Diese Boygroup schneidet Pannen live.

Andreas Kraus, Matze Weinmann und Don Svezia (v.l.) parodierten als „Eure Mütter“ unter anderem eine Boygroup mit Handicap: Die „Sexy Boys“.
Andreas Kraus, Matze Weinmann und Don Svezia (v.l.) parodierten als „Eure Mütter“ unter anderem eine Boygroup mit Handicap: Die „Sexy Boys“.

Andreas Kraus, Matze Weinmann und Don Svezia (v.l.) parodierten als „Eure Mütter“ unter anderem eine Boygroup mit Handicap: Die „Sexy Boys“.

Lübke, Kurt (kul)

Andreas Kraus, Matze Weinmann und Don Svezia (v.l.) parodierten als „Eure Mütter“ unter anderem eine Boygroup mit Handicap: Die „Sexy Boys“.

Grefrath. Absolute Ekstase – nicht weniger fordert das Comedy-Trio „Eure Mütter“ vom Publikum, wenn einer der Drei diesen Namen nennt. 200 Gäste erleben am Donnerstagabend im Eissportzentrum an der Stadionstraße, diesem „postmodernen Hobbyraum“, zwei Stunden lang Gags am laufenden Band.

„Eure Mütter“ singen „I was made for loving you“ und hüpfen dazu rückwärts auf einem Bein, zaubern einen Blumenstrauß aus dem Hosenstall, geben den Tierstimmen-Imitator und sondern dabei nur absurde Wortschöpfungen ab – nichts ist ihnen verrückt genug, als dass sie es aussparen würden.

Dabei war aller Anfang ruhig: Zwei Männer, zwei Papptafeln und ein Dialog zum Mitlesen. Diese Nummer schien zwar vom Schweizer Duo „Ohne Rolf“ geklaut worden zu sein, war aber immerhin origineller als die bloße Aneinanderreihung von Sketchen, die darauf folgte.

Peruanische Strickmütze, Jazz-Parodie, schwarzer Humor

„Das älteste Klischee der Welt“, Frauen können nicht Autofahren, zerlegen die drei Stuttgarter in eine „Im Wagen vor mir“-Parodie, um im nächsten Moment als Boygroup mit Handicap gehörig aus der Reihe zu tanzen. Die schnelle Wandlungsfähigkeit ist das Markenzeichen von „Eure Mütter“, die per Fingerschnipp problemlos von der peruanischen Strickmütze zum Bestatter und weiter zur Jazz-Parodie ohne Instrumente wechseln.

Das Publikum lacht über Witzchen, über die Mutti nur den Kopf schütteln würde – und denkt sich selber solche aus. Diese „Pausenaufgabe“ bringt folgendes Juwel hervor: Was haben Edward Snowden und eine Vase gemeinsam? Beide zerspringen in 1000 Teile, wenn man sie aus dem Flugzeug wirft.

„Alle Pannen haben wir live rausgeschnitten“, kündigt das Trio an und liefert am Ende zum Beweis die „Outtakes“. Als sie dann in weißer Unterwäsche das „Synchron-Haarewaschen“ vorführen und als Zugabe wie Udo Jürgens im Bademantel die Bühne betreten, ist es vollbracht: absolute Ekstase. kr

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