Manfred und Johanna Suthoff aus Grefrath haben etwa 20 Krippen in ihrem Haus. Einige davon sind selbst gemacht.

Manfred und Johanna Suthoff aus Grefrath haben etwa 20 Krippen in ihrem Haus. Einige davon sind selbst gemacht.
Die Figuren dieser Krippe hat Manfred Suthoff, hier mit seiner Frau Johanna, selbst geschnitzt.

Die Figuren dieser Krippe hat Manfred Suthoff, hier mit seiner Frau Johanna, selbst geschnitzt.

Kurt Lübke

Die Figuren dieser Krippe hat Manfred Suthoff, hier mit seiner Frau Johanna, selbst geschnitzt.

Grefrath. Das Thema Krippe hat im Hause Suthoff das ganze Jahr über Saison – auch wenn ihr gerade in dieser Zeit die meiste Aufmerksamkeit zuteil wird. Bei Manfred und Johanna Suthoff gibt es mindestens 20 von ihnen. Sie stehen auf Tischen, hängen aus Glas an den Fenstern, schmücken die Schrankwand und einige von ihnen passen in eine Hand, wie die aus Äthiopien.

Seine erste Krippe hat Manfred Suthoff mit 13 Jahren mit der Laubsäge gefertigt. Damals wohnte er noch in Krefeld, war Messdiener und hatte geholfen, die Krippe in St. Dionysius aufzubauen. Das Interesse war geweckt. Mittlerweile wohnt Manfred Suthoff seit 50 Jahren in Grefrath, arbeitet mit Glas, schnitzt Figuren und seine Frau Johanna fertigt sie aus Ton.

Krefeld verbunden ist Suthoff immer noch: Er ist seit 60 Jahren Mitglied und mittlerweile Baas von „KR 23“. Einer Vereinigung, die sich „Brauchtum, Mundart und Freundschaft“ auf die Fahne geschrieben hat, wie Suthoff sagt. Für sie hat er jahrelang Krippenfahrten organisiert. „Das bedeutete, dass ich mich schon früh erkundigen musste, wie lange die Krippen gezeigt werden. Wie sie aufgebaut wird, sprich, ob im Laufe der Weihnachtszeit neue Figuren hinzukommen“, erklärt Suthoff. Dazu musste bei den Fahrten nicht nur ein Bus organisiert, sondern auch Möglichkeiten für eine Einkehr gefunden werden.

Als Außendienstler überall in Deutschland Krippen besucht

Doch nicht nur mit der Gruppe hat Suthoff Krippen in Deutschland und später auf der ganzen Welt besichtigt. Viele Jahre war er im Außendienst unterwegs und konnte so etliche Exemplare besichtigen. Mit seiner Frau und den drei Kindern wurde das Hobby auch privat gepflegt, heute sind noch die Enkelkinder dabei. Vor kurzem war das Ehepaar im Schwarzwald auf Krippen-Tour, ein Muss ist die Ausstellung „Krippana“ in Losheim in der Eifel.

„Die erste Krippendarstellung geht auf Franz von Assisi zurück, der 1223 anstelle der Predigt mit Menschen und Tieren die Weihnachtsgeschichte nachgestellt hat“, weiß Suthoff. 1808 sei die Krippe in Deutschland eingeführt worden. Im Zuge der Exkursionen und des steigenden Interesses wurde der 76-Jährige zum Fachmann für Krippen, lernte die unterschiedlichsten Arten kennen. Die Völker hätten ihre Krippen ihren Vorstellungen angepasst, so trügen die Figuren die Züge der jeweiligen Ethnie. Aber auch handwerklich gibt es Unterschiede. Beispielsweise in der Verarbeitung des Holzes. Am Niederrhein habe man Eiche bevorzugt, in Süddeutschland dagegen die weichere Linde. Waren die Figuren früher meist starr, so bieten die der Kevelaerer Schule Beweglichkeit. Suthoff: „Köpfe, Hände und Füße sind aus Holz. Der Rumpf ist aus Draht. So können die Figuren stehen, sitzen und knien.“

Wie die Figuren der Krippe in St. Laurentius. Suthoff hat ihr in der Vergangenheit viel Aufmerksamkeit gewidmet. In der Grefrather Pfarrkirche wird die ganze Weihnachtsgeschichte – von der Verkündigung bis zur Flucht nach Ägypten – erzählt. Diesen Wandel hat Suthoff mit der Kamera eingefangen und eine DVD angefertigt, sie besprochen und mit Orgelmusik, die er selbst gespielt hat, unterlegt.

Nach dem Krieg hatte die Kirchengemeinde eine Krippe beim Kevelaerer Künstler Willy Mathai bestellt. Die Kosten: sechs Zentner Kartoffeln. „Da die bei einem Bauern bereitgestellten Kartoffeln gestohlen wurden, musste ein zweites Mal bezahlt werden“, berichtet Suthoff. Die Frauen der Müttergruppe hätten mit Girmes- und Grevelour-Stoffen Kleider für die Figuren, die 45 bis 50 Zentimeter groß seien, gefertigt. Manch eine hat ein zweites Outfit. Wie die edel gekleidete Elisabeth, die von Maria über deren Schwangerschaft informiert wird und später noch als Bäuerin eine weitere Funktion übernimmt.

„1974 hat es dann in der Kirche gebrannt“, erzählt Suthoff. Etliche Figuren seien zerstört worden, Ochs und Esel trügen noch bis heute Brandspuren. Als Ersatz wurde eine Krautwald-Krippe angeschafft. Diese war in einen Holzblock geschnitzt. „Die Figuren sind grob gearbeitet und kamen nicht so gut an.“ Schließlich habe man über eine Spende die fehlenden Figuren in Kevelaer nachbestellen können.

Suthoff bedauert, dass die meisten Krippen nur noch bis zum 6. Januar (Heilige Drei Könige) gezeigt würden. „Früher ließ man sie bis zum 2. Februar, Maria Lichtmess, stehen.“ Aber auch dabei gebe es internationale Unterschiede. So könne man in anderen Ländern, wie auf Sizilien, das ganze Jahr über die Krippe bewundern. Etwas, das Manfred und Johanna Suthoff entgegenkommt – so können sie immer auf Krippen-Besichtigungstour gehen.

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