Leichenhalle und Kapelle werden an die Camps GmbH übertragen. Mit den Vorschlägen für den neuen Friedhof-Eingang ist der Bürgermeister noch nicht zufrieden.

BAUAUSSCHUSS
Die Kapelle auf dem Grefrather Friedhof soll renoviert und in ein Kolumbarium umgewandelt werden. Diesen Grundsatzbeschluss hat der Grefrather Bauausschuss gefasst.

Die Kapelle auf dem Grefrather Friedhof soll renoviert und in ein Kolumbarium umgewandelt werden. Diesen Grundsatzbeschluss hat der Grefrather Bauausschuss gefasst.

Kurt Lübke

Die Kapelle auf dem Grefrather Friedhof soll renoviert und in ein Kolumbarium umgewandelt werden. Diesen Grundsatzbeschluss hat der Grefrather Bauausschuss gefasst.

Grefrath. Was soll aus dem Grefrather Friedhof werden? Was soll mit der maroden Kapelle geschehen? Und soll ein Teil des Friedhofs in Parkflächen umgewandelt werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Bauausschuss, der am Montagabend im Rathaus Oedt tagte.

„Der Zugang muss für andere Bestatter frei bleiben.“

Michael Räppel, Bauamtsleiter, zum geplanten Kolumbarium

Wichtig war dem Ausschuss, zumindest die Richtung festzulegen, was aus der seit Jahren ungenutzten Kapelle wird. „Die Friedhofskapelle und die Leichenhalle werden auf Basis eines Vertrages an die Firma Camps GmbH übertragen“, beschlossen die Politiker einstimmig. Von Bestatter Andreas Camps sollen die Gebäude „renoviert und in ein Kolumbarium umgewandelt“ werden. Neu ist diese Idee nicht – und rechtlich noch ungeklärt.

Schon im Januar und November 2011 beriet der Ausschuss über Camps-Pläne für ein Kolumbarium, ein Gebäude mit pflegefreien Urnenplätzen (die WZ berichtete). „Das ist heute nur eine Grundsatzentscheidung“, stellte Bauamtsleiter Michael Räppel klar.

Bei der Genehmigung für eine solche Urnenstätte habe die Bezirksregierung ein Wörtchen mitzureden. „Und der Zugang muss für andere Bestatter frei bleiben“, so Räppel.

In Kauf genommen wurden Unwägbarkeiten. Einerseits könnte ein Kolumbarium für Bestattungen aus Nachbarkommunen interessant sein, in denen es eine solche Einrichtung nicht gebe. Andererseits sei nicht abzusehen, ob dadurch die Zahl herkömmlicher Begräbnisse auf dem Friedhof zurückgehe, die der Gemeinde Gebühren einbrächten.

Aus alten Grabfeldern im Osten soll eine Parkanlage werden

Wegen des mehrfach kritisierten Wildwuchses in einigen Bereichen des Grefrather Friedhofs soll die Verwaltung eine Pflanzungssatzung ausarbeiten.

Nach dem neuen Abwasserbeseitigungskonzept soll eine Reihe von schadhaften Kanälen in der Niersgemeidne bis zum Jahr 2018 saniert werden. Die jährlichen Kosten betragen rund eine Million Euro. Die Gesamtlänge der Kanalisation für Misch-, Regen- und Schmutzwasser beträgt rund 81 Kilometer.

Die Entscheidung über die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf moderne, sparsame Leuchtmittel wurde auf Antrag der SPD vertagt – die Partei hat noch Beratungsbedarf.

Skepsis auch bei Bürgermeister Manfred Lommetz. Er sei „ein Gegner von Monopolismus“. Normalerweise müssten solche Vorhaben ausgeschrieben werden. Doch immerhin sei Camps ein bewährter örtlicher Unternehmer.

Dessen erste Vorschläge zur Neugestaltung am Friedhof überzeugten ihn nicht: „So was würde ich nicht mitmachen.“ Lommetz: „Der Gemeinde darf kein Risiko bleiben!“

Konkret wurde beschlossen, die alten östlichen Grabfelder 102 und 103 langfristig in Parkflächen umzuwandeln. Bauamtsleiter Räppel mahnte, dass auch dann Kosten anfallen für die Gemeinde.

Denn auch eine Parkanlage aus ehemaligen Gräbern muss gepflegt werden. Die Entscheidungen kommentierte Bernd Bedronka (SPD) schmunzelnd mit Blick in die Runde: „Es gibt Leute unter uns, die werden noch erleben, was wir mit diesem Beschluss anrichten.“

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