Das Amt verzeichnet schon jetzt genauso viele Grippefälle wie im gesamten vergangenen Jahr.

Das Amt verzeichnet schon jetzt genauso viele Grippefälle wie im gesamten vergangenen Jahr.
Wer Anzeichen einer Grippe entdeckt, sollte sich zumindest schonen. Archiv

Wer Anzeichen einer Grippe entdeckt, sollte sich zumindest schonen. Archiv

Andreas Endermann

Wer Anzeichen einer Grippe entdeckt, sollte sich zumindest schonen. Archiv

Kreis Viersen. Im Januar registrierte das Gesundheitsamt des Kreises Viersen 20 Fälle von Grippe, allein in der ersten Februarwoche kamen 22 Fälle dazu – die Influenza ist früh dran dieses Jahr. „Wir haben mehr Meldungen als in den beiden Vorjahren um diese Zeit“, sagt Amtsleiterin Martina Kruß. Die 42 Fälle seien nur „die Spitze des Eisbergs“, es werde ja längst nicht jede Grippe vom Hausarzt behandelt und gemeldet. Und: „Ein weiteres Ansteigen in der Karnevalszeit ist zu erwarten.“ Denn in Menschenansammlungen, in denen womöglich auch noch viel gebützt wird, verbreiten sich die Viren schnell.

Amtsleiterin Martina Kruß rät zur Grippe-Impfung

Wer bützen, schunkeln, aber sich keine Grippe einfangen möchte, könnte einen Rat der Amtsleiterin beherzigen: „Solange man noch nicht erkrankt ist, macht es auch jetzt noch Sinn, sich impfen zu lassen. Vor allem chronisch Kranken, Eltern mit kleinen Kindern und wenn man in Berufen mit vielen Kontakten arbeitet, würde ich die Impfung empfehlen.“ Der Impfschutz setze nach etwa zehn Tagen ein – Altweiber ist in 16 Tagen.

„Der Anstieg der Grippe-Meldungen ist in diesem Jahr relativ früh – aber noch nicht Besorgnis erregend“, sagt Kruß. In den Kindertagesstätten der Stadt Viersen etwa ist die Lage entspannt: Von einer Grippewelle sei nichts zu spüren, teilt Stadtsprecher Frank Schliffke mit. Ähnliches berichtet Bernd Spangenberg, Leiter des evangelischen Altenzentrums Haus im Johannistal in Süchteln. Außerdem sei ein Großteil der Bewohner und Mitarbeiter gegen Grippe geimpft. Am Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium in Viersen hingegen haben sich bereits Lehrer und Schüler grippekrank gemeldet, so dass auch schon Unterricht ausfallen musste, sagt Schulleiter Christoph Hopp. Angelika Eller-Hoffmann, Leiterin der Gesamtschule Nettetal, muss ebenfalls auf Lehrer verzichten, die grippebedingt ausfallen. In den Apotheken werden Grippemittel derzeit noch nicht verstärkt nachgefragt, sagt Joachim Kresken, Sprecher für den Kreis Viersen im Apothekerverband Nordrhein. Aber die Apotheken seien auf einen Anstieg der Erkrankungszahlen vorbereitet: „Wir haben reichlich Vorrat, so dass die Versorgung über einen längeren Zeitraum gesichert ist.“

Der weitere Verlauf bleibe jetzt abzuwarten, sagt Amtsleiterin Kruß. „Ein bis zwei Wochen nach Karneval flauen die Meldezahlen normalerweise ab.“ Wen die Grippe erwischt hat, der solle sich vor allem schonen. Vorbeugen lasse sich, indem das Immunsystem gestärkt wird: „Also viele Vitamine zu sich nehmen, viel Wasser trinken, wenig Alkohol.“ Und: warm anziehen, zu dicken Socken greifen, damit die Füße nicht kalt sind – denn das könne das Immunsystem schwächen.

Eine Alternative ist die Impfung beim Hausarzt. Auch in den Arztpraxen im Kreis Viersen macht sich die Grippe schon bemerkbar. Sprechstundenhilfen berichten von „brechend vollen Wartezimmern“, und der Vorsitzende des Gesundheitsnetzes West, Dr. Johann Heinrich Arens, war gestern nicht für ein Statement erreichbar – er hat die Grippe.

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