Wie lebten die Menschen in früheren Zeiten? Das konnte man beim Mittelaltermarkt auf dem Gelände der Dorenburg erleben.

Schwer zu tragen hatten die Ritter an ihrer Rüstung. Das wurde beim Mittelaltermarkt in Grefrath deutlich.
Schwer zu tragen hatten die Ritter an ihrer Rüstung. Das wurde beim Mittelaltermarkt in Grefrath deutlich.

Schwer zu tragen hatten die Ritter an ihrer Rüstung. Das wurde beim Mittelaltermarkt in Grefrath deutlich.

Bärbel Wellmann aus Xanten näht Perlen auf beim Mittelalterfest.

Lübke, Bild 1 von 2

Schwer zu tragen hatten die Ritter an ihrer Rüstung. Das wurde beim Mittelaltermarkt in Grefrath deutlich.

Grefrath. Auch unsere Vorfahren hatten schon Alarmanlagen. Im Fall der Freien Ritterschaft Niederrhein aus Kamp-Lintfort hat diese sogar einen Namen: Ayla, ein sieben Jahre alter Labrador, bellt laut, beißt aber nicht. „Das ist unser Wachhund“, sagte der vorsitzende Ritter Andreas Pella.

Die Gewandung der Ritter und Knappen ist stilecht

Seine Ritterschaft war eine von fünf mittelalterlichen Schausteller-Gruppen, die am Wochenende das Niederrheinische Freilichtmuseum in Grefrath belagerten. Zahlreiche Besucher wollten rund um die Dorenburg sehen, wie’s damals war bei den Rittersleut´. „Diesen Einblick geben wir den Gästen, es ist sozusagen Geschichte zum Anfassen“, sagte Pella, der am lagereigenen Waffenstand Kindern wie Nina (6) erklärte, was ein echter Ritter auf dem Kopf trug: „Dieser Helm ist eine Beckenhaube, und das Visier heißt wegen seiner Form ,Affenschnauze’.“

Die Geschichte der Ritterschaft Niederrhein begann mit einem Ritterschlag von Heide von Hohenzollern. Auf seine offizielle Ernennung hin bildete der Ur-Ritter seine Knappen aus – heute hat die Gruppe 40 Mitglieder. Die Gewandung war stilecht, überm Feuer köchelte das Gulasch. Wer niederen Standes ist, verrichtete niedere und mehr Arbeit. So wie Nicole Kuhlee (31), die gerade mit Seide einen Almosenbeutel bestickte und als Probemitglied erst eine Soldatin ist.

Der Frühmittelalter-Verein Origo Occident aus Kempen ging aus geschichtlich interessierten Freunden hervor, die beim Besuch des Linner Flachsmarktes auf diese Idee kamen. „Ich wollte unbedingt eine Zeit haben, in der Frauen etwas zu sagen hatten“, sagt die resolute Claudia Wamers. Die Wahl fiel aufs Frühmittelalter, als Frauen in Haus und Garten aktiv waren und auch mal Einbrecher vertreiben durften. „Die Kinder siehst Du bei diesen Lagern erst mal nicht mehr“, erzählte Wamers. Zu spannend sei die Zeitreise für die junge Generation.

Die Spitzen der Brandpfeile wurden mit Holzkohle gefüllt

Schwere Zeiten hatten Ritter im frühen 15. Jahrhundert, als sie 35 Kilogramm schwere Vollplattenrüstungen trugen. Der Schmied der Freya Saol fertigte Schwerter, und nebenan lagerte Bogenschütze Helge Strack. Er zeigte eine Auswahl an Kriegs- und Hornspitzen sowie Brandpfeile: „Die Spitze wurde mit Holzkohle gefüllt“, erklärte er. „Ganz schön beeindruckend“ fanden das die Freunde Lukas und Holger (beide 8). Ihnen gefiel die Zeitreise ins Mittelalter.

Als die Bergischen Lehnsritter beim Mairitt 2011 in Grefrath gastierten, wurde die Idee zum eigenständigen Mittelalterlager an selber Stelle geboren.

 

Zum Programm gehörten Wahrsagerin, Schmied, Gaukler und rund 30 Händler.

Die fünf Schausteller-Gruppen waren Bergische Lehnsritter (Troisdorf), Imperium Draconis (Mönchengladbach), Freie Ritterschaft Niederrhein (Kamp-Lintfort), Origo Occident (Kempen) und Heerlager Freya Saol (Wuppertal).

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