SPD, FDP und Grünen stimmen im Hauptausschuss dafür, das Johnson- Gebäude zu kaufen. Die CDU ist dagegen.

Politik
Seit 2008 steht das ehemalige Entwicklungszentrum von Johnson Controls am Bronkhorster Weg leer. Am Montagabend hat eine Mehrheit aus SPD, FDP und Grünen im Hauptausschuss beschlossen, das Gebäude mit 3000 Quadratmetern Nuztzfläche zu kaufen und zum neuen Grefrather Rathaus umzubauen.

Seit 2008 steht das ehemalige Entwicklungszentrum von Johnson Controls am Bronkhorster Weg leer. Am Montagabend hat eine Mehrheit aus SPD, FDP und Grünen im Hauptausschuss beschlossen, das Gebäude mit 3000 Quadratmetern Nuztzfläche zu kaufen und zum neuen Grefrather Rathaus umzubauen.

Reimann

Seit 2008 steht das ehemalige Entwicklungszentrum von Johnson Controls am Bronkhorster Weg leer. Am Montagabend hat eine Mehrheit aus SPD, FDP und Grünen im Hauptausschuss beschlossen, das Gebäude mit 3000 Quadratmetern Nuztzfläche zu kaufen und zum neuen Grefrather Rathaus umzubauen.

Grefrath. Eine erste Hürde für den Kauf des Johnson-Controls-Gebäudes, in das Rathaus und Generationen-Treff einziehen sollen, ist genommen. Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte mit neun Ja-Stimmen bei viermal Nein der CDU für das Projekt. Die endgültige Entscheidung soll im nächsten Gemeinderat fallen.

„Wir verhandeln seit zweieinhalb Jahren darüber.“

Manfred Lommetz, Bürgermeister

SPD, Grüne und FDP wollen, dass in das Gebäude am Bronkhorster Weg neben der Verwaltung die Vereine „Älter werden in der Gemeinde“ sowie „Mutter und mehr“ einziehen. Dafür soll ein Raumkonzept erstellt werden. Eventuell übrig bleibende Flächen sollen vermietet werden. „Wir wollen, dass die Planungen vom Bauausschuss zeitnah begleitet werden“, erklärte Hans-Joachim Monhof (SPD). Zudem soll die Verwaltung reformiert werden, um zu sehen, wo Ämter eingespart werden können.

„Ich finde eine solche Entscheidung zu diesem Zeitpunkt unerträglich“, sagte Kirsten Peters (CDU). In einer Zeit, in der die Standortschließung von Johnson Controls und der Verlust von Arbeitsplätzen in Grefrath im Raum ständen, könne man dem Konzern nicht eine Million Euro hinterherwerfen. Vor dem Hintergrund bedrohter Existenzen von Mitarbeitern sei der Kauf moralisch verwerflich. Zudem sei der Preis von einer Million Euro für den „Ladenhüter“ zu hoch.

Trotz des Kaufs käme Grefrath nicht ins Haushaltssicherungskonzept

„Wir verhandeln seit zweieinhalb Jahren darüber“, erinnerte Bürgermeister Manfred Lommetz. Damals sei noch nicht die Rede von einer Standortschließung gewesen. Monhof bezweifelte, dass der Kauf Auswirkungen auf die Entscheidung bei Johnson hat: „Eine Million Euro spielt doch für so ein Unternehmen keine Rolle.“

Aber die CDU war nicht zu überzeugen. „Bei all dem vergessen wir, ob wir uns das überhaupt leisten können“, sagte Wilma Hübecker (CDU). Angesichts des Haushaltslochs von 2,8 Millionen Euro könne die CDU dafür nicht die Hand heben. Die Zinsen für die zwei Millionen Euro, die für Kauf und Umbau fällig werden, würden zwei Jahre den Haushalt belasten, bevor es überhaupt zum Umzug im Jahr 2015 kommt.

Die Grünen wollen die Jugendlichen in die Arbeit des Ausschusses für Jugend, Soziales und Senioren einbinden und haben daher beantragt, dass diese zwei Sitze mit Rede- und Vorschlagsrecht im Ausschuss erhalten. Die Jugendlichen sollen die beiden Vertreter selbst wählen. Die Verwaltung bietet an, dass bis zur Kommunalwahl im Mai 2014 erst einmal nichts verändert wird. Die Ausschussvorsitzende kann die Jugendlichen aber als Fachberater zu den Sitzungen einladen. Der Ausschuss beschließt dann die Anhörung im Einzelfall. In der nächsten Wahlperiode können die Jugendlichen dann als sachkundige Einwohner und beratende Mitglieder aufgenommen werden. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen.
 

„Wir sind zum Ergebnis gekommen, dass das die billigste Lösung ist“, sagte Monhof. „Das wird den Haushalt auf Dauer entlasten“, argumentierte Lommetz. Kämmerer Wolfgang Rive erklärte, dass Grefrath auch mit dem Kauf nicht ins Haushaltssicherungskonzept gerate – auch wenn die Gemeinde nur sehr knapp daran vorbeikommt.

Die CDU argumentierte weiter dagegen. Erst müsse eine Verwaltungsreform her, dann ein neues Rathaus. Außerdem sieht Hübecker kein großes Einsparpotenzial im Rathaus-Umzug. „Das muss einem das Bauchgefühl doch schon sagen“, entgegnete Rive. Wenn zwei Rathaus-Standorte zusammengefasst werden, ergäben sich Einsparungen.

Was die Alternative zum Kauf des Johnson-Gebäudes sei, wollte Dirk Drießen (Grüne) von der CDU wissen. „Dazu werden wir nächste Woche ausführlich Stellung nehmen“, sagte Hübecker.

Bernd Bedronka (SPD) erinnerte daran, dass es von der CDU Ende 2011 Neubaupläne für ein Rathaus auf dem Mäurers-Areal gab, die wesentlich teurer waren. Reine Baukosten: 3,75 Millionen Euro. Zudem sieht er neben dem neuen Rathaus und der Einrichtung eines Generationen-Treffs eine dritte Fliege, die mit einer Klappe geschlagen werden kann: An der Stelle, an der jetzt das alte Rathaus in Grefrath steht, können frei finanzierte, altengerechte Miet-Wohnungen entstehen.

» Die Ratssitzung beginnt am Montag um 19 Uhr im Oedter Rathaus an der Johannes-Girmes-Straße 21

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