Die Ausstellung „Neues vom Alt“ gibt Einblicke in die Gerstensaft-Geschichte. Bis Dezember ist die Schau zu sehen.

Krüge und Gläser mit Aufdruck der Tönisvorster Brauerei Rixen sind in der Dorenburg zu sehen.
Krüge und Gläser mit Aufdruck der Tönisvorster Brauerei Rixen sind in der Dorenburg zu sehen.

Krüge und Gläser mit Aufdruck der Tönisvorster Brauerei Rixen sind in der Dorenburg zu sehen.

Krüge und Gläser mit Aufdruck der Tönisvorster Brauerei Rixen sind in der Dorenburg zu sehen.

Kreis-Kulturdezernent Andreas Coenen begutachtet einen Kupfer-Braukessel, eines der 130 Exponate.

Reimann, Friedhelm (rei), Bild 1 von 3

Krüge und Gläser mit Aufdruck der Tönisvorster Brauerei Rixen sind in der Dorenburg zu sehen.

Grefrath. Na dann mal Prost: Das Altbier hat es ins Museum geschafft. Um den obergärigen Gerstensaft geht es in der Ausstellung „Neues vom Alt. Geschichte(n) rund um eine niederrheinische Spezialität“, die ab kommendem Sonntag bis Dezember im Niederrheinischen Freilichtmuseum zu sehen ist. 130 Exponate zeugen vom Kulturgut Altbier.

Vorchristliche Bierkrug-Tonscherbe und moderne Altbiergläser

Ob vorchristliche Bierkrug-Tonscherbe oder ein modernes Bierglas – das Produkt der langen Brautradition wird seit Jahrtausenden ausgeschenkt. Zwar wurde das Altbier erstmals im Jahr 1900 schriftlich erwähnt, doch ein Teil des dörflichen Lebens am Niederrhein ist der Gerstensaft länger. „Wir wollen diese Tradition pflegen und präsentieren“, sagt Landrat Peter Ottmann zur Ausstellung.

Lokale Brauereien, kuriose Anekdoten und die Kehrseiten

Die Entwicklung des Brauens wird ebenso wie auch die Verbreitung des Biers im Rheinland beleuchtet. Zu dem Erfolg trugen lokale Brauereien wie Zum Bären (Grefrath), Schlossbräu (Waldniel), Schmitz-Mönk (Anrath) oder Hannen (Willich) bei. Davon zeugt ein goldenes Fass (Foto), das die Hannen-Brauerei zu einer Million Hektoliter angefertigt hat. Auch der Blick in die industrielle Produktion fehlt nicht: Teile der historischen Wuppertaler Wicküler-Brauerei wie Kessel, Fässer und Flaschenreiniger sind zu sehen. Kuriose Anekdoten erweitern den (bier-) seligen Blick. So die Fotos der Wette, ob ein Pferd in eine Kneipe passt. Tut es, und angeblich trank es dort 35 Alt. In einer anderen Vitrine werden die Schattenseiten des Alkohols thematisiert. Dort erfährt der Besucher, welche Arbeit Abstinenzverbände übernehmen. Mit der Ausstellung beteiligt sich das Museum an einer Verbunds-Ausstellung des Museumsnetzwerkes Niederrhein. Nach dem „Themenjahr Familie“ in 2012 ist es die zweite Kooperation dieser Art. Ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt die Schau über das Volksgetränk der Deutschen in obergäriger Form.

Die Schau „Neues vom Alt. Geschichte(n) rund um eine niederrheinische Spezialität“ ist vom 6. Oktober bis zum 1. Dezember zu sehen. Landrat Peter Ottmann eröffnet sie am 6. Oktober um 11 Uhr.

 Rezitator Joachim Henn lädt für den 20. Oktober, 11 Uhr, zum Frühschoppen ein. Bei „Bitte setzen Sie mein Zimmer auf die Getränkerechnung“ zitiert Henn unter anderem Busch, Tucholsky und Hüsch.

Biersommelier Matthias Kliemt verkostet am 27. Oktober und 10. November jeweils mit Gästen fünf bis sechs Altbiere.

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