Mehr als die Hälfte der Neuankömmlinge soll ab Anfang August an der Johannes-Girmes-Straße in Oedt untergebracht werden.

Mehr als die Hälfte der Neuankömmlinge soll ab Anfang August an der Johannes-Girmes- Straße in Oedt untergebracht werden.
Das ist der Gemeinschaftsraum der Unterkunft an der Johannes-Girmes-Straße 32 in Oedt.

Das ist der Gemeinschaftsraum der Unterkunft an der Johannes-Girmes-Straße 32 in Oedt.

Kurt Lübke

Das ist der Gemeinschaftsraum der Unterkunft an der Johannes-Girmes-Straße 32 in Oedt.

Oedt. Seit der Jahreswende hat sich die Flüchtlingssituation für viele Kommunen entspannt. Das Land hat inzwischen mehr eigene Kapazitäten, und durch die Schließung der Balkanroute kamen weniger Flüchtlinge nach Deutschland.

Die Gemeinde Grefrath wird aber seit gestern vor eine neue Herausforderung gestellt. „Die Bezirksregierung hat uns mitgeteilt, dass wir zwischen 2. August und 30. September insgesamt 42 Flüchtlinge aufnehmen müssen.“ Das teilte Soziamtsleiter Volkmar Josten gestern am Rande eines Besichtigungstermins in der Unterkunft an der Johannes-Girmes-Straße 32 (ehemals Elektro Jacobs) mit. Ursprünglich sollten sogar 72 Flüchtlinge nach Grefrath kommen.

Bei diesen Menschen soll es sich überwiegend um Familien handeln. Bis zu 25 werden an der Johannes-Girmes-Straße untergebracht. Der Rest könnte am Bruchweg oder Am Reinersbach eine Heimat finden. Die umgebauten ehemaligen Geschäftsräume der Familie Jacobs stehen derzeit leer, nur die beiden Wohnungen im Haupthaus nebenan sind bereits belegt. Ursprünglich sollten in Oedt Familien aus anderen Unterkünften untergebracht werden. Von dieser Idee musste sich die Gemeinde jetzt aber verabschieden.

Zum Besichtigungstermin kamen gestern rund 20 Interessenten, die aber keine unmittelbaren Nachbarn der Johannes-Girmes-Straße 32 sind. Das ehemalige Ladenlokal hat das Bauunternehmen Hamelmann gekauft und umgebaut. Die Gemeinde Grefrath hat die Räume seit dem 1. Mai von Hamelmann gemietet. Die Einrichtung verfügt über einen rund 80 Quadratmeter großen Gemeinschaftsraum mit Küche und Aufenthaltsraum. Im hinteren Bereich gibt es fünf Zimmer, die jeweils rund 20 Quadratmeter groß sind und in denen jeweils fünf Menschen wohnen können. Für jeden Bewohner stehen ein Bett, ein Spind, ein Stuhl, ein Tisch sowie eine Steckdose zur Verfügung. Für jedes Zimmer gibt es einen eigenen Herd, Kühlschrank und Kleiderschrank.

Alles sieht sehr neu aus, weil die Räume komplett renoviert wurden. Die Waschmaschinen und Bäder sind auch neu. Zur Sicherheit der Frauen sind deren Baderäume abschließbar.

In der Gemeinde Grefrath leben derzeit insgesamt 270 Flüchtlinge. Das weitere hinzu kommen, kann Josten natürlich nicht ausschließen. Grefrath erfüllt derzeit nur eine Aufnahmequote von 71 Prozent, außerdem verändert das Land den Verteilungsschlüssel für die Kommunen immer wieder. Die Gemeinde hat auch Privathäuser angemietet, in denen weitere Flüchtlinge untergebracht werden könnten. Josten geht davon aus, dass nach der Zuweisung der 42 Flüchtlinge noch Platz für weitere rund 50 Menschen bleibt.

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