Segelflugschülerin Anna Hanßen hat in Köln an einem Funksprechlehrgang teilgenommen. Die WZ begleitet ihre Ausbildung im Rahmen einer Serie.

Segelflugschülerin Anna Hanßen hat in Köln an einem Funksprechlehrgang teilgenommen. Die WZ begleitet ihre Ausbildung im Rahmen einer Serie.
Im Grefrather Tower sitzt Flugschülerin Anna Hanßen am Funkgerät. Fluglehrer Bernd Lohberg erklärt ihr, wie sie was sagen muss.

Im Grefrather Tower sitzt Flugschülerin Anna Hanßen am Funkgerät. Fluglehrer Bernd Lohberg erklärt ihr, wie sie was sagen muss.

Friedhelm Reimann

Im Grefrather Tower sitzt Flugschülerin Anna Hanßen am Funkgerät. Fluglehrer Bernd Lohberg erklärt ihr, wie sie was sagen muss.

Grefrath. In den Minuten vor dem Abflug muss der Flugpilot genau wissen, wie er mit der Rollkontrolle am Flughafen zu kommunizieren hat. „Man ruft die Kontrolle an, gibt das eigene Kennzeichen durch und wartet auf die Bestätigung. Dann sagt man, wohin man fliegen will, erfährt, wo man langrollen muss und kriegt die Freigabe, von wo aus man starten darf“, erklärt Anna Hanßen. Die 16-Jährige, die seit Herbst 2015 am Niershorst zur Segelflugpilotin ausgebildet wird, hat sich mit den Abläufen befasst. Im Rahmen ihrer Ausbildung absolvierte sie einen Funksprechlehrgang bei der Bundesnetzagentur in Köln.

„In der Prüfung wurden der An- und Abflug vom Flughafen Köln-Bonn simuliert“, sagt sie. In Verbindung steht der Pilot sowohl mit der Rollkontrolle, welche die Bewegung am Boden auf dem Flugplatz im Blick behält, als auch mit dem Tower, der den Luftraum kontrolliert. Die Prüfer gingen jeden Schritt der Kommunikation mit ihr und sechs weiteren Flugschülern durch. Jeder musste stets bereit sein, für einen der anderen Teilnehmer einzuspringen und das Gespräch sofort fortzusetzen. „In dem Moment war ich schon etwas nervös. Aber man hat sich schnell an die Situation gewöhnt“, sagt Anna. Zusätzlich zur Simulation musste sie einen Fragebogen zum Thema ausfüllen.

Funksprechlehrgang hat die Schülerin schon bestanden

Auf die Prüfung vorbereitet wurde die Schülerin über Wochen im Vereinsheim des Luftsportvereins Grenzland (LSV). Die Übungen, die sie im Rahmen des Funksprechlehrgangs absolviert hat, gehen über das Wissen hinaus, das sie für einen alltäglichen Start mit ihrem Segelflieger ab dem Niershorst benötigt. Dann spricht sie Grundlegendes schon vorher mit ihrem Trainer ab und kommuniziert mit ihm in der Luft lediglich, wenn sie spontan die Erlaubnis für eine spezielle Übung wie den Seitengleitflug bekommen möchte.

„Man braucht das Wissen aber zum Beispiel auf einem Streckenflug, wenn man durch eine Kontrollzone fliegt“, erklärt sie. Möchte ein Pilot eine dieser Zonen durchqueren, muss er hierfür zunächst bei einem Towerlotsen die Erlaubnis erfragen. Bei einem Durchflug gemeinsam mit ihrem Fluglehrer durfte Anna schon einmal einen Teil dieser Kommunikation übernehmen. Das Segelflugzeug ist hierfür ausgestattet mit Funkgerät und Mikrofon; außerdem gibt es einen Transponder, der mit einem Radar vergleichbar ist.

Den Funksprechlehrgang hat Anna bestanden. Die Teilnahme war für sie keine Pflicht, allerdings zählt die Kommunikation zu den Themen, über die sie bei ihrer abschließenden theoretischen Scheinprüfung Bescheid wissen muss. Diese möchte sie im Anschluss an einen Langstreckenflug noch in diesem Jahr schreiben. Dass sie nun viel Theorie lernen muss, hält sie aber nicht davon ab, weiterhin regelmäßig zum Niershorst zu kommen. „Ich kann von zu Hause aus, aber auch mit Leuten vom Verein am Flugplatz lernen“, sagt sie. „Ich werde genauso oft hinkommen, wie sonst auch.“

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