An der Dorfstraße 13 wird ein neuer Pächter gesucht. Außerdem wirft der Niers-Flüsterer einen Blick zurück auf prominenten Besuch aus Düsseldorf.

An der Dorfstraße 13 wird ein neuer Pächter gesucht. Außerdem wirft der Flüsterer einen Blick zurück auf prominenten Besuch aus Düsseldorf.
Für den Vinkrather Dorfladen an der Dorfstraße 13 wird ein neuer Pächter gesucht. Fotos (3): Friedhelm Reimann

Für den Vinkrather Dorfladen an der Dorfstraße 13 wird ein neuer Pächter gesucht. Fotos (3): Friedhelm Reimann

Hans-Theo Ohlenforst hat Marlene Heesen (m.) und Ina Löckener geehrt.

„Gruselige Orte“ heißt die Radio-Reportage über die ehemalige Nato-Kaserne. Das Foto zeigt die frühere Kegelbahn.

Die Vinkrather Trommler gaben am vergangenen Sonntag ein erfolgreiches Konzert vor der Pfarrkirche St. Josef.

Dieses Schild mit „Nordrhein Westfalen“ ohne Bindestrich hängt seit 1960 am Mehrfamilienhaus, Funkendyk 29. Zur Enthüllung war Ministerpräsident Franz Meyers in Grefrath zu Gast.

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Für den Vinkrather Dorfladen an der Dorfstraße 13 wird ein neuer Pächter gesucht. Fotos (3): Friedhelm Reimann

Grefrath. Eine schlechte Nachricht aus Vinkrath: Der Dorfladen gegenüber der St. Josef-Kirche wird voraussichtlich zum 1. Dezember schließen. Das kündigt ein Zettel im Fenster des Ladens an. Nicht nur für Gregor Wagner, Eigentümer des Ladenlokals an der Dorfstraße 13, wäre eine endgültige Schließung eine „Katastrophe“. „Viele Menschen, die den Aushang gesehen haben, sind schockiert. Es ist wichtig, dass dieser Laden bleibt. Viele ältere Leute in Vinkrath haben keine andere Möglichkeit, ihre Einkäufe zu erledigen“, sagt Wagner. Angeboten werden im Dorfladen derzeit neben täglich frischen Brötchen unter anderem auch Nudeln und Kaffee sowie Zeitungen und Tabakwaren. Doch nicht nur alt eingesessene Vinkrather könnte die Schließung des Ladens treffen. „Es kommen oft Kunden vom Heilpädagogischen Zentrum, die sich über etwas Selbstständigkeit freuen. Auch Kinder können beim Kauf einer gemischten Süßtüte lernen, mit Geld umzugehen“, so Gregor Wagner. Aus diesem Grund fragen sich nun viele, warum der Laden geschlossen werden soll. „Ich leite gleichzeitig auch die Pizzeria in Mülhausen an der Kirche und schaffe es auf Dauer nicht, beide Läden gleichzeitig zu führen“, erklärt der derzeitige Pächter Hasan Irgat. „Der Dorfladen läuft gut, aber morgens muss ich um 4 Uhr aufstehen, weil die Backwaren früh angeliefert werden. Die Pizzeria hat dann bis 22 Uhr geöffnet und ich bekomme nur wenig Schlaf. Hinzu kommt, dass ich in Vinkrath keine Mitarbeiter habe.“ Erst im vergangenen Jahr hatte er den Dorfladen von den Geschwistern Suat und Funda Alpaya übernommen.

Inhaber sucht Pächter

Damit es in Vinkrath weiterhin eine Einkaufsmöglichkeit gibt, sucht Gregor Wagner jetzt dringend einen Nachmieter. „Der Laden wird Anfang Dezember schließen, wenn sich niemand findet. Bei Interesse kann der Dorfladen nach Absprache aber auch schon früher übernommen werden“, sagt Wagner. Wichtig sei ihm aber, dass das Geschäft ein Dorfladen bleibe. „Eine Pizzeria oder etwas Ähnliches passt dort nicht hin. Was wir in Vinkrath brauchen, ist wirklich ein Dorfladen, in dem man frische Brötchen und das Nötigste einkaufen kann“, so der Eigentümer. Wer Interesse daran hat, das Ladenlokal an der Dorfstraße 13 zu übernehmen, kann sich ab sofort bei Gregor Wagner unter Tel. 02158/8189 melden.

Trommeln für den guten Zweck

Keine Sorgen über ihre Verpflegung mussten sich die Vinkrather am vergangenen Sonntag machen. Das Trommlerkorps Einigkeit Vinkrath hatte zu einem Benefizkonzert geladen, das die Musiker Pastor Johannes Quadflieg zu seinem silbernen Priesterjubiläum geschenkt hatten. Quadflieg hatte aus Anlass seines Jubiläums um Spenden unter anderem für die Kirchen der Pfarrgemeinde gebeten. Weil die Vinkrather Trommler gerne etwas für ihre Kirche tun wollten, schenkten sie ein Konzert, bei dem für den Kirchbauverein St. Josef gesammelt wurde. Und wie das in Vinkrath so ist: Wenn einer mal anfängt, machen alle mit. Und so gesellten sich noch der Kirchbauverein, der Schuffelclub, die Katholische Frauengemeinschaft und die Feuerwehr dazu, packten mit an und machten fast ein kleines Pfarrfest aus der Veranstaltung. Getränke, Brötchen und Würstchen wurden angeboten, Zelte, Tische, Bänke und eine Hüpfburg aufgebaut. Der Schuffelclub hatte Bäumchen geschmückt und eine 25 aus gelben und weißen Papierröschen an den Altar gehängt. Pfarrer Johannes Quadflieg zeigte sich begeistert von der Tatkraft der Vinkrather. Das Trommlerkorps hatte ein tolles Programm zusammengestellt und präsentierte neben viele Märschen auch eine Polka und das als Dudelsackmelodie bekannte Stück „Highland Cathedral“. Beim Schlager „Die Rose vom Wörthersee“ sangen die Zuhörer gerne mit. Am Ende hat sich das Konzert auch für den Kirchbauverein finanziell gelohnt. Frank Kölkes vom Trommlerkorps konnte Sebastian Trienekens und Johannes Quadflieg einen Scheck über 1100 Euro überreichen. Das Geld wird auch gleich gebraucht. Denn in der nächsten Woche beginnen Sanierungsarbeiten an der Josefs-Kirche.

