ein bisschen ökologisch“. Vorher schon gab sich Räppel zurückhaltend beim Thema Klimaschutz: Eine mögliche Teilnahme am europäischen Klimaschutzprogramm (EEA) habe die Verwaltung „nicht weiter beraten“, erklärte er auf Nachfrage von Manfred Wolfers junior (CDU).

Grefrath beteilige sich zunächst am Klimaschutzkonzept des Kreises Viersen. Räppel: „Unglücklicherweise ist das bei mir gelandet.“

Dabei stellten Räppel und Strauß klar: Ökologische Vorgaben fürs Projekt Grasheide könnten später in der Satzung festgelegt werden, zunächst stehe die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans an. Die beschloss der Ausschuss einstimmig. Dabei wurde auch die Anregung einer Nahwärmeversorgung „zur Kenntnis genommen“.

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