Vor knapp fünf Jahren startete das Projekt in Viersen. Seither wurden 675 der 1638 Grabstätten verkauft.

Viersen. Mit dem gerade frisch begonnenen Jahr ist für Bernd Bodenbenner eine Veränderung eingetreten, die „mich schon wehmütig macht“, wie es der Viersener beschreibt. Fünf Jahre stand er als Geschäftsführer an der Spitze der Grabeskirche in Viersen. Damit begleitete er das Projekt von der ersten Stunde an. Aber mit nunmehr 67 Jahren möchte Bodenbenner kürzer treten und sich seiner Familie widmen, zu der sechs Enkel gehören.

Die Entscheidung fiel ihm nicht leicht, denn das Miteinander mit den Menschen, die zur Grabeskirche kommen, hat er genossen. „Als der Weihbischof am 1. Juni 2012 die Grabeskirche einsegnete, waren wir alle vom Konzept überzeugt. Aber keiner wusste, wie es angenommen würde. Es war eine spannende Frage, die ich nun rückblickend beantworten kann“, bemerkt Bodenbenner. Die Menschen haben das Konzept, das aus vielen Mosaiksteinchen besteht und das über die Jahre ausgeweitet wurde, gut angenommen. Es ist nicht nur dass Bürger sich in der Grabeskirche ihre letzte Ruhestätte wünschen und den Trauer- und Begegnungsraum für sich nutzen, es geht weit über den Bereich Tod und Trauer hinaus. Ausstellungen und Konzerte, die die Kirche mit Leben füllen und einen Raum für Hoffnung und Lebensmut geben, stoßen auf Begeisterung. Eine Entwicklung von Angeboten, an denen Bodenbenner mitgearbeitet hat. Er sieht den Schlüssel zum Erfolg der Grabeskirche darin begründet, dass sich viele Bürger um die Grabeskirche bemühen und etliche Hände mitarbeiten, darunter unzählige von Ehrenamtlern.

„Bernd Bodenbenner hat Herzblut eingebracht.“

Roland Klugmann, Pfarrer

Die Gründung des Fördervereins im Jahre 2013, die Entstehung des Grabeskirchen-Ausschusses, der den Kirchenvorstand entlastet – alles Punkte, an denen gemeinsam gearbeitet wurde. „Wir haben alle über die Jahre gespürt, dass Bernd Bodenbenner Herzblut eingebracht hat. Er hat sich mit der Grabeskirche identifiziert“, lobt Pfarrer Roland Klugmann. Bodenbenner sieht seine tiefe Verbundenheit zur Grabeskirche auch darin begründet, dass seine christlichen Wurzeln hier liegen. „Ich bin in der Gemeinde groß geworden. In St. Josef bin ich als Messdiener gestartet. Ich kenne hier jeden Stein und die Menschen. Und die Menschen kennen auch mich“, sagt der 67-Jährige. Seine Nachfolge tritt Alexandra Wiek an. Die 39-jährige Viersenerin ist gelernte Arzthelferin und dreifache Mutter, überzeugte im Bewerbungsgespräch mit geschäftlichen Fähigkeiten, aber vor allen Dingen mit ihrer Empathie. „Es sind große Fußstapfen, die Bernd Bodenbenner hinterlässt. Ich hoffe, dass ich sie füllen kann“, sagt Wiek, die auch als Katechetin aktiv ist. „Eins steht aber fest: Ich freue mich sehr auf meine Aufgaben.“

Ein großes Thema, mit dem sich Wiek und das Grabeskirchen-Team in diesem Jahr beschäftigen werden, ist der Ausbau der Grabeskirche. Durch die gute Annahme rückt die nächste Ausbaustufe näher. Insbesondere die starke Nachfrage bei Doppelgrabstätten hat zu einer Angebotsverknappung geführt. Ein Ausbau für 2018/19 ist vorgesehen, bei dem entsprechend mehr Doppelgrabstätten eingeplant werden sollen. Des Weiteren steht die Umgestaltung des Außenbereiches der Grabeskirche an.

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