Die Gemeinde Grefrath zögert mit der Teilnahme am europäischen Energiespar- Programm.

Grefrath. Hinkt Grefrath der Zeit hinterher? „Fast 200 Gemeinden in NRW machen schon mit beim europäischen Klimaschutz-Programm“, warb Klaus Klinkenberg von der Stadt Willich im Planungs- und Umweltausschuss am Dienstagabend im Rathaus Oedt.

Seine Kommune sei dabei für ihr Engagement ausgezeichnet worden – und sicher gebe es auch in Grefrath gute Ansätze in Sachen Energiesparen und Klimaschutz. Doch im Ausschuss überwog die Zurückhaltung.

Das Zauberwort heißt „European Energy Award“, das Programm für praktische Energie- und Klimaschutzpolitik in den Gemeinden, kurz EEA.

Willich macht seit 2006 beim EEA mit und bekam 2011 eine Auszeichnung

Beteiligte Kommunen werden beraten, erhalten Fördermittel und können bei Erfolg „mit wirklichen Einsparungen und einem Imagegewinn rechnen“, so Klinkenberg. In Willich habe der Stadtrat 2006 die Teilnahme beschlossen. 2011 sei die 53 000-Einwohner-Stadt mit der EEA-Gold-Auszeichnung geehrt worden.

„Man kann nicht sagen, weil Grefrath kleiner ist, ist das nichts für uns“, meinte Manfred Wolfers junior (CDU). Dem pflichtete Roland Angenvoort (SPD) bei: „Eigentlich ist das kein Zukunftsthema, sondern Realität.“ Doch die scheint nicht günstig auszusehen. So bemängelte Bernd Bedronka (SPD), es habe allein drei Jahre gedauert, bis der Antrag der Grünen umgesetzt wurde, sich mit dem EEA zu befassen.

Der „European Energy Award“, kurz EEA, ist nach offizieller Formulierung das „Programm für umsetzungsorientierte Energie- und Klimaschutzpolitik in Städten, Gemeinden und Landkreisen“, ins Leben gerufen und gefördert von der Europäischen Union.

Für Gemeinden, die eine Teilnahme am EEA beantragen, gibt es Beratung und Fördermittel für die Umsetzung von „Aktionsplänen für nachhaltige Energie“. Bei Erfolg nimmt der Tüv-Rheinland eine Prüfung mit Zertifizierung vor.

Manches scheint eben seine Zeit zu brauchen in Grefrath. Nicht nur in der Politik. So erinnerte Bedronka an den Energiebericht gemeindeeigener Gebäude 2011, der am Vortag im Bauausschuss beraten wurde: Nach Einschätzung von Michael Räppel vom Bauamt lassen sich dabei die Maßnahmen, Energie einzusparen und den Ausstoß von Schadstoffen zu begrenzen, erst in ein oder zwei Jahren vernünftig bewerten.

Bauamtsleiter: Jeder mauert beim Gebäude-Mangement

Während in Willich die Erfolge beim EEA-Programm laut Klinkenberg durch Teamarbeit gelängen, mangele es in Grefrath gerade daran, kritisierte Räppel: „Seit sieben Jahren beschäftigen wir uns mit einem Grundstücks- und Gebäude-Management und sind kein Stück weiter, keine Teamarbeit, jeder mauert.“

Zaudern auch in der Politik: Über eine Teilnahme am EEA soll erst im nächsten Planungsausschuss weiter beraten werden, bevor der Gemeinderat entscheidet.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer