Die 15-Jährige macht in Grefrath ihren Flugschein. Die WZ berichtet darüber im Rahmen einer Serie.

Anna Hanßen darf nun alleine im Segelflieger vom Niershorst in Grefrath abheben. Die Schülerin hält aber per Funk Kontakt zu ihrem Trainer.
Anna Hanßen darf nun alleine im Segelflieger vom Niershorst in Grefrath abheben. Die Schülerin hält aber per Funk Kontakt zu ihrem Trainer.

Anna Hanßen darf nun alleine im Segelflieger vom Niershorst in Grefrath abheben. Die Schülerin hält aber per Funk Kontakt zu ihrem Trainer.

Kurt Lübke

Anna Hanßen darf nun alleine im Segelflieger vom Niershorst in Grefrath abheben. Die Schülerin hält aber per Funk Kontakt zu ihrem Trainer.

Grefrath. Die Sonne prallt auf den Niershorst. Die Temperaturen liegen bei über 30 Grad. Während manch einer ihrer Schulkameraden den Spätsommer am See oder im Freibad verbringt, steht Anna Hanßen (15) wieder einmal auf dem Grefrather Flugplatz und lässt sich von der Hitze nicht beeindrucken: „Das Wetter ist eigentlich sogar sehr gut zum Fliegen.“

 

Besonders motiviert ist sie, da sie seit wenigen Wochen für ihren Segelflugschein in einer neuen Maschine üben darf: der Ka-8, einem Einsitzer. Bis hierhin hatte ihr im Schulungsdoppelsitzer ASK21 stets ein Trainer über die Schulter geschaut. Für ihre A-Prüfung flog sie den Doppelsitzer Ende Juni erstmals alleine. Im Rahmen des zweiwöchigen Fluglagers im baden-württembergischen Leibertingen auf der Schwäbischen Alb, zu dem sie mit ihrem Verein in den Schulferien aufgebrochen war, erhielt sie anschließend von Coach Andrew Gardiner die Einweisung für die neue Maschine. „Dafür habe ich zuerst das Flug- und Betriebshandbuch gelesen“, erklärt Anna. „Dann hat mir der Trainer alles genau gezeigt.“

Die Ka-8 ist ein weißes Holzflugzeug. Besonderes Merkmal ist die offene Haube, auch „Cabrio-Haube“ genannt, die bei entsprechend gutem Flugwetter ganz abgenommen werden kann. Im Gegensatz zum Doppelsitzer ist die Ka-8 deutlich leichter und wird langsamer geflogen. Deshalb eignet sie sich in der Ausbildung speziell für das Thermik-Fliegen, also um zu lernen, wie man Aufwinde am besten ausnutzen kann.

„Jede Maschine fliegt sich unterschiedlich, darum war der erste Start sehr aufregend“, erzählt die Schülerin. „Selbst die Ruder reagieren anders, als ich es gewohnt war.“ Der größte Unterschied aber ist selbstverständlich, dass sie mit ihrem Trainer in der Luft jetzt ausschließlich per Funk in Kontakt steht. Zu Beginn eines Trainingstages geht sie mit ihm erst einmal gemeinsam die Übungen durch, dann hebt sie allein ab.

Rund 20 Mal ist sie im August bereits in dem Einsitzer geflogen und hat dabei schon einen weiteren Erfolg verbucht: Im Anschluss an die bestandene A-Prüfung hat sie jetzt auch den praktischen Teil der B-Prüfung gemeistert. „Dafür musste ich unter anderem von einer Linkskurve direkt in eine Rechtskurve sowie Kreise fliegen und in einem genau festgelegten Zielfeld landen“, sagt sie. Dabei hat sie auch von den Erfahrungen aus dem Fluglager profitiert, denn die Flugbahn in Leibertingen war im Gegensatz zu ihrer „Stamm-Bahn“ uneben. Eine erfolgreiche Landung erforderte daher ein besonders präzises Abschätzen der Flughöhe.

Der theoretische Teil der B-Prüfung folgt ab Herbst dieses Jahres, wenn die Segelflugsaison vorbei ist. Vorher möchte Anna gerne noch die Einweisung für ein weiteres Segelflugzeug, den Einsitzer Discus CS „AB“, erhalten. „Der Discus fliegt schneller und ist besonders für Streckenflüge geeignet“, erklärt sie. Wie lange die Saison genau dauert, hängt nicht zuletzt vom Wetter ab. Mindestens bis Ende des Monats wird sie noch weiter fliegen dürfen.

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