Ein Geschicklichkeits- und Trinkspiel aus den USA sorgt derzeit in Grefrath für Aufsehen.

Ein Geschicklichkeits- und Trinkspiel aus den USA sorgt derzeit in Grefrath für Aufsehen.
Das Runde muss ins Halbvolle: Max Schindler (l.) und Mario Gerber beim Beer-Pong-Spiel im heimischen Garten der Schindlers.

Das Runde muss ins Halbvolle: Max Schindler (l.) und Mario Gerber beim Beer-Pong-Spiel im heimischen Garten der Schindlers.

Auf diese Becher, die man aus US-College-Filmen kennt, wird in der Regel gespielt.

Beer Pong darf auch ein bisschen extravagant sein. Diesen beleuchteten Tisch haben die Freunde selbst gebaut.

Kurt Lübke, Bild 1 von 3

Das Runde muss ins Halbvolle: Max Schindler (l.) und Mario Gerber beim Beer-Pong-Spiel im heimischen Garten der Schindlers.

Grefrath. Es gibt Menschen, die sammeln Briefmarken. Andere wiederum treiben in ihrer Freizeit Sport, gehen zum Beispiel nach Feierabend eine Runde Joggen. Wieder andere entspannen bei einem guten Buch. Und Max Schindler, Mario Gerber sowie Arne Zirkler aus Grefrath werfen Tischtennisbälle auf halbgefüllte Bierbecher. Was zunächst komisch und nicht wirklich spannend klingt, ist derzeit ein absolutes Trend-Hobby: Beer Pong. Hä? Bier wat? Beer Pong!

Das Internetlexikon Wikipedia bezeichnet Beer Pong als Trink- und Geschicklichkeitsspiel. Diese Bezeichnung trifft es eigentlich ganz gut. Zweierteams stehen sich an einem Tisch gegenüber. Auf jeder Seite stehen sechs Becher in Pyramidenform. In jedem befinden sich 0,1 Liter Bier. Und dann werfen die Kontrahenten abwechselnd mit Tischtennisbällen – mit dem Ziel, die Kugel in einem der Becher zu versenken. So viel zur Geschicklichkeit. Und nun zum Trinken: Wenn ein Ping-Pong-Ball im Bier gelandet ist, muss dieses vom „getroffenen“ Team geleert werden. Der leere Becher wird vom Tisch genommen. Die Mannschaft, die zuerst alle gegnerischen Becher getroffen hat, gewinnt.

Erstes Turnier zu Karneval war ein voller Erfolg

„Klar, da wird das eine oder andere Bierchen getrunken. Aber bei uns geht’s um den Spaß und auch um sportlichen Ehrgeiz. Das ist keine Sauferei“, sagt Mario Gerber. Nahezu jedes Wochenende trifft man sich im Freundeskreis Schindler-Gerber-Zirkler zu einer oder mehrerer Runden Beer Pong. Und sogar Turniere stehen in den Kalendern der Trink- und Geschicklichkeitssportler. Die Grefrather Crew richtete am Karnevalssamstag ihr erstes eigenes Turnier in den Hinsbeck-Glabbacher Bayernstuben. Das Projekt war so erfolgreich, dass es am 19. August eine Neuauflage gibt. Diesmal hoffen die Veranstalter auf noch mehr Teams als es beim Karnevalsturnier waren. Da waren es 65. „Das sieht auch ganz gut aus“, sagt Gerber mit Blick auf die Anmeldungen.

Beim Turnier in einem Zelt an der Glabbacher Bayernstube werden die Becher auf gewöhnlichen Biertischen platziert, wie man sie von Partys kennt. Inzwischen kann man aber Beer-Pong-Tische kaufen. Beleuchtete Becher, Lichterketten – alle möglichen Gags werden in die Tische eingebaut und vermarktet. Die Grefrather Gruppe ist sogar selbst aktiv und baut dann und wann eigene Tische. „Das macht einfach Spaß. Es ist witzig“, sagt Max Schindler.

Der Grefrather, der auch echten Sport betreibt – er ist Torwart in der Ersten Handballmannschaft der Turnerschaft –, hat festgestellt, dass Beer Pong auch trainiert werden kann: „Klar, wir sind mit dem vielen Spielen auch besser geworden.“ Einen wirklichen Tipp, wie man den Tischtennisball am besten im Becher unterbringt, haben die Grefrather nicht. Übung mache den Meister.

Nach Angaben des Internetlexikons Wikipedia wurde Beer Pong zwischen 1950 und 1960 in den Vereinigten Staaten entwickelt. Der Entstehungsort ist das Dartmouth College, eine Privathochschule in New Hampshire. Der genaue Zeitpunkt kann heutzutage nicht mehr rekonstruiert werden, jedoch behauptet der heutige Geschichtsprofessor Jere Daniell, Beer Pong bereits im Jahre 1955 gespielt zu haben. Ein anderer Absolvent dieser Einrichtung, Bob Shirley, gibt an, dass die Spielidee beim Tischtennis entstand. Dabei sollen Zuschauer ihre Bierbecher auf der Tischtennisplatte abgestellt haben. Aus zufälligen Treffern in den Becher sei daraufhin der Spielgedanke entstanden. Das älteste vorhandene Foto von Beer Pong datiert jedoch lediglich von 1968 aus dem damaligen Collegejahrbuch. Gesichert ist, dass Beer Pong aus dem Tischtennis entstanden ist. In seiner Anfangszeit wurde es daher mit Tischtennisschlägern und lediglich einem Bier auf jeder Spielfeldseite gespielt. Ziel war es dabei, die gegenüberliegende Bierflasche zu treffen. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Spiel als Beer Pong bezeichnet.

In Deutschland gewann das Spiel in den vergangenen Jahren an Beliebtheit. In Krefeld gibt es beispielsweise jährlich ein großes Turnier auf der Rennbahn.

Wobei Mario Gerber schon an einen Trick aus der Szene glaubt. In der ursprünglichen Version wird Beer Pong mit speziellen Bechern gespielt. Und zwar mit den roten, undurchsichtigen Behältnissen, die man aus US-amerikanischen College-Filmen kennt. Diese Becher werden inzwischen auch in deutschen Geschäften als Beer-Pong-Becher verkauft. Und nun zum Trick: „Diese Becher haben am oberen Rand leichte Kerben. Viele Spieler sagen, dass man auf diese zielen sollte. Dann würde der Ball in den Becher fallen“, sagt Gerber.

Sponsor hilft bei der Bierversorgung für das Turnier

Diese Taktik wird beim Turnier übrigens nicht helfen. In Glabbach wird auf durchsichtige Becher gespielt. Unter anderem deshalb, weil eine Biermarke als Sponsor zur Verfügung steht. Mit diesem haben die Jungs einen „guten Preis“ vereinbart. Denn an so einem Turniertag gehen schon einige Behälter mit Gerstensaft über die Theke. Beim Karnevalsturnier seien etwa 420 Liter ausgeschenkt worden.

Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann sich noch für den Grefrather Beer-Pong-Cup anmelden. Los geht es am Samstag, 19. August, um 12 Uhr. Die Teilnahme kostet pro Zweier-Team 40 Euro. Als erster Preis winkt ein speziell angefertigter Spieltisch. Zudem gibt es Sportttaschen und Zippo-Feuerzeuge des Sponsors. Alle weiteren Infos auf einer Facebook-Seite unter:

fb.com/niederrheinbeerpong

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