Knapp 30 Stellen und rund 40 Suchende – das ist das Fazit der ersten Grefrather Jobbörse. Ins Leben gerufen wurde sie von einer Gruppe von Ehrenamtlern.

Knapp 30 Stellen und rund 40 Suchende – das ist das Fazit der ersten Grefrather Jobbörse. Ins Leben gerufen wurde sie von einer Gruppe von Ehrenamtlern.
Ute Straeten (sitzend am Laptop) und Eckhard Klausmann (l.) waren als Ansprechpartner vor Ort.

Ute Straeten (sitzend am Laptop) und Eckhard Klausmann (l.) waren als Ansprechpartner vor Ort.

Kurt Lübke

Ute Straeten (sitzend am Laptop) und Eckhard Klausmann (l.) waren als Ansprechpartner vor Ort.

Oedt. „Hat jemand schon einmal im Garten gearbeitet?“ Diese auf Englisch gestellte Frage von Iris Kanzler-Lange von der Gruppe „Grefrath hilft“ löst bei den vier jungen Männern, die um sie herum stehen, fragende Blicke aus. Erst als sie das Wörtchen „Natur“ hinterher schiebt, nicken zwei der Flüchtlinge. Kanzler-Lange deutet erneut auf den Aushang an der Stellwand und beginnt mit der Beschreibung des Arbeitsangebotes, was ein großes Interesse auslöst.

Dann steht der Gang zu Ute Straeten, Leiterin des Integration Points Viersen, an. Sie nimmt die Kontaktdaten der Flüchtlinge und deren Interesse an einem der aushängenden Jobs auf, sofern sie bereits bei der Viersener Anlaufstelle angemeldet sind und sich auf die Suche nach Arbeit begeben dürfen.

Eine Arbeit finden, das stand im katholischen Jugendheim in Oedt im Mittelpunkt. Initiiert vom Verein „Grefrath hilft“, unterstützt von der Gemeinde sowie der Agentur für Arbeit ging es darum, sowohl Flüchtlingen als auch langzeitarbeitslosen Menschen Arbeitsangebote zu machen.

Ansprechpartner von Arbeitgebern suchte man vergeblich

An eigens aufgebauten Stellwänden hatten so knapp 30 Arbeitsangebote, vorwiegend im gastronomischen, landwirtschaftlichen und gärtnerischen Bereich, ihren Platz gefunden. Die jeweiligen Stellenbeschreibungen erfolgten dabei nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und Arabisch. „Wir haben vorab mit den Arbeitgebern gesprochen und nachgefragt, wo die Bereitschaft besteht, auch einen Flüchtling zu beschäftigen“, sagt Christina Schlicker vom Arbeitgeber-Service.

Eigentlich war zudem geplant, dass die Arbeitgeber direkt vor Ort sein sollten, um Erstgespräche mit Arbeitssuchenden zu führen, aber das fand nahezu nicht statt. „Das wäre daher ein Wunsch für eine folgende Jobbörse“, sagte Straeten, die sich ansonsten mit der Resonanz zur Aktion zufrieden zeigte. Immerhin besuchten insgesamt rund 40 Interessierte die Jobbörse. Wobei gut 70 Prozent auf Flüchtlinge und die restlichen 30 Prozent auf Langzeitarbeitslose entfielen.

„Ich finde, es ist ein gutes Angebot, bei dem ich auf kurzem Weg über den Arbeitgeberservice möglichen Arbeitgebern meine Bewerbungsunterlagen zukommen lassen kann“, bemerkt eine 54-jährige Grefratherin, die hofft, über die Jobbörse wieder einen Arbeitsplatz zu finden.

Straeten zeigte sich zuversichtlich, dass es gelingen wird, einige Menschen in Arbeit zu bringen. So gab es unter anderem einen jungen Syrer, der in seiner Heimat als Maler gearbeitet hatte und einen 19-jährigen Flüchtling, ebenfalls aus Syrien, der zusammen mit seinem betreuendem Ehrenamtler aus Tönisvorst nach Oedt gekommen war, weil er auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle ist. „Wir wollen hier auf jeden Fall weiterhelfen“, betonte Straeten, die im Nachhinein Kontakte zwischen Suchenden und potenziellen Arbeitgebern umsetzen wird.

Eckhard Klausmann von Gruppe „Grefrath hilft“, der die Jobbörse ins Leben gerufen hatte, zeigte sich ebenfalls zufrieden. Ein Anfang sei gemacht, lautete sein Kommentar.

Die Gruppe „Grefrath hilft“ ist seit einem Jahr aktiv. Ansprechpartner für Interessenten ist Eckhard Klausmann, Tel. 0171/800 40 74. Aktuell sucht die Gruppe Freiwillige, die ehrenamtlich beim Deutschunterricht für Flüchtlinge einsteigen möchten.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer