In einer geheimen Wahl wurde der Kauf des ehemaligen Entwicklungszentrums von Johnson Controls beschlossen. 2015 soll die Verwaltung zum Bronkhorster Weg ziehen.

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Dirk Drießen (Grüne) gab als Erster seinen Wahlzettel bei der Abstimmung zum Rathaus-Kauf ab.

Dirk Drießen (Grüne) gab als Erster seinen Wahlzettel bei der Abstimmung zum Rathaus-Kauf ab.

Reimann

Dirk Drießen (Grüne) gab als Erster seinen Wahlzettel bei der Abstimmung zum Rathaus-Kauf ab.

Grefrath. Um 20.09 Uhr ging der parteilose Bürgermeister Manfred Lommetz als Letzter zur Wahlurne. Vier Minuten später wurde das Ergebnis der Auszählung verkündet: In geheimer Wahl stimmten am Montagabend 19 Ratsmitglieder für den Kauf eines neuen Rathauses und zwölf dagegen.

„Das wird für die Gemeinde in der Katastrophe enden.“

Sebastian Trienekens (CDU)

Bis auf eine Ausnahme hatte die „Ampel“ aus SPD, FDP und Grünen für das Projekt gestimmt. Der Fahrplan für den neuen zentralen Verwaltungssitz im ehemaligen Entwicklungszentrum von Johnson Controls am Bronkhorster Weg: Dieses Jahr wird geplant, 2014 umgebaut und 2015 soll der Umzug sein.

Vorausgegangen war dem Urnengang eine fast 50-minütige Grundsatz-Debatte zwischen der „Pro-Fraktion“ aus SPD, FDP, Grünen und Bürgermeister Lommetz sowie den „Kontras“ der CDU. Allerdings wurden im Prinzip nur die bereits bekannten Argumente und leicht abgewandelte Variationen ausgetauscht.

Wilma Hübecker (CDU) bemängelte: „Eine vernünftige Finanzierung liegt nicht vor.“ Ihr Kollege Sebastian Trienekens prophezeite: „Das wird für die Gemeinde in der Katastrophe enden.“

„Wenn wir sparen wollen, müssen wir das Gebäude kaufen.“

Manfred Lommetz, Bürgermeister

Gelassen reagierte die „Ampel“. „Wir haben zwei Jahre zusammengesessen und gerechnet wie die Blöden. Das ist die günstigste Lösung“, sagte Bernd Bedronka (SPD). „Es ist die nachhaltigste Lösung für die Gemeinde und die beste für die Vereine“, meinte Dirk Drießen (Grüne). Und schob genüsslich in Richtung CDU hinterher: „Sie haben keine Alternative.“ Die hatten die Christdemokraten für diese Woche angekündigt, aber bis zur Ratssitzung nicht geliefert.

Einrichtung eines Mehrgenerationen-Hauses für die Vereine „Älter werden in der Gemeinde“ sowie „Mutter und mehr“ im Erdgeschoss. Vermietung der Gebäude-Restflächen. Verkauf der Rathäuser Grefrath und Oedt sowie des Wohnhauses Johannes-Girmes-Straße 19 a und des Jugendheims „Dingens“. Unterbringung der Verwaltungsnebenstelle in der Oedter Zweigstelle der Sparkasse Krefeld am Niedertor. Maximale Kosten für Kauf, Umbau und Umzug des neuen zentralen Rathauses: 2,15 Millionen Euro.
 

Auch Manfred Lommetz, von dem die Idee für ein zentrales Rathaus stammt, griff in die Diskussion ein: „Wenn wir sparen wollen, müssen wir das Gebäude kaufen.“ Finanzielle Unwägbarkeiten „wie beim Berliner Flughafen“ sieht er nicht.

Nachdem Horst Lübke (FDP) eine geheime Abstimmung beantragt hatte, wurden Wahlkabine und -urne aufgebaut. Jeweils elf Ratsmitglieder von SPD und CDU, jeweils vier von FDP und Grünen sowie Bürgermeister Manfred Lommetz machten ihr Kreuz. Mit 61,3 Prozent Ja-Stimmen wurde der Weg für ein neues Rathaus in der Niersgemeinde freigemacht.

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