Die WZ begleitet Anna Hanßen (14) bei ihrer Ausbildung auf dem Flugplatz. Nach Wartung, Säuberung und Reparatur der Segelflieger stehen bald erste Flüge an.

Die WZ begleitet Anna Hanßen (14) bei ihrer Ausbildung auf dem Flugplatz. Nach Wartung, Säuberung und Reparatur der Segelflieger stehen bald erste Flüge an.
Anna Hanßen erledigt zurzeit noch die Winter-Arbeiten in der Werkstatt. Bald geht es wieder in die Luft.

Anna Hanßen erledigt zurzeit noch die Winter-Arbeiten in der Werkstatt. Bald geht es wieder in die Luft.

Kurt Lübke

Anna Hanßen erledigt zurzeit noch die Winter-Arbeiten in der Werkstatt. Bald geht es wieder in die Luft.

Grefrath. In der Werkstatt am Flugplatz Niershorst hat alles seinen Platz: Die Werkzeuge sind in mehreren Kästen verstaut, für die Reinigungsmittel gibt es einen eigenen Schrank und weitere wichtige Utensilien hängen an einer selbstgebauten Spezial-Wand. Die übrigen Wände wurden erst vor Kurzem neu gestrichen. „Eine gute Arbeitsumgebung wie diese, in der man alles wiederfindet, ist sehr wichtig“, weiß Anna Hanßen. Die 14-Jährige macht auf dem Niershorst eine Ausbildung zur Segelflugpilotin. Der Übungsflugbetrieb ruht in den Wintermonaten. Daher verbringt sie jeden Samstag viele Stunden in der Werkstatt, um die Maschinen zu warten.

Zu Beginn des Tages steht allerdings wieder einmal die Theorie auf dem Programm: Während draußen die ersten Sonnenstrahlen den Frühling andeuten, geht es im Vereinsraum des LSV Grenzland von 10 bis 13 Uhr um „Menschliches Leistungsvermögen“.

„Es gibt keinen Fehler, der noch nie gemacht worden ist“, warnt Segelfluglehrer Helge Schulz zur Wiesch. „Man muss lernen, auf welche Sinne man vertrauen kann. Dabei ist es besonders wichtig, im Cockpit immer eine Zusammenarbeit anzustreben.“ Ob Stressbelastungen oder Gefahren im Flugzeug – die Jugendlichen lernen für den Ernstfall.

Mindestens 50 Arbeitsstunden müssen pro Jahr geleistet werden

Die ersten beiden Sitzungen zu diesem Thema sind absolviert und in Annas Ausbildungsnachweis vermerkt. Danach geht es raus in die Werkstatt. „Um selbst fliegen zu können, muss man verstehen, wie ein Flugzeug konstruiert ist“, sagt Anna. Zur Grundausstattung zählen ein Höhen- und ein Fahrtmesser sowie ein Variometer zur Geschwindigkeits-Bestimmung und ein kurzer Haubenfaden, der dem Piloten die Richtung der Luftströmung am Flugzeug zeigt. Drei Maschinen stehen in der Werkstatt. Besonders am Modell ASW 19 ist noch viel zu tun. Der Kunststoff-Flieger, der lediglich Platz für den Piloten bietet, wurde im bayerischen Poppenhausen gebaut und gilt als ideale Maschine für den Nachwuchs. In der Werkstatt fehlen ihm derzeit allerdings noch Anzeigen und die Haube.

Unter den Augen von Werkstattleiter Mark Ohligs, der selbst seit 2001 Flugerfahrungen sammelt, macht sich eine Gruppe von sieben Jugendlichen an die Arbeit. Zu den Aufgaben zählt es, die Flächen der Maschinen zu polieren und neu zu lackieren. „Außerdem haben wir schon einige Sitzschalen erneuert“, sagt Anna. Mindestens 50 Arbeitsstunden müssen pro Jahr geleistet werden. Absolvieren die Auszubildenden mehr Stunden, können sie ihre Fluggebühren reduzieren. Die Schülerin arbeitet mithilfe einer Liste die Fragen ab, die sie sich bei ihrer Tätigkeit stellen muss: Sitzt das Ruder richtig? Sind alle Kabel angeschlossen? Und vor allem: Ist die Maschine bereit, wieder zu starten?

Jetzt, nach Ostern, gehen die ersten Segelflieger wieder an den Start; dann sind die Wetterbedingungen optimal. Auf diese Zeit freut sich Anna ganz besonders. Insgesamt 17 Flüge im Schulungsflugzeug, einem Zweisitzer für Schüler und Lehrer, hat sie bereits hinter sich. Im Mai steht für sie ein Highlight auf dem Programm: das Vergleichsfliegen in Krefeld. „Dabei treten Schüler-Lehrer-Teams von verschiedenen Vereinen gegeneinander an“, erklärt Anna. Die Flugroute ab dem Niershorst kennt sie bereits gut. Dies wird für sie der erste Start auf einem fremden Terrain.

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