WZ-Umfrage: Wie bekannt ist das Quartett, das am Sonntag bei der Bürgermeister-Wahl in Grefrath antritt? Dieser Frage ist die WZ nachgegangen– und hörte Erstaunliches...

Grefrath. Ihre Plakate hängen an Bäumen und Laternen, sie scheinen momentan allgegenwärtig zu sein: Die vier Bürgermeister-Kandidaten von Grefrath. Doch wie bekannt sind diese Politiker wirklich? Wer erkennt sie? Und wer kann die Gesichter der richtigen Partei zuordnen? Die WZ hat kurz vor der Kommunalwahl die Probe aufs Exempel gemacht. Der Test bestand aus vier Portrait-Fotos und einer Frage: "Kennen Sie diese Personen?"

"Das ist ein Grefrather, der hängt überall an den Bäumen."

Johannes Geisen

Am bekanntesten scheint Amtsinhaber und CDU-Politiker Herbert Kättner zu sein. Alle Befragten sagten "Den kenne ich" und nannten zudem den Namen. "Das ist ein sympathischer Mann, eine Wiederwahl würde ich befürworten", sagt Johann Geisen, der mit seiner Frau Helene im Biergarten von Haus Bruch sitzt und einen sonnigen Nachmittag genießt. Sogar Brunhilde Bala aus Wachtendonk kennt Kättner: "Ich wusste sogar mal den Namen", sagt die Frau, die früher als Fotoreporterin arbeitete.

Auch SPD-Kandidatin Monika Nöthe ist vielen ein Begriff. "Die ist letztes Mal nicht durchgekommen", erinnert sich Johann Geisen. Und Familie Ciprian vom Eiscafé Aldrighetti fragt sich: "SPD oder Grüne? Wie heißt die Frau denn noch mal- Sabine?"

Reiner Wolff, Kandidat der FDP, ist auf dem Foto mit einer Gitarre zu sehen. "Macht der Musik?", fragt Helene Geisen. Aber einzuordnen weiß sie den Liberalen nicht. "Heißt der nicht Wolters?", will Cornelia Mertens wissen.

Der parteilose Kandidat Manfred Lommetz ist den meisten Grefrathern ein Begriff: "Der ist Rechtsanwalt, den wähle ich", sagt Cornelia Mertens am Flughafen Niershorst. "Das ist ein Grefrather, der hängt überall an den Bäumen", sagt Johann Geisen. "Der Vater ist bei der Versicherung", weiß Gerda Heinrichs beim Bier im Haus Kempges. Wobei man allerdings sagen müsste: war. Willi Lommetz starb Anfang April im Alter von 83Jahren.

"Die Parteiprogramme kennt doch eh keine Sau."

Cornelia Mertens

Der amtierende Bürgermeister (58) tritt wieder für die CDU an. Bei der Direktwahl 2004 holte er 55,5 Prozent der Stimmen- fast neun Prozent mehr als seine Partei.

Der 55-jährige Anwalt ist der einzige parteilose Bewerber in Grefrath. In der Politik ist er bisher nicht in Erscheinung getreten, aber in einer Reihe von Vereinen.

Die 58 Jahre alte Personaltrainerin tritt wie schon 2004 für die SPD an. Bei der Wahl vor fünf Jahren holte sie 34,9 Prozent- und damit fast drei Prozent mehr als ihre Partei.

Zum ersten Mal tritt der Betriebswirt, der seit acht Jahren Mitglied der FDP ist, politisch in Erscheinung. Mit 50 Jahren ist er der jüngste der vier Kandidaten.

Gisela und Hans-Werner Holzheuer nennen alle vier Kandidaten wie auf Knopfdruck- was nicht weiter verwundert. Schließlich war Hans-Werner-Holzheuer von 1974 bis 1989 im Gemeinderat: "Das gehört zur Allgemeinbildung!", sagen sie im Duett. Und fragen sich, warum die Grünen diesmal keinen Kandidaten stellen.

Wird also nach Gesichtern gewählt? "Die Parteiprogramme kennt doch eh keine Sau", meint Cornelia Mertens. Und Gerda Heinrichs sagt: "Die meisten wählen nach Parteien."

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