Das Areal liegt seit Jahren brach. Und der Eigner hüllt sich in Schweigen, was Zukunftspläne betrifft.

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Der alte Radarturm ist so etwas wie das Wahrzeichen des Geländes in der Nähe von Freilichtmuseum und Eissportzentrum.

Der alte Radarturm ist so etwas wie das Wahrzeichen des Geländes in der Nähe von Freilichtmuseum und Eissportzentrum.

Auf einen Blick wird klar: Die Gebäude auf dem Gelände sind in einem desolaten Zustand.

Für die Grefrather und Vinkrather ist es ein vertrautes, aber kein schönes Bild: Das 70 000 Quadratmeter große Areal.

Friedhelm Reimann, Bild 1 von 3

Der alte Radarturm ist so etwas wie das Wahrzeichen des Geländes in der Nähe von Freilichtmuseum und Eissportzentrum.

Vinkrath. Schon wegen der Lage und Größe des ehemaligen Nato-Geländes zwischen Grefrath und Vinkrath ist das öffentliche Interesse an der Zukunft des Areals enorm. 70 000 Quadratmeter in Nachbarschaft des Freilichtmuseums liegen seit Jahren mehr oder weniger brach. Lediglich das örtliche Rote Kreuz nutzt als „Untermieter“ die alte Lkw-Halle – im Volksmund „Turnhalle“ genannt – für seine Fahrzeuge.

Alle Jahre wieder Notparkplatz für den Weihnachtsmarkt

Zudem dient ein Teil des Geländes alle Jahre wieder als Notparkplatz für den Dorenburg-Weihnachtsmarkt. Mit dieser Nutzung habe der Eigner keine Schwierigkeiten, ist zu hören.

Doch eine langfristige Nutzung, die Umsetzung eines großen Projekts, scheint weiterhin nicht in Sicht. Anfragen der WZ bei der Immobiliengesellschaft in Menden, der die Fläche seit 2011 gehört, wurden inhaltlich nicht beantwortet. Ein Mitarbeiter teilte lediglich per E-Mail mit, dass man „demnächst“ vor Ort mit der Gemeinde ins Gespräch gehen werde, um herauszufinden, „wie man das Gelände am sinnvollsten nutzen kann“.

„Es gibt nichts Neues.“
Michael Räppel, Bauamtsleiter

Bei der Gemeinde zeigt man sich ahnungslos. „Es gibt nichts Neues“, sagt Bauamtsleiter Michael Räppel im WZ-Gespräch. Er habe die Firma in Menden lediglich darauf hingewiesen, dass man bei der Bezirksregierung Düsseldorf derzeit an einem neuen Regionalplan arbeite. Und je nach Ausweisung könnte eine „Überplanung“ des Areals in Vinkrath deutlich schwieriger werden, als es bislang der Fall ist. Gemeint ist wohl: Der Eigentümer sollte sich mit konkreten Plänen lieber beeilen.

Ein Blick auf den Entwurf des neuen Regionalplans zeigt allerdings, dass eine Eilentscheidung nicht erforderlich sein dürfte. Denn es wird, sollte der Plan so verabschiedet werden, alles weitestgehend beim Alten bleiben. Die Fläche wäre weiterhin „Allgemeiner Siedlungsbereich“ (ASB). Und in einem solchen ASB sind – zumindest grundsätzlich – Wohnen, „wohnverträgliches Gewerbe“ sowie öffentliche und private Dienstleistungen möglich. Auch Sport und Erholungsflächen sind im AS-Bereich zulässig.

Etwa 15 Gebäude stehen auf dem Gelände

Weithin sichtbar ist nach wie vor der 27 Meter hohe Radarturm.

Von diesem steht allerdings nur noch das Gerüst. Die technischen Anlagen sind längst abmontiert

In Vinkrath alles Zukunftsmusik: Noch stehen auf dem Gelände etwa 15 Gebäude in erkennbar schlechtem Zustand. Der belgische Nato-Standort war in den 60er Jahren errichtet und 1969 in Betrieb genommen worden. 800 Soldaten waren dort stationiert.

Rund 20 Jahre lang diente die Kaserne als „Nike“-Stellung. Weitere militärische Anlagen waren in der Wankumer Heide installierte „Nike“-Flugabwehrraketen und die Feuerleitstelle im Hongersbusch zwischen Grefrath und Hinsbeck. Die Belgier rückten 1992 ab, die „Nachmieter“ aus den USA drei Jahre später.

Ab den späten 90er Jahren gab es Pläne, eine Justizvollzugsanstalt einzurichten – die Rede war von einem „Knast light“. Es kam zu massiven Protesten in der Bevölkerung. 2004 verabschiedete sich das Landesjustizministerium von dem Vorhaben.

Von Photovoltaik-Anlagen bis zum Wohnpark für Senioren reichten dann die diskutierten Ideen für das Gelände. Umgesetzt wurde bis heute nichts.

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