Auszahlung der ausstehenden Löhne soll nun oberste Priorität haben.

Grefrath. Wechsel an der Draftex-Spitze: Geschäftsführer Jürgen Hein wurde von der Ruia-Gruppe entlassen. Nachfolger ist Mandeep Khaira, der erst seit Montag bei dem Hersteller von Gummidichtungen für Autos arbeitet. Seit Juli 2011 ist Khaira auch Geschäftsführer des Reifen-Herstellers „Gumasol Rubber-Tec“ in Germersheim südlich von Speyer, das ebenfalls dem indischen Investor gehört. Hein ist ein altgedienter Draftex-Mann: von 1981 bis 1996 war er dort Finanz-Chef.

Investor: Management entscheidet, wann die Gehälter gezahlt werden

Im Dezember 2009 hatten Ruia (60 Prozent), Jürgen Hein (15 Prozent) und Insolvenzverwalter Wolf-Rüdiger von der Fecht (25 Prozent) das zahlungsunfähige Unternehmen übernommen. Seit Anfang dieses Jahres ist die Gruppe aus Kalkutta alleiniger Eigentümer der Firma an der Südumgehung mit 550 Beschäftigten. „Die Ruia-Gruppe steht voll und ganz hinter ihrem Investment in Draftex“, heißt es in einer Presseerklärung. „Wir fühlen uns unseren Mitarbeitern, Kunden und Partnern verpflichtet und nehmen unsere Verantwortung ernst.“

Zurückgewiesen wird von dem indischen Investor der diese Woche in der WZ von Jürgen Hein geäußerte Vorwurf, der Eigentümer sei Schuld am finanziellen Engpass des Unternehmens – und daran, dass die Mitarbeiter seit Wochen auf ihr Geld warten. Es sei die Entscheidung des Managements, wann die Gehälter gezahlt werden, so Ruia.

Ruia: Haben in diesem Jahr schon 2,2 Millionen Euro überwiesen

Zudem habe man in diesem Jahr bereits 2,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Untersuchungen bei Draftex hätten aber ergeben, dass Ruia „wesentliche Informationen über die Situation des Unternehmens nicht bekannt waren“. Sprich: Die finanzielle Lage der Grefrather Firma ist schlechter als bisher angenommen. Deshalb habe man sich am Mittwoch entschlossen, das „Management bei Draftex auszuwechseln“.

Weiter heißt es in der gestern veröffentlichten Presseerklärung: „Oberste und erste Priorität des neuen Managements wird es sein, die ausstehenden Löhne und Gehälter an die betroffenen Mitarbeiter auszuzahlen und die Produktion gleichzeitig in vollem Umfang weiterzuführen.“ Wann konkret Geld an die Beschäftigten überwiesen wird, war gestern allerdings nicht zu erfahren.

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