Der 63-Jährige der Oedter Grundschule soll Tischtennis-Spieler bedroht haben.

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Symbolbild: Jörg Knappe

Oedt. Zunächst flogen in der Sporthalle der Grundschule am Schwarzen Graben kleine weiße Bälle. Später vor dem Gebäude die Fetzen. Noch später soll sogar ein Klappmesser im Spiel gewesen sein, das der Schul-Hausmeister gezückt haben soll. Der Vorfall soll sich am späten Abend des 17. November nach dem Tischtennisspiel der Mülhausener Zweitvertretung gegen den TTC Breyell vor der Halle abgespielt haben.

Wüste Beschimpfungen gegen die Spieler

Was war passiert? Das Tischtennis-Spiel war zu Ende, die Spieler der Gastmannschaft warteten vor der Halle auf einen Kollegen, der noch in der Umkleide war. Weswegen zwei der drei Beteiligten ihre Autos vorfuhren, um dort zu warten. „Schon nach kurzer Zeit sah ich einen älteren Herrn mit einer Taschenlampe, der uns schimpfend aufforderte, unsere Fahrzeuge zu entfernen“, erinnert sich einer der Breyeller Tischtennisspieler. Er hat diese der WZ vorliegende Aussage auch so bei der Gemeinde Grefrath gemacht.

Die beiden Angesprochenen fuhren ihre Wagen zurück. „Ich bemerkte nach wenigen Augenblicken, dass der Herr uns nachgegangen war“, heißt es weiter. Dann soll dieser übelste Flüche ausgestoßen haben. Der andere Fahrer stieg aus, wurde dabei – so die Aussage weiter – von dem Hausmeister mit der Taschenlampe traktiert.

Der Randalierer hatte wahrscheinlich Alkohol getrunken

Der Zeuge war sich sicher, bei dem Randalierenden Alkoholgeruch bemerkt zu haben. Auf die Warnung der Breyeller, sie seien wohl klar in der Überzahl, soll er ein Klappmesser gezückt haben. „Wohl wegen seines Zustandes ließ er es fallen“, heißt es weiter. Der Mann soll dann das Messer aufgehoben und sich einem der Spieler genähert haben. Der versuchte, ihm die Waffe aus der Hand zu treten, was nicht gelang. Danach entfernte sich der Hausmeister, nachdem alle Anwesenden auf ihn eingeredet hatten, nach Hause zu gehen und seinen Rausch auszuschlafen.

Die Breyeller Spieler wollten den Vorfall zunächst auf sich beruhen lassen. Von ihren Mülhausener Kollegen, mit denen sie sich zum Essen verabredet hatten, wurden sie allerdings aufgefordert, den Vorfall der Polizei und der Gemeinde zu melden. Die Polizei nahm die Anzeige noch am gleichen Abend auf, die Gemeinde bekam die Aussage in der darauffolgenden Woche.

Der Beschuldigte hat einen Entschuldigungsbrief geschrieben

„Die Kollegen wurden am 17. November gegen 23.15 Uhr über den Vorfall informiert“, sagte am Dienstag Polizeisprecherin Antje Heymanns auf WZ-Anfrage. Ein 63-Jähriger soll zwei Personen und später noch eine dritte, die schlichten wollte, bedroht haben, zunächst mit einer Taschenlampe und dann mit einem Klappmesser. Sie bestätigt, dass der Tatverdächtige einen der drei – sie kamen aus Kaldenkirchen (27 Jahre), Brüggen (29) und Breyell (40) – angegriffen haben soll. Dieser hätte aber ausweichen können.

Da der Verdächtige nicht mehr vor Ort gewesen sei, hätten die Polizisten ihn Zuhause aufgesucht. Zwei Blutproben seien dem Mann entnommen worden. Er habe anscheinend erheblich unter Alkohol gestanden.

Es sei Anzeige wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung gestellt worden. Die Ermittlungen der Polizei laufen noch.

Mittlerweile hat auch der Beschuldigte, der sich krank gemeldet haben soll, reagiert. „Durch das Schreiben der Gemeinde Grefrath zur Anhörung habe ich erfahren, dass es zu einem folgenschweren Zwischenfall zwischen mir und Personen von Blau Weiß Mülhausen sowie der Tischtennismannschaft von Breyell gekommen ist.“ Er sei stark alkoholisiert gewesen und habe keine Erinnerung an den Vorfall. Dennoch schockiere ihn die Schilderung zutiefst, betont er. „Sollte ich mich wirklich so verhalten haben, möchte ich mich hiermit bei den beteiligten Personen entschuldigen“, betont er in seinem Statement. Er bittet den Bürgermeister, diese Entschuldigung nach Breyell weiterzuleiten. Bürgermeister Manfred Lommetz selbst will sich zu dem Vorfall nicht äußern: „Wir prüfen noch.“

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