Kritik am Fraktions-Chef der CDU: Der Angriff auf Bauamtsleiter Michael Räppel beim Neujahrsempfang der Partei findet kein Verständnis.

EKLAT
Unter Beschuss: CDU-Fraktions-Chef Gerald Raeth.

Unter Beschuss: CDU-Fraktions-Chef Gerald Raeth.

Unter Beschuss: CDU-Fraktions-Chef Gerald Raeth.

Grefrath. Unterstützung für Bauamtsleiter Michael Räppel, Unverständnis über das Verhalten von CDU-Fraktions-Chef Gerald Raeth – die Reaktionen nach dem Eklat beim Neujahrsempfang der Christdemokraten waren eindeutig. Wie die WZ gestern exklusiv berichtete, hatte Raeth den Bauamtsleiter im Edith-Stein-Haus angegriffen. Die Vorwürfe: Beim Gerätehaus in Mülhausen hätte das Bauamt zügiger planen müssen. Und nach dem Verkauf der Ex-Nato-Kaserne hätte Räppel die Investitions-Idee in der Öffentlichkeit nicht kaputtreden dürfen.

CDU-Vorsitzende: Gäste sollte man anders behandeln

„An der Stelle fand ich das nicht sehr glücklich. Es gibt bessere Möglichkeiten als beim Neujahrsempfang“, sagte gestern Kirsten Peters im Gespräch mit der WZ. „Gäste sollte man anders behandeln“, so die stellvertretende Bürgermeisterin und CDU-Partei-Vorsitzende. Mit Blick auf die Pläne, in der ehemaligen Kaserne einen Wohnpark für Senioren und Photovoltaik-Anlagen zu installieren, habe Räppel „von der sachlichen Seite her Recht, das braucht seine Zeit“. Aber Peters fehlte, dass sich der Bauamtsleiter über den Investor und seine Pläne freut.

Bürgermeister: Räppel hat Meinung des Kreises Viersen weitergegeben

„Die angriffslustigen Attacken gegen den eingeladenen Amtsleiter fand ich unangebracht“, sagte der parteilose Bürgermeister Manfred Lommetz auf Anfrage der WZ. Sein Bauamtsleiter habe nur die Meinung des Kreises Viersen weitergegeben. Und der hatte darauf hingewiesen, dass kein Bestandsschutz für das ehemals militärisch genutzte Gelände bestehe. „Es besteht die Gefahr, dass das Vorhaben baurechtlich nicht so einfach umzusetzen ist, wie der Investor sich das vorstellt“, bringt es Lommetz auf den Punkt.

„Es reicht nicht aus, Mitglied der Feuerwehr zu sein, um über den nötigen Sachverstand zu verfügen.“

Hans Konrad Funken, Chef der Grefrather Gesamtwehr

Gegenwind bekommt Feuerwehrmann Raeth auch von der Grefrather Feuerwehr. „Die Vorwürfe von Gerald Raeth mit Blick auf das Mülhausener Gerätehaus sind völlig haltlos und absolut daneben“, sagte Hans-Konrad Funken, Leiter der Gesamtwehr, gestern zur WZ. „Da kann man Herrn Räppel nichts vorwerfen.“ Den Neubau des Gerätehauses zu verhindern, sei eine politische Entscheidung gewesen. „Da sollte sich Herr Raeth als CDU-Fraktions-Chef an die eigene Nase fassen und fragen, warum es keine Mehrheit für den Neubau gab“, sagt Funken, der selbst auch Mitglied der Christdemokraten ist.

Beim Thema Gerätehaus-Neubau spricht Funken dem Mülhausener Gerald Raeth auch das Fachwissen ab: „Es reicht nicht aus, Mitglied der Feuerwehr zu sein, um über den nötigen Sachverstand zu verfügen.“

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