Nach der Pfändung eines Wagens haben sich zahlreiche Leser bei der WZ gemeldet. Die kritischen Töne überwiegen.

Rundfunkgebühren unter der Lupe – viele Menschen interessieren sich für dieses Thema.
Rundfunkgebühren unter der Lupe – viele Menschen interessieren sich für dieses Thema.

Rundfunkgebühren unter der Lupe – viele Menschen interessieren sich für dieses Thema.

Dieser Wagen wurde von der Stadtkasse gepfändet.

dpa, Bild 1 von 2

Rundfunkgebühren unter der Lupe – viele Menschen interessieren sich für dieses Thema.

Willich/Kreis Viersen. Es gibt diese Themen, die die Menschen aufregen. Die sie ermuntern, sich zu melden, ihre eigenen Erfahrungen oder Meinungen zuzusteuern. Ein solches war die Geschichte um das von der Stadt Willich beschlagnahmte Auto. Das war unter anderem geschehen, weil dessen Besitzer sich weigert, die Gebühren für die frühere GEZ zu zahlen (WZ berichtete). Der Zorn vieler Menschen richtet sich dabei zumeist nicht gegen die Stadt als Vollstreckungsbehörde, sondern gegen Zwangsgebühr, die seit 2013 „Beitrag“ heißt.

„Es ist nur ein Unding, dass pauschal 17,50 Euro pro Monat und Wohnung kassiert werden, auch wenn Radio/TV/Internet nicht vorhanden sind und nicht genutzt werden“, klagt ein Leser. „Die Gebühr soll die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Sender gewährleisten, diese Sender aber werben dennoch, stehen ergo in einem Interessenkonflikt. Dieser Umstand führt die Rundfunkgebühr ad absurdum.“

In einer E-Mail an die Redaktion macht ein anderer Leser darauf aufmerksam, dass der betroffene Autofahrer behindert ist. Trotzdem kümmere er sich um andere Behinderte, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen könnten. Das alles sei jetzt eingeschränkt.

Gladbacher hatte sich sogar an den WDR-Intendanten gewandt

Harsch geht Gerhard Faber mit der früheren GEZ ins Gericht. „Zwei Jahre nach Einführung der mit Abstand teuersten und aufwendigsten Namensänderung wird die Zwangsabgabe vom – Beitragsservice – eingetrieben.“ Faber zieht den Hut vor dem Willicher, „der trotz Belagerung standhaft bleiben will“.

Aus Mönchengladbach meldet sich Wolfgang H. Er ist Frührentner, wollte nicht mehr von Hartz IV leben. Seitdem sah er sich Forderungen der GEZ ausgesetzt. „Ich habe meine Situation sogar in einer WDR-Sendung mit dem Intendanten schildern können“, erklärt er. Er habe dann sogar Post bekommen. Inhalt: Die Forderungen wurden aufrecht erhalten.

Über acht Milliarden Euro beträgt das Gesamtaufkommen, das durch den Rundfunkbeitrag jährlich in die Kassen der Öffentlich-rechtlichen Sender kommt. Das macht mehr als 23 Millionen Euro – täglich.

 Im Jahr 2013 wurde das System umgestellt. Aus der GEZ-Gebühr wurde ein geräte-unabhängiger Beitrag. Seitdem heißt die GEZ auch Beitragsservice.

Mittlerweile waren 710 Euro aufgelaufen. Bei H. meldete sich die Gerichtsvollzieherin der Stadt, drohte mit Zwangshaft und Wohnungsaufbruch. Der Frührentner erstattete Strafanzeige wegen Nötigung sowohl gegen den Oberbürgermeister als auch gegen die Vollzugsbeamtin. „Das war zwar erfolglos, seitdem habe ich aber Ruhe“, erklärt er.

Auch die GEZ schaltete sich in die durch den Artikel ausgelösten Diskussion ein. „Wir haben die Pfändung des Autos nicht veranlasst. Das war die Stadtkasse in Willich“, erklärt ein Sprecher. Dessen Büro im Übrigen unmittelbar beim Westdeutschen Rundfunk in Köln angesiedelt ist. Auch er macht auf die Namensänderung der GEZ aufmerksam. Und seit der Umstellung handele es sich nicht mehr um Gebühren, sondern um einen Beitrag.

Es gibt aber auch Verständnis. „Ich zahle meinen GEZ-Beitrag mit Vergnügen, denn die einzigen Programme, bei denen wirklich Interessantes kommt, sind die öffentlich-rechtlichen“, so ein User. Und weiter: Wer aber seine Informationen aus dem Privatfernsehen beziehe und wahrscheinlich die Zeitung mit den vier großen Buchstaben lese, sei „natürlich auch gegen GEZ-Gebühren“.

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