Zur gemeinsamen Feier der Walpurgisnacht lud das Niederrheinische Freilichtmuseum ein.

Zur gemeinsamen Feier der Walpurgisnacht lud das Niederrheinische Freilichtmuseum nach Grefrath ein.
Die Atmosphäre rund um die Dorenburg war schaurig-schön, wunderbar unheimlich. Bei Gänsehaut wärmte man sich eben am Feuer.

Die Atmosphäre rund um die Dorenburg war schaurig-schön, wunderbar unheimlich. Bei Gänsehaut wärmte man sich eben am Feuer.

Zauberhafte Hexen versammelten sich zur Walpurgisnacht im Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath.

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Die Atmosphäre rund um die Dorenburg war schaurig-schön, wunderbar unheimlich. Bei Gänsehaut wärmte man sich eben am Feuer.

Grefrath. Das Feuer flackert und knistert, seltsame Augen starren die Besucher aus einer Hecke heraus an und überhaupt wirken die mit Spinnenweben behangenen Gebäude irgendwie unheimlicher als sonst. Rund 600 Hexen und Zauberer versammelten sich am Samstag im Niederrheinischen Freilichtmuseum, um gemeinsam die Walpurgisnacht zu feiern. Durch die gruselige Dekoration auf dem Gelände und das schaurig schöne Rahmenprogramm bekam so mancher Besucher eine Gänsehaut.

Skelettpolitur reinigt schmutzige Kochen

In der historischen Schnapsbrennerei wartete eine ganz besondere Hexe auf die kleinen Besucher. „Ich bin die Nichte von Professor McGonagall“, stellte sich die Besitzerin des Hexenladens vor, in dem es Magie für alle Gelegenheiten gab. In den großen Kesseln, in denen sich einst Schnaps befunden hatte, braute die Hexe in der Walpurgisnacht Liebestränke und andere Flüssigkeiten.

„Ich habe eine Frage“, sagt Marco (10) aus Grefrath, als er den Laden betritt. „Was macht man mit der Skelettpolitur?“ Darauf hat die Nichte der berühmten Hexe aus den Harry Potter Filmen eine passende Antwort. „Ach du, manchmal sind Skelette eben dreckig, wenn sie so lange in der Erde gelegen haben. Da muss man sie einfach mal richtig sauber machen“, so die Besitzerin des Hexenladens.

Neben dem Verkauf von Gummiwürmern, Zauberstäben und dem goldenen Schnatz vergab sie auch die begehrten Hexendiplome, die den jungen Zauberei-Anwärter die Aufnahme an die Schule für Hexerei der Dorenburg bestätigte. Leon (11) nahm sein Diplom gemeinsam mit seiner Mutter entgegen. „Wir waren schon mal bei der Walpurgisnacht und ich finde es toll, dass es hier immer wieder neue und andere Sachen zu entdecken gibt“, sagt Martina Kessels aus Grefrath.

In der Dorenburg gab es zwei Führungen durch die aktuelle Sonderausstellung zum Thema „Hexenwahn am Niederrhein“. Barbara Grodde erzählte Wissenswertes zu den Exponaten der Ausstellung und klärte zudem über die Gründe der Hexenverfolgung auf. „Im 14. Jahrhundert gab es Klimaveränderungen, die Hungersnöte und Seuchen mit sich brachten. Die Menschen konnten das nicht rational begreifen und haben dann gesagt, die Hexen seien Schuld“, so Grodde. Weitere spannende Geschichten gab es auch im Vortragsraum der Dorenburg.

Die Grefrather Autorin A. E. Eiserlo las bei abgedunkelten Fenstern und Kerzenschein Erzählungen aus ihrer Fantasy-Reihe „Fanrea“ vor. Das Brüggener Niederrheintheater spielte Szenen aus Arthur Millers Drama „Hexenjagd“ nach, in dem eine Siebzehnjährige einige Bürger der amerikanischen Stadt Salem als Hexen beschuldigt und dadurch einen Massenwahn auslöst.

Echte Zaubertränke zum Probieren bot Jenny Hengsten, die Kräuterhexe des Freilichtmuseums, in der Hofanlage Waldniel an. „Es haben sich schon einige getraut, das Hexenblut und die Teufelsgalle zu probieren“, so Hengsten. Einen passenden Trinkspruch gab es dazu auch. „Teufelsgalle und Hexenblut, schmecken an Walpurgisnacht gut“, zitierte die Kräuterhexe.

Das Highlight des Abends war vor allem für die vielen kleinen Besucher der Kostümwettbewerb, bei dem auch zwei Hexenjäger mitmachten. Den ersten Platz belegte aber Leonie (7), die sich als Bibi Blocksberg mit Besen Kartoffelbrei verkleidet hatte.

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