Ralf Pauly restauriert in seiner Werkstatt unter anderem historische Wagen von Grund auf.

Gemeinsam mit Mitarbeiter Tobias Pohl arbeitet Ralf Pauly (l.) an dem alte Mini. Auch Gerd Müllers (nicht im Bild) war an der Restaurierung beteiligt.
Gemeinsam mit Mitarbeiter Tobias Pohl arbeitet Ralf Pauly (l.) an dem alte Mini. Auch Gerd Müllers (nicht im Bild) war an der Restaurierung beteiligt.

Gemeinsam mit Mitarbeiter Tobias Pohl arbeitet Ralf Pauly (l.) an dem alte Mini. Auch Gerd Müllers (nicht im Bild) war an der Restaurierung beteiligt.

So sah der Mini zu Beginn der Arbeiten aus, auf dem rechten Bild ist er fast fertig.

So sah der Mini zu Beginn der Arbeiten aus, auf dem rechten Bild ist er fast fertig.

Friedhelm Reimann, Bild 1 von 3

Gemeinsam mit Mitarbeiter Tobias Pohl arbeitet Ralf Pauly (l.) an dem alte Mini. Auch Gerd Müllers (nicht im Bild) war an der Restaurierung beteiligt.

Grefrath. Es sind Bilder aus der guten alten Auto-Zeit, die den Menschen ins Auge fallen, die die Werkstatt an der Industriestraße 10 in Grefrath betreten: geschwungene Kotflügel, viel Chrom, amerikanisches Design der 60er Jahre. Und mittendrin das Foto einer Highway-Station, die es heute noch gibt: das Big Texan Steakhouse an der Route 66 in Amarillo.

Ja, es ist eine ganz normale Werkstatt, aber der Blickfang am Eingang lässt die Leidenschaft des Chefs erkennen: Ralf Pauly liebt es, alte Autos zu restaurieren. „Es wäre natürlich ein Traum, wenn ich so etwas ausschließlich machen könnte.“ Aktuell hat er den Mini Cooper eines Kunden von Grund auf saniert. Blech, Kabel, Interieur, Motor – das alte Auto wirkt wie frisch vom Band gelaufen.

„Bevor man ein altes Auto auseinander nimmt, weiß man nie: Was kommt uns hier entgegen?“

Ralf Pauly, Kfz-Meister mit Werkstatt in Grefrath

Seit sieben Jahren ist Ralf Pauly in Grefrath, vorher hatte er über viele Jahre sein Geschäft im benachbarten Lobberich. „Um Oldtimer habe ich mich von Anfang an gekümmert“, sagt er. Gern erinnert er sich an seine erste Restaurierung: ein sogenannter Buckel-Volvo, das Modell PV444H. „Da haben wir ein dreiviertel Jahr dran gearbeitet.“ Es müssen nicht notwendigerweise amerikanische Dickschiffe sein, die der Kfz-Meister aus Hüls in Ordnung bringt. Obwohl er diese auch mag. Er hat’s genauso mit den europäischen Klassikern: Manta, Ford Capri, R 4, Ente oder eben das deutscheste der deutschen Autos: der Käfer.

Letztlich ist es egal, wer mit einem alten Gefährt kommt, es wird repariert. Wenn – ja wenn der Auftraggeber das nötige Kleingeld mitbringt. „Wenn wir den Wagen hier haben, mache ich eine grobe Kalkulation vorab. Das kann dann immer noch variieren, aber wir haben zumindest schon mal eine Orientierung“, so Pauly. „Bevor man ein altes Auto auseinander nimmt, weiß man nie: Was kommt uns entgegen?“ Übrigens: Nach Stundenlohn dürfe man in keinem Fall kalkulieren. Das könne am Ende niemand bezahlen.

Vieles bei den Arbeiten ist Handwerk

Etwa alle zwei Jahre kommt es vor, dass ein Kunde bei Pauly aufschlägt und ein altes Auto rundum saniert haben möchte. So wie jetzt beim eingangs geschilderten Mini. Wie kompliziert ist so etwas überhaupt? Pauly winkt ab: „Die Karosserie ist doch nur eine Haut, was Äußerliches.“ Und einen Motor nehme man halt komplett auseinander – alles Handwerk.

Schwieriger wird’s schon, wenn Chromleisten besorgt oder Sitzbezüge angefertigt werden müssten. „Das sollen ja häufig Originalteile sein“, erklärt Pauly. Es ist immer die Frage, was ein Kunde will. Total gründlich und vom Feinsten gemacht, könne eine BMW-Isetta auch mal schnell 20 000 Euro kosten.

Kommt es eigentlich immer noch vor, dass Autos nach Jahrzehnten in einer Scheune gefunden werden? Zum Beispiel ein Nachkriegs-BMW-Dixie? „Klar“, sagt Pauly. Und benennt, was er dann vorfindet: Rost überall, auch im Motor, verrottete Polster, völlig poröse Kabel, und, und, und – ein Fass ohne Boden. Wenn’s denn ein Auto ist, das zwar alt ist, aber in einer Garage gestanden hat? „Auf keinen Fall den Motor starten“, empfiehlt der Fachmann. Selbst wenn der drehe, sei der Schaden schon programmiert.

Nur „etwas machen“ geht oft nicht

Kalkulierbarer wird’s, wenn etwa der Motor noch funktioniert, aber das Blech gemacht werden muss. Was für Pauly aber kaum umsetzbar ist, ist die Bitte eines Kunden: „Mach das, was geht.“ „Wenn der Thunderbird 20 Jahre in der Garage gestanden hat – wie soll das gehen?“, fragt er.

Welche von den heutigen Autos werden denn mal Oldtimer? Der Meister zuckt mit den Schultern. „Zuviel Massenware. Zu hoch gezüchtet.“ Wie soll eine Hochdruckpumpe, die gerade vom Band läuft, in 40 Jahren noch laufen? Porsche, ja klar, da sei jeder Wagen ein Kandidat. Oder der Jeep Defender, die kastenförmige Karre – klare Kante halt.

Was sind für Pauly die klassischen Oldtimer? Natürlich, die Ami–Schlitten: Thunderbird, Chevrolets, Cadillacs. Bei den Europäern seien es neben den bereits genannten der Citroën DC („das Auto, mit dem Fantomas unterwegs war“) und natürlich der Alfa Spider.

Welche Autos würde Ralf Pauly für sich mal zurecht machen? „Vielleicht einen F 100 (Ford Pick-up ) von 1950. Oder einen 1200er Käfer.“ Welches Auto fährt er privat? Einen Jaguar von 1986. Der ist vergangenes Jahr Oldtimer geworden.

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