In der Grefrather Gaststätte „Zum Nordkanal“ wurden unter anderem die aktuellen Flüchtlingszahlen genannt.

Im karnevalistisch geschmückten Saal der Gaststätte stand am Donnerstag die Situation der Flüchtlinge auf der Tagesordnung.
Im karnevalistisch geschmückten Saal der Gaststätte stand am Donnerstag die Situation der Flüchtlinge auf der Tagesordnung.

Im karnevalistisch geschmückten Saal der Gaststätte stand am Donnerstag die Situation der Flüchtlinge auf der Tagesordnung.

Lübke

Im karnevalistisch geschmückten Saal der Gaststätte stand am Donnerstag die Situation der Flüchtlinge auf der Tagesordnung.

Grefrath. „Wir können sehr stolz auf unsere Ehrenamtler sein, die sich mit viel Herzblut um die Flüchtlinge kümmern.“ Das sagte Grefraths Bürgermeister Manfred Lommetz im voll besetzten Saal der Gaststätte „Zum Nordkanal“ Etwa 140 Bürger waren am Donnerstagabend zu der Info-Veranstaltung in Sachen Flüchtlinge gekommen. In der Hauptsache ging es darum, über das Erreichte zu berichten, Ängste zu nehmen und den Blick nach vorne zu richten.

Der Leiter des Sozialamts, Volkmar Josten, nannte zunächst einmal den Ist-Zustand: Allein im vergangenen Jahr waren der Gemeinde 255 Asylbewerber zugewiesen worden. Derzeit seien es 282 Personen, davon 118 am Oedter Bruchweg, 109 am Reinersbach in Grefrath und 55 in rund einem Dutzend angemieteter Liegenschaften. Gerade sei die Platzwart-Wohnung am Oedter Sportplatz dazugekommen. Zudem würde durch den Ausbau einer Immobilie an der Johannes-Girmes-Straße Platz für 30 Menschen geschaffen.

Die Flüchtlinge kämen zu einem großen Teil aus Syrien und den Balkanländern, aber auch aus Iran und Irak und anderen Krisengebieten. Etwa zwei Drittel seien Familien, darunter 70 Kinder und 16 Jugendliche ab 14 Jahren.

Josten geht davon aus, dass es in den nächsten Monaten nicht zu sehr vielen Zuweisungen komme. Begründung: „Die zuständige Bezirksregierung will jetzt erst einmal die Kommunen berücksichtigen, die ihr Kontingent noch nicht erfüllt haben.“ Rechnet man die Immobilie an der Girmes-Straße dazu, habe man noch Platz für die Aufnahme von etwa 60 Personen.

Die neue Koordinatorin heißt Barbara Behrendt

Moderater des Abends war Roland Schiffer, Mitglied des Kuratoriums Diakonisches Werk Krefeld/Viersen, der auch in Grefrath seit dem Frühjahr 2015 den „Runden Tisch Asyl“ leitet. Schiffer sprach von einem „unglaublichen Engagement in dieser Gemeinde“ und von einer großen Leistung der Verantwortlichen, die es bisher geschafft hätten, die Menschen aus den fernen Ländern nicht in Zelten oder Sporthallen unterzubringen.

Engagement Wer sich bei der Flüchtlingshilfe einbringen möchte, kann zu einem Workshop kommen: Montag, 19 Uhr, evangelisches Gemeindezentrum in Oedt, Bergweg 2. Der nächste „Runde Tisch Asyl“ ist am 8. März, 18 Uhr, im katholischen Jugendheim in Oedt, Kirchplatz 16. www.grefrath-hilft.de

Annemarie Quick, Ehrenamtlichen-Koordinatorin der Gemeinde, sprach ebenfalls von einer großen Welle der Hilfsbereitschaft, auch der Sportvereine und der kirchlichen Träger. Allein etwa 20 Ehrenamtler würden ein- oder zweimal in der Woche Deutschkurse durchführen. Zurzeit werde überlegt, ein Sprach- oder Begegnungscafé einzurichten. Annemarie Quick geht Ende Februar in den Ruhestand; ihre Nachfolgerin, Barbara Behrendt, wurde vorgestellt.

Eckhard Klausmann, Sprecher der Ehrenamtler, kennt etwa 70 Personen, die sich bisher ehrenamtlich und vielfältig um die Flüchtlinge kümmern würden. Klausmann nannte eine breite Palette der Hilfestellungen, angefangen vom Sport über Kinderbetreuung bis hin zum kostenlosen Haareschneiden. „Wir denken derzeit auch über die Einrichtung einer Job-Börse nach, denn das Schlimmste für viele Flüchtlinge ist die Langeweile“, so Klausmann.

Viele Fragen wurden aus dem Plenum gestellt und von den Offiziellen beantwortet. Zum Beispiel: „Sie hatten doch einmal einen Notfallplan und wollten im leer stehenden Verwaltungsgebäude von Johnson Controls über hundert Flüchtlinge unterbringen – was ist daraus geworden?“ Manfred Lommetz antwortete, dass dieser Plan erst einmal vom Tisch sei. Zumal auch der jetzige Eigentümer das nicht mehr wolle, aber andere Räumlichkeiten an der Mühlhausener Straße angeboten habe. Ein Grefrather meinte, dass Flüchtlinge generell Ängste verbreiten würden. Klausmann riet ihm, mit ihm zu einer Unterkunft zu gehen, damit er die Menschen kennenlernen könne. schö

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