In den katholischen Einrichtungen in Grefrath erhalten Erzieherinnen eine Fortbildung.

15 Erzieherinnen nahmen an der Fortbildung von Monika Münks (vorne rechts) teil. Regionaldekan Johannes Quadflieg (mit Krawatte) sowie Hannes Vilcans vom Kreis-Jugendamt (rechts hinten) und Manfred Wolfers jun. (links daneben) vom Kirchenvorstand statteten dem Kurs einen Besuch ab.
15 Erzieherinnen nahmen an der Fortbildung von Monika Münks (vorne rechts) teil. Regionaldekan Johannes Quadflieg (mit Krawatte) sowie Hannes Vilcans vom Kreis-Jugendamt (rechts hinten) und Manfred Wolfers jun. (links daneben) vom Kirchenvorstand statteten dem Kurs einen Besuch ab.

15 Erzieherinnen nahmen an der Fortbildung von Monika Münks (vorne rechts) teil. Regionaldekan Johannes Quadflieg (mit Krawatte) sowie Hannes Vilcans vom Kreis-Jugendamt (rechts hinten) und Manfred Wolfers jun. (links daneben) vom Kirchenvorstand statteten dem Kurs einen Besuch ab.

Kurt Lübke

15 Erzieherinnen nahmen an der Fortbildung von Monika Münks (vorne rechts) teil. Regionaldekan Johannes Quadflieg (mit Krawatte) sowie Hannes Vilcans vom Kreis-Jugendamt (rechts hinten) und Manfred Wolfers jun. (links daneben) vom Kirchenvorstand statteten dem Kurs einen Besuch ab.

Oedt. Der fünfjährige Jonathan saust mit offenen Schnürsenkeln über den Kita-Flur. Eine Erzieherin sieht das und ruft: „Schuhe zu“. Dieses fiktive Beispiel soll ein Phänomen verdeutlichen, das Monika Münks am liebsten ganz aus Kindertagesstätten verbannen möchte. „Handy-Sprache“ nennt es die Krefelderin. Diese hat in ihren geschulten Ohren keinen guten Klang.

Stattdessen plädiert die gelernte Erzieherin, Sprachtherapeutin und psychologische Beraterin für ganze Sätze mit Subjekt, Prädikat, Objekt. Im Falle Jonathans könnte ein idealer Satz wie folgt lauten: „Bitte setz’ Dich hin und binde Dir die Schuhe zu.“

Demnächst wird auch in Mülhausen und Grefrath ausgebildet

Monika Münks ist ausgebildete „Multiplikatorin für die alltagsintegrierte Sprachförderung in NRW“. In dieser Eigenschaft war die freiberufliche Referentin zu Gast in der katholischen Kita St. Vitus an der Oedter Oststraße (60 Kinder, drei Gruppen).Insgesamt 15 Erzieherinnen, die Kolleginnen aus Vinkrath waren auch dabei, nahmen an der 16-stündigen Fortbildung teil. Ein zweiter Block für die katholischen Einrichtungen in Mülhausen und Grefrath ist für Mitte Dezember vorgesehen.

Manfred Wolfers jun., im Kirchenvorstand von St. Benedikt für den Kita-Bereich zuständig, erklärt den Hintergrund: „Die Sprachförderung hat durch zahlreiche Veränderungen eine noch stärkere Bedeutung im Alltag der Kindertageseinrichtungen bekommen.“ Dabei gehe es insbesondere um die Anforderungen im überarbeiteten Kinderbildungsgesetz NRW, bekannter als Kibiz. Gemeinsam hätten sich Vertreter aller vier Kitas in St.-Benedikt-Trägerschaft dafür ausgesprochen, diesen Ansprüchen noch stärker zu entsprechen und die bisherige pädagogische Arbeit weiter zu optimieren.

Die Bewerbung um eine Förderung beim Land lief über das Kreisjugendamt. Die katholischen Kitas in Grefrath sind die ersten Einrichtungen im Zuständigkeitsbereich der Behörde, die diesen Schritt gehen.

Freie Träger von Kindertageseinrichtungen müssen ihren Förderantrag an das zuständige Jugendamt richten. Dieses übernimmt unter anderem die Antragsprüfung und die Auszahlung der Förderung. Für Grefrath (sowie auch für Tönisvorst) ist das Kreisjugendamt zuständig.

Die katholischen Kitas haben sich bewusst dazu entschieden, einen Teil der Fortbildung auf einen Samstag zu legen. So müssen Eltern nur für einen Tag eine Betreuungsalternative suchen.

Die daraus resultierende Fortbildung der Mitarbeiterinnen besteht unter anderem aus Gruppenarbeit und Rollenspielen. Immer wieder betont Münks, wie wichtig aufmerksames Zuhören ist. „Kinder geben uns ganz viele Infos“, sagt sie. Man muss sich Zeit lassen, die Hektik ablegen.“ Blickkontakt während des Gesprächs sei sehr wichtig.

Therapien sind die Sache von Logopäden

Während Sprachförderung im Kindergarten möglich ist, sind Therapien, zum Beispiel bei bestimmten Formen des Stotterns, Sache von Logopäden. Deswegen geht es Monika Münks auch darum, dass ihre Zuhörerinnen ihre Grenzen kennen und Eltern gegebenenfalls auf die Möglichkeiten einer Therapie hinweisen.

„Viele Kinder verbringen mehr als die Hälfte des Tages in einer Einrichtung“, sagt die Multiplikatorin. „Und das in einer Phase, in der sie sich die Sprache aneignen.“

In Oedt beispielsweise werden bereits Jungen und Mädchen ab einem Jahr betreut.Ein wesentlicher Teil der sprachlichen Anleitung findet also in der Kita statt.

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