Neue Kette für den Brudermeister

Kurz bevor das Schützenfest der Oedter Bruderschaft St. Vitus Anfang September beginnt, findet Ende August noch eine besondere Messe statt. Am Samstag, 27. August, feiert Pfarrer Mirko Zawiasa aus Oedt sein silbernes Priesterjubiläum in einer feierlichen Messe in der Vituskirche. Eingebettet in die Messe ist außerdem ein ganz besonderer Weihe-Akt für die Vitusschützen. Diese bekommen nämlich eine neue Brudermeisterkette für den jungen Brudermeister Thomas Reinke. Dessen Vater war bereits 1997 König und ist derzeit Schatzmeister. Aber nicht nur die neue Brudermeisterkette wird geweiht. Erstmals gibt es auch zwei Ministerketten, die die Minister der Schützen bisher nicht besessen haben. Das Königshaus hat die neuen Ketten gestiftet. Aber was ist mit der alten Brudermeisterkette? Der Hessentaler musste dem Alter Tribut zollen und kann bei öffentlichen Umzügen nicht mehr getragen werden. Die neue Kette für den Brudermeister haben Ex-König Guido Krahmer-Möllenberg und Karl Panzer gestiftet.

Lommetz freut sich über Tisch

„Das mit einem neuen Rathaus hat sich ja wohl vorerst erledigt. Deshalb gibt es jetzt einen neuen Konferenzraum“, scherzt Bürgermeister Manfred Lommetz. Der aktuelle im Grefrather Rathaus hat zwar einen großen Tisch, der früher mal bei der Feuerwehr gestanden hat. Er passt jedoch nicht quer, geschweige denn längs in den Raum – und er steht leicht schräg. Damit die Beleuchtung passt, ist diese auch schräg an der Decke angebracht worden. Außerdem sei die Luft zum Schneiden, wenn zehn Leute in dem Raum versammelt seien, so der Bürgermeister. Im neuen Raum hätten etwa 15 Menschen und der Tisch Platz. Fraglich ist, ob die Galerie der Bundespräsidenten, deren Fotografien ab Theodor Heuss eineinhalb Wände zieren, mit umzieht. Kleiner Hinweis vom Flüsterer: Muss nicht, schicke Gemälde von geschickten Grefrather Künstlern wären sicherlich schön(er).

Fußnote in der Landesgeschichte

70 Jahre NRW – der Geburtstag unseres Bundeslandes wird in diesen Tagen vielerorts gefeiert. So zum Beispiel gestern in Düsseldorf inklusive des royalen Besuches aus Großbritannien. Dass auch das kleine Grefrath mehr als nur eine kleine Fußnote in der Geschichte NRWs ist, wissen wohl nur noch die wenigsten. Das Ereignis, über das der Flüsterer jetzt berichtet, liegt nämlich schon 46 Jahre zurück. 1960 machte sich der damalige Ministerpräsident Franz Meyers (CDU) nach Grefrath auf, um an einem Festakt teilzunehmen. Dieser fand an der eher unscheinbaren Adresse Funkendyk 29 statt. An diesem Mehrfamilienhaus wurde damals ein Schild aufgehängt und enthüllt: „2 Millionen Wohnungen gebaut in Nordrhein Westfalen 1945 - 1960“ (Man beachte: Nordrhein Westfalen ohne Bindestrich). Die Millionenzahl wurde damals mit dem Bau der Wohnungen am Funkendyk erreicht. Dies führte dann zum Besuch des Ministerpräsidenten, der aus Mönchengladbach stammte. Meyers ist vor etwa 14 Jahren gestorben, das Schild hängt heute noch am Funkendyk.

Die gruselige Kaserne

Jetzt wird es gruselig. Im Rahmen einer Reportagereihe über „gruselige Orte“ war der Kinderradiokanal „KiRaKa“ zu Besuch in der alten Nato-Kaserne. Redakteurin Antje Grebing hat sich zusammen mit dem DRK-Vorsitzenden Christian Kappenhagen und dem ehemaligen belgischen Soldaten Freddy Dülks auf dem Areal mit den heute ziemlich verfallenen Gebäuden umgeschaut. Der 56-jährige Dülks war nach seinen zwölf Jahren Dienstzeit in Grefrath geblieben und erinnerte sich noch gut an das Gelände – mit der riesigen abschreckenden Rakete, mit Kegelbahn und Kino für die Soldaten. Und auch Christian Kappenhagen schwelgte in Erinnerungen, kamen ihm doch die Halloween-Feiern der amerikanischen Soldaten auf dem Gelände in den Sinn, bei denen sich so manches Grefrather Kind ganz gehörig gegruselt hat. Heute liegt das Gelände der Nato-Kaserne brach. Das DRK Grefrath hat dort eine Halle für seine Fahrzeuge angemietet.  

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