Der brutale Tod des kleinen Mirco aus Grefrath hat viele Menschen erschüttert. Der Film "Ein Kind wird gesucht" erzählt den Fall und zeigt neben der Verzweiflung der Eltern die zermürbende Arbeit der Ermittler.

Urteil im Mordfall Mirco ist rechtskräftig
Kerzen und ein Foto des getöteten Mirco aus Grefrath liegen im Juli 2011 vor dem Landgericht Krefeld. Archivbild.

Kerzen und ein Foto des getöteten Mirco aus Grefrath liegen im Juli 2011 vor dem Landgericht Krefeld. Archivbild.

Marius Becker

Kerzen und ein Foto des getöteten Mirco aus Grefrath liegen im Juli 2011 vor dem Landgericht Krefeld. Archivbild.

Grefrath. Der zehnjährige Mirco kommt abends nicht nach Hause. Als die Eltern am nächsten Morgen sein Verschwinden bemerken, beginnt eine verzweifelte Suche nach dem Kind. Und schließlich nach dem Täter, als sich abzeichnet, dass es um ein Verbrechen geht. 144 Tage dauert es, dann spricht Chef-Ermittler Ingo Thiel (Heino Ferch) den Satz: «Wir haben ihn.» Der Sender Arte zeigt das auf einer wahren Begebenheit beruhende Drama «Ein Kind wird gesucht» am Freitag (15. Dezember) um 20.15 Uhr. Packende eineinhalb Stunden mit fast schon dokumentarischem Charakter. 

Heino Ferch spielt Chef-Ermittler Ingo Thiel

Stark in der Rolle der Eltern: Silke Bodenbender und Johann von Bülow. Als Chef-Ermittler Thiel überzeugt Heino Ferch. Der Fall lässt ihn nicht los, mit feinem Gespür folgt er jeder noch so kleinen Spur. Für seine Kinder hat er kaum noch Zeit, raucht Zigarette um Zigarette. Die mühevolle Polizeiarbeit rückt in den Fokus des Filmes. Bei der Suche nach dem Kind sind Spürhunde im Einsatz, Tornados suchen mit Wärmebildkameras die Gegend ab. Zeugen werden befragt, und auch «Aktenzeichen XY...» berichtet über den Fall. Nach und nach setzt sich das Puzzle zusammen. Immer mehr Kleidungsstücke des Kindes tauchen auf, das Fahrrad, das gesuchte Auto des Täters.

Thiel arbeitet sich an den Unbekannten heran. Er ist sich sicher: Der Mann kommt aus der Umgebung. Auch die Eltern müssen sich unangenehme Fragen gefallen lassen. Haben sie etwas mit dem Verschwinden zu tun? Oder könnte der Täter aus der Kirchengemeinde der Familie stammen? Silke Bodenbender und Johann von Bülow lassen die Verzweiflung der Eltern spürbar werden. Das Paar ringt mit seinem Glauben. «Es wird alles gut, Gott ist da», tröstet der Vater seine Frau. Später verliert er selbst beinahe sein Vertrauen zu Gott.

Als die Zeugenhinweise weniger werden und die Ermittlungen ins Stocken geraten, startet die Mutter unter Tränen einen Aufruf im Fernsehen. Sie sei die einzige, die den Täter aus der Reserve locken können, ist Thiel überzeugt. Aber nichts passiert. Gemeinsam mit seinem Kollegen Mario Eckartz (Felix Kramer) lässt er nicht locker. Als Mircos Mutter und seine beiden Schwestern den Polizisten am Nikolaustag Schokolade schenken, halten es die Kommissare kaum aus. Die Zuversicht der Frau können sie nur schwer ertragen.

Ausgerechnet am ersten Weihnachtsfeiertag, dem 113. Tag seit Mircos Verschwinden, keimt Hoffnung auf. Die Polizei hat die Handynummer des vermeintlichen Täters. Die Suche ist aber noch nicht am Ende. Über Monate beherrschte der Fall Mirco im Jahr 2010 die Schlagzeilen. Unbedingt wollte Ingo Thiel, der Leiter der Sonderkommission, den Eltern und Geschwistern des Jungen Gewissheit verschaffen. Was ist Mirco zugestoßen? Wo ist er? Und wer hat ihm das angetan? Die Eltern, Sandra und Reinhard Schlitter, arbeiteten das Drama um ihren Sohn in dem Buch «Mirco: Verlieren. Verzweifeln. Verzeihen.» auf. Es war die Grundlage für die gelungene Verfilmung von Regisseur Urs Egger.

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